Die mangelnde Lust einer Frau, offiziell FSAD
oder female sexual arousal disorder (Störung der sexuellen
Erregung der Frau) genannt, sei weitaus komplexer als die Erektionsstörung
eines Mannes, heißt es zur Begründung.
23 Millionen schlucken Viagra
Seit Zulassung der kleinen blauen Pille in den USA
im Frühjahr 1998 haben sich dem Hersteller zufolge weltweit
23 Millionen Männer mit Viagra gegen Probleme im Bett behandeln
lassen. Während das Mittel bei Männern fast immer zum
gewünschten Ergebnis führt, war die Reaktion bei den
3000 Frauen in Pfizer-Studien nicht verlässlich genug, um
mit der Zulassung durch die Gesundheitsbehörde FDA zu rechnen,
heißt es auf der Webpage. Deshalb würden diese Studien
jetzt eingestellt.
Wirkung bei Frauen umstritten
Dagegen hatten die beiden "Sex-Schwestern", Professor
Laura Berman und Dr. Jennifer Berman von der Northwestern Universität
Chicago und der Universität von Kalifornien in Los Angeles,
eine deutlichen Zunahme der weiblichen Erregung und Orgasmen durch
Viagra entdeckt. Allerdings bezog sich der Erfolg überwiegend
auf Frauen, die einmal ein ausgefülltes Sexleben genossen
und aus medizinischen Gründen ihre Fähigkeit zum Orgasmus
verloren hatten.
Partnerinnen mit schweren emotionalen oder Beziehungsproblemen
oder anderen psychologischen Störungen wurde auch durch Viagra
wenig Hilfe zuteil. Laut Pfizer müssten zur Diagnose sexueller
Störungen bei Frauen auch körperliche und emotionale
Faktoren sowie Schwierigkeiten in der Beziehung analysiert werden.
Das mache es schwierig, den Effekt des Medikaments unabhängig
zu ermitteln. Obwohl sich Viagra auch bei Frauen in der klinischen
Phase der Studien als gesundheitlich unbedenklich erwiesen hatte,
sei das Ergebnis insgesamt unbefriedigend.