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20.08.2017 - 11:16
Crystal Meth
Foto: dpa

Google Trends könnte Straftaten vorhersagen

01.12.2016, 09:55

"Google Trends"  verrät, wonach wie oft in Googles Suchmaschine gesucht wird. Doch der Dienst des Internetkonzerns könnte auch genutzt werden, um Straftaten vorherzusagen, wie jetzt Forscher des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Bern anhand des Suchbegriffs "Methamphetamin" in Deutschland, der Schweiz und Österreich zeigen.

Was Nutzer in ihre Suchmaschinen eingeben, kann Aufschluss über die Popularität verschiedenster Themen und Begriffe geben. Da Google die entsprechenden Daten kostenlos zur Verfügung stellt, benutzen Forschende diese Möglichkeit, um die Dynamik gesellschaftlicher Entwicklungen zu studieren. Besonders interessant ist die Frage, ob sich Suchtrends dafür eignen, gewisse Phänomene vorherzusagen.

Zuletzt wurde dieses Instrument zum Beispiel im US- Wahlkampf eingesetzt, um Verschiebungen in der Wählergunst schneller abzubilden als klassische Meinungsumfragen. Der bekannteste derartige Versuch ist jedoch Googles "Flu Trends"- Service, der das Auftreten von Grippeepidemien zeitlich und geografisch mit einiger Genauigkeit voraussagen kann.

Foto: Institut für Rechtsmedizin, Universität Bern

Suchanfragen und Drogenaktivitäten verlaufen parallel

Nun haben Forscher um Michael Liebrenz vom Forensisch- Psychiatrischen Dienst der Universität Bern untersucht, ob sich Suchanfragen zum Begriff "Methamphetamin" - einer synthetisch hergestellten, stimulierenden Droge - dazu benutzen lassen, illegale Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Suchtmittel vorherzusagen. Sie verglichen dafür die zeitliche Häufigkeit, mit der online nach Methamphetamin gesucht wurde, mit entsprechenden Kriminalstatistiken aus der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Die Forscher fanden, dass Suchanfragen und illegale Drogenaktivitäten in den letzten zehn Jahren ungefähr parallel verliefen. "Es scheint demnach möglich, dass die Suchaktivität der kriminellen Aktivität vorausgeht und sich als Prädiktor eigne", so Liebrenz. Obwohl weitere Untersuchungen nötig seien, empfehlen die Forscher den Strafverfolgungsbehörden, "Suchtrends zur Planung präventiver Maßnahmen zu evaluieren".

01.12.2016, 09:55
red
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