"Tour de France" zwischen Rappen und Islam

19.04.2017, 14:05
Foto: Luna Film

Der Grandseigneur des französischen Films und ein Rapper: In seinem neuen Film "Tour de France" (Kinostart: 21. April) serviert uns Rachid Djaidani (Drehbuch und Regie) diese recht ungewöhnliche Kombination mit Gerard Depardieu und Sadek in den Hauptrollen.

Der 20- jährige Far'Hook (Sadek) gilt als einer der künftigen Stars der französischen Rapszene. Nach einem beinahe tödlichen Streit mit einem verfeindeten Musiker muss er Paris verlassen und untertauchen. Sein Produzent Bilal, ein zum Islam konvertierter Franzose, überredet ihn, seinen pensionierten Vater Serge (Depardieu) durch Frankreich zu chauffieren. Der kauzige Hobbymaler hat seiner Frau kurz vor deren Tod das Versprechen gegeben, sich auf die Spuren des Landschaftsmalers Claude Joseph Vernet zu begeben.

Von jedem Bild, das Vernet einst im Auftrag von König Ludwig XV. von den Häfen Frankreichs malte, will Serge nun am Originalschauplatz seine eigene Version anfertigen - und Far'Hook soll ihn dorthin bringen. Trotz des Generationen- und Kulturclashs erleben der Rapper und der mürrische Pensionist den Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Dass die Franzosen Komödie können, beweisen sie seit Jahrzehnten - angefangen bei Louis de Funes bis hin zu den Hits der vergangenen Jahre wie "Willkommen bei den Sch'tis", "Super- Hypochonder" oder "Monsieur Claude und seine Töchter". Djaidanis "Tour de France" ist ein bisschen ernster und tiefgründiger als oben genannte Zwerchfell- Strapazierer und deshalb auch eher Roadmovie denn Komödie. Der Filmemacher behandelt brisante Themen wie Alltagsrassismus und Islamfeindlichkeit, ohne dabei billige Klischees zu bedienen.

Der in Frankreich bekannte Rapper Sadek feiert an der Seite von Gerard Depardieu ein gelungenes Kinodebüt und bewirbt sich damit für weitere filmische Aufgaben.