"The Salesman": Zwischen Moral und Rache

15.03.2017, 15:18
Foto: Thimfilm

Mit seinen Dramen gelingt es Asghar Farhadi immer wieder, persönliche Schicksale mit einer Reflexion über den Zustand der iranischen Gesellschaft zu verknüpfen. Auch "The Salesman" (Kinostart: 17. März), das wie "Nader und Simin - Eine Trennung" (2011) mit dem Auslands- Oscar ausgezeichnet wurde, ermöglicht einen Einblick in den Alltag des ansonsten von der Außenwelt eher abgeschirmten Landes.

Gleich in den ersten Filmminuten wird das Leben von Emad (Shahab Hosseini) und seiner Frau Rana (Taraneh Alidoosti) erschüttert. Die Erde bebt und ihr Haus wird so beschädigt, dass es unbewohnbar ist. Durch einen glücklichen Zufall aber können die beiden Schauspieler schon kurz darauf in eine leerstehende Wohnung eines befreundeten Theaterkollegen einziehen.

Dort jedoch beginnt erst die eigentliche Geschichte des Films, der sich im Rennen um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gegen Maren Ades "Toni Erdmann" durchsetzte: Als Rana alleine in der Wohnung ist, wird sie von einem Unbekannten brutal überfallen und schwer verletzt - wahrscheinlich auch vergewaltigt, das aber deutet Farhadi nur an.

Aus Scham und Angst vor dem Gerede der Nachbarn und der Sorge, ihr Gesicht zu verlieren, entscheiden sich Emad und Rana, den Vorfall nicht anzuzeigen. Und doch hinterlässt er Spuren. Rana ist traumatisiert und zieht sich zurück, während Emad auf Rache sinnt und den Täter anhand von Indizien selbst suchen will.