Neben Salzburg und Wien war Böhmen für Wolfgang Amadeus Mozart wie eine zweite Heimat: Im Nostitz-Theater in Prag feierte er mit "Figaros Hochzeit" 1786 große Erfolge, schrieb dort auch die Oper "Don Giovanni", die ebenda 1787 Premiere hatte. Jetzt folgt dem Komponisten auch die Salzburger Mozartkugel ins benachbarte Tschechien, konkret nach Planá in Westböhmen. Dort wird künftig das markante rot-goldene Mirabell-Achteck, also die Verpackung, hergestellt.
"Die Überlegungen gibt es seit einem Jahr. Wir haben den Standort in Tschechien genau geprüft", verrät Wilfried Rogler von der Salzburg Schokolade in Grödig, die exklusiv für den Mirabell-Markeninhaber Kraftfoods etwa 100 Millionen Mozartkugeln pro Jahr produziert. "Wir wurden als Kunde über die Pläne informiert", bestätigt Barbara Blohberger von Kraftfoods.
Wettbewerbsfähigkeit als Hauptgrund
Jetzt ist das Vorhaben also fix: Mit Ende des Jahres, spätestens Anfang 2011, wird die Produktion der Mozartschachteln nach Planá übersiedeln. Eine kleine Stadt mit knapp 1.800 Einwohnern, bekannt durch die älteste Brauerei n Westböhmen ("Chodovar", erstmals erwähnt 1573). "Wir haben dort eine fertige Halle übernommen", nennt Rogler die Wettbewerbsfähigkeit als Hauptgrund. "Wir müssen in Krisenzeiten für die Zukunft gut aufgestellt sein!"
Etwa 20 Arbeitsplätze sind in der Schoko-Fabrik in Grödig betroffen. "Wir versuchen dafür intern in der Produktion umzuschichten", verspricht Rogler. Der Standort selbst ist durch die Umzugspläne nicht gefährdet. Rogler: "Wir konnten im Vorjahr die Produktion um zehn Prozent steigern. Die Mozartkugel bleibt also fix hier in Salzburg!"
von Max Grill, Kronen Zeitung
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