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Phönix aus der Asche: So gelang LASK der Aufstieg

22.04.2017, 08:40

Nach sechs Jahren Absenz ist der erste Meister aus der Provinz zurück in Österreichs Fußballoberhaus. Aus den Tiefen der Regionalliga hat sich der LASK empor- und nebenbei auch noch an organisatorischen Problemen abgearbeitet. Dreieinhalb Jahre nach dem Ende der Ära des umstrittenen Präsidenten Peter Michael Reichel wird in Linz wieder geträumt. Auch wenn in Pasching gespielt wird.

Er ist einer der wenigen in oberen Gefilden verbliebenen Traditionsklubs, gut eingeführte Marke, zuhause in der drittgrößten Stadt der Republik und sieht sich wohl nicht ganz zu Unrecht als "Stolz von Oberösterreich". Doch vor heftigen Turbulenzen hat all das den LASK in den vergangenen 20 Jahren nicht bewahrt.

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Die Oberösterreicher sind einer von nur elf Vereinen, die in der "ewigen" Bundesligabilanz (seit 1911) mehr als tausend Spiele im Oberhaus absolviert haben. Freilich ist man erst seit der Einführung einer gesamtösterreichischen Liga 1949/50 dabei, 48 von 67 Saisonen war der LASK in dieser Zeit erstklassig. 1965 holten die "Athletiker", die achtmal am Europa- League- Vorgängerbewerb UEFA- Cup teilnahmen, als erster Provinzklub den Meistertitel (und den Cup).

Doch es sollte bei einem Triumph bleiben. Wohl auch deswegen haben Meisterkicker wie Helmut Köglberger, Adolf Blutsch oder Janos Kondert noch heute Legendenstatus. Die Misere der jüngsten Jahre fing mit dem Abstieg 2001 an. Nur acht Bundesliga- Saisonen, zwei Jahre in der Regionalliga, verweigerte Lizenzen, ein Trainerfriedhof mit 20 Wechseln (u.a. Hans Krankl, Georg Zellhofer, Werner Gregoritsch und Walter Schachner) und die Querelen um Ex- Präsident Reichel haben im kollektiven Fangedächtnis tiefe Furchen hinterlassen.

Michael Reichel: Vom Retter zum Buhmann

Reichel, im Tennissport erfolgreicher Veranstalter, galt nach der Finanzmalaise der sportlich vorzeigbaren aber finanziell ruinösen Ära von Präsident Wolfgang Rieger als Retter, wandelte sich schließlich aber zum Buhmann vieler Fans. Die sahen im autokratisch regierenden Reichel, der es sich im Lauf der Zeit auch mit Wirtschaft und Politik verscherzte, schließlich nur einen berechnenden Geschäftsmann, der sein Investment nicht mehr loslassen wollte. Dem Abstieg aus der Bundesliga 2010/11 folgte der Lizenzentzug 2012 und der tiefe Fall in die dritte Spielklasse. Als im Dezember 2013 das Investoren- Konsortium "Freunde des LASK" die Übernahme des monetär schwer angeschlagenen Regionalligisten perfekt machten, war das Aufatmen im Anhang deutlich hörbar.

Seit der Neuübernahme setzte sich der Aufwärtstrend stetig fort und gipfelte nun im am Freitag fixierten Aufstieg. Im zweiten Jahr unter Ried- Urgestein Oliver Glasner löste der routinierte Kader mit acht im Oberhaus erfahrenen Kickern seine Versprechen ein und hängte Herbstmeister Austria Lustenau im Frühjahr deutlich ab. Fast alle Verträge laufen weiter, Glasner kündigte höchstens punktuelle Verstärkungen an. Das Ziel sei, vorerst in der Bundesliga Fuß zu fassen.

Krux wegen Stadion

Der LASK muss aber nicht nur sportliche Herausforderungen meistern. Wegen Unstimmigkeiten mit der Stadt Linz und teurer Mieten für die Gugl war man im Sommer 2014 an die Linzer Peripherie übersiedelt. Doch das derzeitige Heimdomizil in Pasching mit einer Kapazität von rund 6.000 Zuschauern ist weder glamourös noch eine Dauerlösung. Der Vertrag sieht eine Nutzung bis 2022 vor. Dann soll Linz aber ohnehin bereits eine neues Stadion zieren.

Redaktion
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