Malaria-Medikament

Grazer Forscher entwickeln neuen Wirkstoff

Wissen
12.03.2010 12:23
Hoffnung auf ein neues Medikament im Kampf gegen die Malaria kommt von Forschern der Universität Graz. Mitarbeiter des Instituts für Pharmazeutische Wissenschaften haben einen Wirkstoff entwickelt, der gegen den Erreger der Malaria tropica Wirkung zeigt, teilte die Universität am Freitag mit. Das Patentverfahren läuft bereits.

Die Grazer Pharmazeuten Robert Weis und Werner Seebacher haben eine chemische Verbindung entwickelt, die gegen den Erreger der Malaria tropica Wirkung zeigt: "Bei dem neuen Wirkstoff handelt es sich um eine Stickstoff-Verbindung, ein bizyklisches Amin, das wir synthetisch hergestellt haben", so Werner Seebacher. Dieses dockt an eines oder mehrere Proteine des Erregers an, wodurch zum Beispiel lebensnotwendige Prozesse unterdrückt werden. Weitere Untersuchungen sollen Details zur Wirkungsweise der Substanz klären. Sie werden derzeit von einem Kooperationspartner an der Universität Genf durchgeführt.

Der neu entwickelte Wirkstoff hat einen großen Vorteil gegenüber bisher verwendeten Medikamenten, denn einige Erregerstämme haben bereits Resistenzen gegen diese entwickelt. "Die von uns entdeckte Verbindung wirkt gegen einen Erregerstamm, der gegen mehrere im Handel befindliche Arzneistoffe resistent ist", betonte Robert Weis.

Die Grazer Forscher sind nun auf der Suche nach einem Kooperationspartner aus der Wirtschaft, um die Optimierung der entdeckten Leitsubstanz bis zur Entwicklung eines Arzneistoffs effektiver vorantreiben zu können. Unter anderem gilt es die Wirkung bei oraler Einnahme zu verbessern.

240 Millionen Menschen weltweit erkrankt
Die WHO schätzt die Zahl der im Jahre 2008 an Malaria Erkrankten auf mehr als 240 Millionen Menschen, über 860.000 Personen starben daran. 90 Prozent davon an der gefährlichen Form, der Malaria tropica, die durch das Plasmodium falciparum verursacht wird. Diese Protozoen werden durch blutsaugende Stechmücken der Gattung Anopheles übertragen. Die Erreger verbreiten sich nach dem Stich über den Blutweg in die Leber, vermehren sich dort und befallen dann die roten Blutkörperchen. Diese werden zerstört, und es kommt zur Malariaerkrankung.

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