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20.09.2017 - 19:04
Foto: AP

Umstrittene antike Fresken jetzt auf Google Maps

21.11.2013, 11:36
Seit Jahrzehnten streiten Befürworter des Priestertums für Frauen und die katholische Kirche, welche Rolle Frauen zu Beginn des Christentums spielten. Malereien aus der Zeit des frühen Christentums in Rom dienen Ersteren als Argument: In den sogenannten Priscilla-Katakomben sind mehrere Frauen zu sehen, die offenbar Messen abhalten. Nun kann sich die Öffentlichkeit besser denn je selbst ein Bild machen: Die Katakomben können ab sofort auch via Internet erkundet werden.

Fünf Jahre lang wurden die nun wieder für Besucher zugänglichen Priscilla- Katakomben unter der Via Salaria in Rom restauriert. Hierzu wurden unter anderem Laser eingesetzt, um antike Fresken zu reinigen, sodass die Malereien besser denn je zu sehen sind.

Die Katakomben wurden zwischen dem zweiten und fünften Jahrhundert als Begräbnisstätte erbaut, sie erstrecken sich auf verschiedenen Ebenen über 13 Kilometer. Berühmt wurden sie unter anderem, weil das vermutlich älteste Bildnis der Madonna mit Kind - es wird auf etwa 230 nach Christus geschätzt - darin zu sehen ist.

Frühchristliche Priesterinnen festgehalten?

Ebenso viel Beachtung erfuhren die Priscilla- Katakomben, weil in einem Raum eine Frau abgebildet ist, die eine Stola zu tragen scheint und ihre Arme ausstreckt (großes Bild) - sie halte gerade eine Messe ab, argumentieren Befürworter des Priestertums für Frauen. Auf einem Fresko in einem anderen Raum ist eine Gruppe von Frauen an einem Tisch versammelt, ihre Arme ausgestreckt wie Priester bei der Messe.

Kirche beklagt "Effekthascherei"

Die katholische Kirche bestreitet allerdings vehement, dass es sich bei den Fresken um frühchristliche Priesterinnen handelt. Diese Erklärung sei ein "Märchen, eine Legende" und habe keinerlei "Basis in der Realität", sagten verschiedene Vertreter des Vatikans gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Derlei Interpretationen seien "Effekthascherei und absolut nicht verlässlich".

Die ausgestreckten Hände der Frau sollten vermutlich "eine verstorbene Person, die jetzt im Paradies ist" darstellen, so die Vermutung von Fabrizio Bisconti von der Archäologie- Abteilung des Vatikans. Die Frauen am Tisch nähmen wahrscheinlich an einem Leichenschmaus teil, nicht an einer Eucharistie- Feier. Frauen könnten keine Priesterinnen sein, da Jesus nur Männer als Apostel ausgewählt habe, so die Erklärung der Kirche.

Katakomben jetzt auf Google Maps

Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte, wofür die Fresken stehen, kann dies ab jetzt nicht mehr nur bei einem Rom- Besuch tun, sondern auch via Google Maps . Die für Archäologie zuständige Stelle des Vatikans hatte dem Internetkonzern hierfür erstmalig die Erlaubnis erteilt. Zudem wurde eine Website  (auf Italienisch) für das neue Museum der Katakomben erstellt, unter anderem sind Videos über die Restaurierungsarbeiten zu sehen.

21.11.2013, 11:36
bge
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