Auf Bauernhöfen, wo jede einzelne Kuh noch bei ihrem Namen gerufen wird, sei der Milchertrag signifikant höher als auf Höfen, wo die Milchkühe nur als Herdentiere behandelt werden, schreiben die Forscher Catherine Douglas und Peter Rowlinson von der Universität Newcastle in ihrer Studie.
Persönlicher Kontakt wichtig
„So wie Menschen besser auf Zuwendung ansprechen, fühlen sich auch Kühe glücklicher und entspannter, wenn sie direkten Kontakt erhalten“, sagt Douglas. „Wenn mehr Wert auf das Einzelindividuum gelegt wird, etwa dadurch, dass man das Tier beim Namen ruft, kann man nicht nur sein Wohlergehen und seine Wahrnehmung vom Menschen verbessern, sondern auch die Milchleistung steigern“, so die Wissenschaftlerin.
Davon ist auch Milchbauer Dennis Gibb, der mit seinem Bruder einen Bauernhof nahe Newcastle bewirtschaftet, überzeugt. „Sie sind nicht nur unser Lebensunterhalt, sondern Teil der Familie“, sagt er über seine Tiere. „Wir nennen sie 'unsere Ladys', aber jede hat ihren eigenen Namen und ihre eigene Persönlichkeit“, weiß Gibb.
In weiten Teilen Österreichs war und ist es auch heute noch üblich, dass Milchkühe einen Vornamen wie etwa "Alma", "Berta", "Resl" oder "Zenzi" tragen. Das war allerdings nicht immer so, sondern hat sich erst seit dem 19. Jahrhundert so entwickelt.
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