Zünftige Hornbläser, 196 Delegierte und Themen die unter den Fingern brennen: Die Vollversammlung des Tiroler Jägerverbandes in den Innsbrucker Ursulinensälen hatte es in sich: Welche gemeinsamen Maßnahmen sind für Wild und Wald zu treffen? Landesrat Anton Steixner bat zu Beginn seiner Rede um Verständnis: "Ich wünsch mir, dass wir normal miteinander reden. Ich weiß, dass die Stimmung zwischen Förstern und Jägern manchmal angespannt ist. Aber wir sollten unter dieses Kapitel einen Schlussstrich ziehen." Dafür erntete er von den Jägern Applaus.
Reden ohne "Giftzähne"
Steixner nahm die Grundeigentümer in die Pflicht: "Sie müssen auch mitmachen, wenn das Rotwild reduziert werden soll." Dennoch merkte er an: "In vielen Teilen Tirols passt der Wildbestand, nur in manchen Bereichen sind hohe Abschussquoten vorzuschreiben."
Nach dem versöhnlichen Steixner-Rerferat, zog Landesjägermeister Karl Berktold die „Giftzähne“ aus seiner Rede. Dennoch forderte er Transparenz von den Behörden ein: "Bindet uns ein, in alle Entscheidungen die den Jägerverband direkt oder indirekt betreffen."
Gemeinsam an einen Strang in den nächsten Jahren?
Ziel für die nächsten fünf Jahre: Reduzierung des Rotwildbestandes um ein Drittel. Für die Umsetzung des Plans verwenden die Betroffenen ein Gutachten des Uni-Prof. Friedrich Reimoser. Bleibt abzuwarten ob das gemeinsame Ansinnen verbindet. Landesforstdirektor Hubert Kammerlander schüttelte während der Berktold-Rede jedenfalls mehrmals ungläubig den Kopf…
von Christian Biendl, Tiroler Krone
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