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Freitag, 5. August 2011, 13:50

Häuselbauer - Was tun mit Schweizer Franken ?

250 000 Häuselbauer sitzen auf Schweizer Franken- was tun ?

Laut Nationalbank-Daten beliefen sich die Franken-Ausleihungen privater Haushalte per Ende Mai auf 37,5 Mrd. Euro, davon entfielen 27,1 Mrd. Euro auf Wohnbaukredite. Nicht nur Private sind davon betroffen. Ein Verlust von bis zu 10,8 Millionen drohe der Stadt Linz heuer noch aus dem Franken-Kredit, zusätzlich zu dem Minus von 4,7 Millionen Euro aus dem ersten Halbjahr, sagen Insider. Betroffen ist auch die Stadt Wien: Laut Rechnungsabschluss 2010 beliefen sich die Währungsverluste aus Franken-Krediten im Vorjahr auf 205,7 Millionen Euro. Gegen die momentane Frankenaufwertung gegenüber dem Euro können Kreditnehmer nicht viel machen – oder doch ?
Für die Banken waren diese Kredite jahrelang eine besondere Einnahmequelle. Der Zinssatz des Franken liegt bei 0-0,25%, die Hausbank legt ca. 2% drauf. Das sind über 700% -1000% oder mehr Aufschlag !
Jetzt wird auf die Häuselbauer Druck gemacht. Sicherheiten werden verlangt, sonst droht eine Konvertierung in Euro. Doppelt gutes Geschäft, da eine Konvertierung das Kreditvolumen, von dem die Banken leben, um ca. 30% anhebt. Eine zusätzliche wunderbare Einnahmequelle. Die sonst cleveren Banker haben jedoch vergessen, dass von Anfang an klar war, dass ein Währungsrisiko vorliegt. Dieses wäre auf einfache Weise mit Hebelprodukten, welche als PUT- Optionsscheinen bekannt sind, abzusichern gewesen. Diese Absicherungsinstrumente bzw. Hebelprodukte auf steigenden Franken, welche die Banken sogar selbst begeben, hätten mit ca. 1-2% der Ausleihungssumme dem derzeitigen Fiasko entgegenwirken können. Wem hat die Bank das im Beratungsgespräch angeboten ?
Auf diese Art der Versicherung wurde vorsätzlich vergessen. Hallo Banker und Kreditvergabeabteilungen ! Ihr könnt euch schon einmal „warm anziehen“ Da kommt, sollte sich nicht massiv was ändern, eine Flut von Klagen auf euch zu. Euro Super-Boni werden dann ganz schnell in den zu bildenden Rückstellungen zu finden sein.

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Samstag, 6. August 2011, 23:41

RE: Häuselbauer - Was tun mit Schweizer Franken ?

wieso wundert mich das nicht, dass du hier keine antworten bekommst.

ich durfte im jaenner d.j. mal ein bisschen in eine strategiekonferenz einer oesterr. bank zu dem thema "wie beraten wir unsere chf-kreditkunden in den naechsten monaten" reinhoeren.

haarstraeubend, was da an argumenten von seiten der "experten" kam.

das wohl des kunden war praktisch ueberhaupt nicht vertreten.
der tenor ging so in die richtung "wer sich's noch leisten kann, den schroepfen wir noch ein bisserl laenger, der rest muss halt leider gleich konvertieren" :auszuck:

und wenn man damals nur gewagt hat, in richtung der auch tatsaechlich eingetretenen, vorhersehbaren situation zu denken, so wurde man von eben den "experten" bestenfalls als gerade noch zurechnungsfaehig eingestuft.

da klafft eine riesenschere zwischen unkenntnis / falsch verstandenem gewinndenken (ich tendiere zu ersterem) und aufrechter kundenberatung.

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Samstag, 6. August 2011, 23:46

Ich würde sagen selber schuld wenn man einen Fremdwährungskredit aufnimmt, und somit ein Spekulationsrisiko eingeht. Es kann gut gehen, es kann aber auch schlecht gehen.

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Sonntag, 7. August 2011, 00:03

falsch!

"es kann gutgehen oder auch schiefgehen" ist casino-mentalitaet.
dort zahl ich bestenfalls fuer ein paar getraenke.

in der bank erwarte ich eine fundierte beratung von hochbezahlten fachleuten, die sich dafuer auch von mir nicht zu knapp bezahlen lassen.

oder hast du dein haus auch so gebaut, dass dich der vorarbeiter gefragt hat, wie jetzt der moertel abgemischt und das fundament geschalt werden muss??

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Sonntag, 7. August 2011, 01:25

---

Als die Fremdwährungskredite in Mode kamen bzw. waren, konnte kein noch so gescheiter Experte ahnen, was auf die Weltwirtschaft zukommt, ein "einfacher" Bankberater schon gar nicht.
Die Herren Experten haben ja heute noch verschiedene Ansichten zur Krise.

Auf die Vorteile und Nachteile im Hinblick auf Kursschwankungen müsste eigentlich bei der Beratung hingewiesen werden bzw. müsste es auch in den Kreditbedingungen nachzulesen sein.

6

Sonntag, 7. August 2011, 02:46

Re: ---

da reden wir aber von 2 verschiedenen paar schuhen.

"Als die Fremdwährungskredite in Mode kamen bzw. waren", so mitte der 90er jahre, war ja auch alles eitel sonnenschein.

die finanzberater schossen wie die schwammerln aus dem boden, engagierten unter klingenden namen reihenweise ehemalige kaffehausbetreiber, schulabbrecher und erfolglose gebrauchtwagenverkaeufer und drehten mit diesem paradepersonal huber und meier die kredite in yen und franken an - welche uebrigens nicht von ihnen sondern erst wieder von den banken vergeben wurden.

das ganze war nichts anderes als ein staatlich geduldetes provisions-pyramidenspiel.

ohne zweifel haben diejenigen, welche von anfang an dabei waren und auch die erforderlichen bonitaetskriterien erfuellt haben, damit kosten gespart.

ich rede aber vom zeitraum der letzten 18 - 24 monate.

statt dass da einmal EIN institut aufgestanden waere und seinen kunden, die ohnehin schon in der verlustzone waren, gesagt haette: "tut uns leid, wir haben immer auf das risiko hingewiesen, aber so wie's derzeit ausschaut wird das ganze zum vabanque-spiel. deswegen koennen wir ihnen nur dringend anraten, auszusteigen" geht die wurschtlerei munter weiter.
im gegenteil, wenn man die noetige bonitaet, sprich kohle mitbringt, beraten einen die banken geradezu weiter zu gamblen.

diese einstellung hat nicht nur schon zumindest hunderte existenzen gekostet, sondern wird am ende des trails noch weit mehr opfer fordern.

und genau da mach ich den unterschied zwischen kostspieliger beratung und gluecksspiel.
aber auch genau da kann ich in der praxis keinen unterschied zwischen dem rumstotternden bankberater und dem charmanten chausseur ausmachen.

beide haben keine ahnung - oder zumindest sagen sie nicht die wahrheit.

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Sonntag, 7. August 2011, 02:57

wer weiß wie lange die schweiz von den ganzen ratingagenturen verschont bleibt...

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Sonntag, 7. August 2011, 06:28

Zitat

Original von open4fire
falsch!

"es kann gutgehen oder auch schiefgehen" ist casino-mentalitaet.
dort zahl ich bestenfalls fuer ein paar getraenke.

in der bank erwarte ich eine fundierte beratung von hochbezahlten fachleuten, die sich dafuer auch von mir nicht zu knapp bezahlen lassen.

oder hast du dein haus auch so gebaut, dass dich der vorarbeiter gefragt hat, wie jetzt der moertel abgemischt und das fundament geschalt werden muss??


:up :up

9

Sonntag, 7. August 2011, 10:35

Leute die sich derartige Finanzkonstruktionen andrehen haben lassen sind im Grunde selber Schuld.

Jeder mit ein wenig Hirn konnte erkennen, dass es sich um eine Finanzspekulation handelt. Ich hätte das nie gemacht, sowas machen eben nur Spieler. Dumm nur, wer das nötige Kleingeld nicht hat.

Aber jetzt aufgescheucht wie die Hendln sich von den Medien und den Bankabkassieren nochmals reinlegen lassen, ist dann doppelt blöd.

Wer einen Kredit hat, der noch Jahrzehnte läuft, soll sich nicht ins Boxhorn jagen lassen. Der Franken wird den Höhenflug nicht auf Dauer durchhalten können. Die Schulden werden von alleine wieder weniger.

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Sonntag, 7. August 2011, 11:02

Zitat

Original von bernihinti
Ich würde sagen selber schuld wenn man einen Fremdwährungskredit aufnimmt, und somit ein Spekulationsrisiko eingeht. Es kann gut gehen, es kann aber auch schlecht gehen.



Bravo, das ist die Kernaussage.

Wenns gut gegangen wäre, dann war man clever, wenns schlecht läuft, ist die Bank schuld, denn die hätte den Kredit nicht geben dürfen.

Diese Erkenntnis nützt den Betroffen aber auch nix, denn die müssen jetzt handeln. Und auch jetzt können sie das Falsche machen, denn dazu müsste man die weitere Kursentwicklung des Franken wissen und dazu gibt es diametral widersprechende Expertenmeinungen.

Wenn ich ein Betroffener wäre, würde ich aus dem Franken aussteigen und mit der Bank eine Umschuldung in Euros vereinbaren, mit Laufzeitvedrlängerung, damit ich mir die Raten leisten kann. Dabei würde ich fluchen und mit den Zähnen knischen, aber ich würde wenigstens mein Haus behalten.

Die Gefahr wenn man im Franken bleibt ist ja: der Euro geht baden, der Franken steigt naturgemäß, der Tildungsträger rasselt in den Keller und mein Haus wird versteigert. Ich muss in eine Gemeindewohnung ziehen und wohne unter lauter Migranten....

Gräßlich, nicht wahr?

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11

Sonntag, 7. August 2011, 11:18

Lebensversicherung statt Kreditabsicherung

Zitat

Original von newpete
Leute die sich derartige Finanzkonstruktionen andrehen haben lassen sind im Grunde selber Schuld.
Jeder mit ein wenig Hirn konnte erkennen, dass es sich um eine Finanzspekulation handelt. Ich hätte das nie gemacht, sowas machen eben nur Spieler. Dumm nur, wer das nötige Kleingeld nicht hat.

In der Beratung wurde der Kunde auf das günstige CHF-Darlehen hingewiesen und die Entscheidung freigestellt. Nehmen sie doch den billigeren Kredit !!
Dann wurde ungeniert eine Lebensversicherung auf Kredithöhe aufgedrängt.
Nach dem Motto: Selbst wenn er sich umbringt- wir haben das Geld.
Das bringt enorm viel Provision.(=eine Jahresrate ) Für den Kredit selbst wurde keine Kreditabsicherung in Form einer "Optionsabsicherung " durch PUT angeboten.
Das hätte übrigens weniger als eine Jahresprämie gekostet.

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Sonntag, 7. August 2011, 11:23

interessanter link zur Sammelklage CHF

Da schließen sich schon Leute zusammen, um gemeinsam vorzugehen

http://chfkredit.jimdo.com/

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Sonntag, 7. August 2011, 11:29

RE: interessanter link zur Sammelklage CHF

Zitat

Original von colaris
Da schließen sich schon Leute zusammen, um gemeinsam vorzugehen

http://chfkredit.jimdo.com/



Das halte ich für clever. So können auch Prozesskosten auf viele Leute aufgeteilt werden. Der einzelne kann sich das kaum leisten und wird es nicht riskieren.

14

Sonntag, 7. August 2011, 15:45

Die Experten dafür sitzen bei der AK (und nicht auf einer hp ohne impressum :smile: ).

Die meisten Leute meinen "abwarten" und wenn am Ende der "Tilgungsträger" nicht reicht, einen Kredit aufnehmen und das Haus nochmal abstottern.

Und wenn die Bank konvertieren oder mehr Sicherheiten will, dann ist die Frage: Ja, dürfen´s denn das ? :wink:

15

Sonntag, 7. August 2011, 19:08

Zitat

Original von Radamanthys
Die Experten dafür sitzen bei der AK (und nicht auf einer hp ohne impressum :smile: ).

Die meisten Leute meinen "abwarten" und wenn am Ende der "Tilgungsträger" nicht reicht, einen Kredit aufnehmen und das Haus nochmal abstottern.

Und wenn die Bank konvertieren oder mehr Sicherheiten will, dann ist die Frage: Ja, dürfen´s denn das ? :wink:



Das ist eine Möglichkeit, aber man weiss halt erst am Ende, ob es eine gute Idee war. Was ist, wenn der Euro komplett baden geht? Dann steigt der Franken ins Unendliche. Da hätte ich lieber Schulden in einer schwachen Währung.

Zum Konvertieren und Sicherheiten nachverlangen: ich nehme mit ziemlicher Sicherheit an, dass die Kreditverträge solche escape-Klauseln beinhalten. Alles andere würde mich stark wundern.
Das größte Druckmittel ist die Angst der Banken vor einem schlechten Image. Darum ist es gut, wenn die AK oder sonst eine Gruppe da ein bisserl Dampf macht. Der Einzelne wird den Banken ziemlich wurscht sein, aber negative Schlagzeilen mögen sie gar nicht.

16

Sonntag, 7. August 2011, 19:39

Zitat

Original von Gewissen

ich nehme mit ziemlicher Sicherheit an, dass die Kreditverträge solche escape-Klauseln beinhalten. Alles andere würde mich stark wundern.
.


http://www.ak-tirol.com/online/verbandsk…a-ag-62682.html

17

Montag, 8. August 2011, 10:59

RE: Häuselbauer - Was tun mit Schweizer Franken ?

Ich hätte nichts gegen die Einnahmequellen der Banker, vorausgesetzt wir die Sparer,Kreditnehmer haben auch etwas davon. Ist aber nicht der Fall!
ptzm. :-(
:wink:

18

Montag, 8. August 2011, 11:06

Zitat

Original von Radamanthys
Die Experten dafür sitzen bei der AK (und nicht auf einer hp ohne impressum :smile: ).

Die meisten Leute meinen "abwarten" und wenn am Ende der "Tilgungsträger" nicht reicht, einen Kredit aufnehmen und das Haus nochmal abstottern.

Und wenn die Bank konvertieren oder mehr Sicherheiten will, dann ist die Frage: Ja, dürfen´s denn das ? :wink:

:-)
kenne jemanden der hat einen Femdwährungs "sfr Kredit."
Er hat eine Versicherung abgeschlossen, sollte seiner Frau oder ihm etwas passieren, noch ein Kreditbetrag offen sein, zahlt alles die Versicherung.
Der oder die Hinterbliebenen sind schuldenfrei!
Über Frankenkredit werden die beiden immer vom Betreuer informiert.
Momentan sollte jeder den sfr behalten.
ptzm. :-)

19

Montag, 8. August 2011, 11:06

Zitat

Original von Radamanthys

Zitat

Original von Gewissen

ich nehme mit ziemlicher Sicherheit an, dass die Kreditverträge solche escape-Klauseln beinhalten. Alles andere würde mich stark wundern.
.[

http://www.ak-tirol.com/online/verbandsk…a-ag-62682.html




Sehr guter Link und gleichzeitig der Beweis, dass die kleinen Kreditnehmer durch gut organisierte, in diesem Fall rechtskundige Vertretungen geschützt gehören.

Kreditklauseln gehören auch überprüft, ob sie gültig sind. Der Einzelne kann den Aufwand nicht treiben.

20

Montag, 8. August 2011, 11:11

Zitat

Original von putzmunter

:-)
kenne jemanden der hat einen Femdwährungs "sfr Kredit."
Er hat eine Versicherung abgeschlossen, sollte seiner Frau oder ihm etwas passieren, noch ein Kreditbetrag offen sein, zahlt alles die Versicherung.
Der oder die Hinterbliebenen sind schuldenfrei!
Über Frankenkredit werden die beiden immer vom Betreuer informiert.
Momentan sollte jeder den sfr behalten.
ptzm. :-)


Ein Kredit mir einer Lebensversicherung, ist ja ganz was Neues echt toll. Blöd ist nur, wenn die Versicherung auf 100.000 Euro abgeschlossen wurde und die Schulden durch den Anstieg des Frankes jetzt 150.000 Euro sind.

Wieso sollte jeder einen Frankenkredit behalten? Weil jetzt nichts mehr passieren kann? Das ist Pfeifen im Wald, bei 1,30 haben auch die "Experten" gemeint, dass jetzt eh nix mehr passieren kann.

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