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Rapid und die Lehren aus der Schlammschlacht

27.04.2017, 10:49

"Kein Kommentar" hieß es vor dem 2:1- Sieg im Cup- Halbfinale aus Hütteldorf. Die neuen Anschuldigungen von Ex- Sportchef Müller ließ man verhallen. Gut so. Wenn sich zwei Seiten mit Dreck bewerfen, bleibt keiner sauber. Das gilt in der Wirtschaft, in der Politik und umso mehr im emotionalen Fußball. Diese brutale Erfahrung haben jetzt auch Rapids Präsident Michael Krammer und Geschäftsführer Christoph Peschek gemacht. Auf die harte Tour.

Keine Reaktion gleicht einem Geständnis. Jede Antwort liefert neues Material. Ein Teufelskreis. Aus dem Rapid nur mit Siegen kommt. Und das starke grün- weiße Duo seine Lehren ziehen wird, nein muss. Denn ja, sie haben Fehler gemacht. Allen voran, weil man sich mit dem gleichzeitigen Rauswurf von Trainer Büskens und Müller "angreifbar" machte.

Plötzlich stand man ohne sportliche Kompetenz da. Dass man  bei der Auswahl von Damir Canadi ein breites Gremium heranzog, Spieler und auch Legenden (etwa Ernst Dokupil, der sich dann über Canadis Powerpoint- Präsentation lustig machte) befragte, nur Lob von den Experten bekam - wen interessiert’s?

Weniger ist mehr

Das muss man aber schlucken. Selbst schuld. Doch jetzt gilt: Weniger ist mehr. Peschek muss nicht bei jeder zweiten Pressekonferenz dabei sein. Auf dem Rasen hat auch nach dem Schlusspfiff außer Trainern und Spielern niemand etwas verloren.

Also raus aus dem Rampenlicht, keine lauten Töne. Stattdessen braucht Rapids kritisiertes Führungsduo nur die Zahlen sprechen lassen: 30 Millionen Euro Budget, zehn Millionen positives Eigenkapital, allein in dieser Saison zwölf (!) neue Sponsoren. Ihr Job ist die Wirtschaft, sind die Rahmenbedingungen. Den erledigen sie top.

Krankl, Keglevits: Obergescheit

Für die sportliche Umsetzung, das Wichtigste, ist Fredy Bickel verantwortlich. Er hat das Sagen. Und nur er soll(te) was sagen. Denn die Herren Krankl, Keglevits und Co., die jetzt obergescheit sind, scheinbar in der Ära Edlinger mehr Fußball- Kompetenz im Präsidium sahen, werden ohnehin erst den Mund halten, wenn es wieder Erfolge gibt. Oder wenn Steffen Hofmann ins Management übersiedelt. Aber der hat dann ja sicher auch keine Ahnung von Fußball.

Rainer Bortenschlager, Kronen Zeitung

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