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Freitag, 10. Juni 2011, 00:43

Rettungsgassen

Ab Anfang 2012 tritt die Verordnung über Rettungsgassen in Kraft. Ähnliches gilt bereits in Deutschland, aber auch in Slowenien (mit deutlich anderen Regeln!!). Als Einsatzlenker versuche ich seit geraumer Zeit, Rettungsgassen zu initiieren, um wertvolle Zeit bei der Fahrt zum Patienten zu sparen.
90 % aller Verkehrsteilnehmer in Wien scheinen aber überhaupt nicht zu wissen, was eine Rettungsgasse eigentlich ist.
Im engen Sinn handelt es sich um die Pflicht (ab 1.1. 2012) auf mehrspurigen Strassen beim Entstehen von Staus eine Gasse, auf der Einsatzfahrzeuge zügig durchfahren können, zu bilden. Das bedeutet: Die auf der ganz linken Spur (zB auf der Tangente) fahrenden Fahrzeuge haben so weit wie möglich nach links auszuweichen, die auf den anderen Spuren fahrenden Fahrzeuge haben nach rechts auszuweichen. So sollte es möglich sein, daß zwischen der ganz linken und der nächsten Spur eine "Rettungsgasse" entsteht. Das setzt natürlich voraus, daß die Lenker ERKENNEN, daß es gleich zu einem Stau kommen wird.
Wie soll man das aber erkennen, wenn man mit telefonieren, radiohören mit Lautstärke an der Schmerzgrenze, träumen, noch nicht munter sein und ganz wichtig, NACH ART VON LEMMINGEN unterwegs ist. Letzteres bedeutet: Aber hallo, mein Vordermann bremst, aber hallo, der bleibt stehen, aber hallo, da muß ich ja auch stehenbleiben. Aber hallo, jetzt stehe ich 1 m hinter meinem Vordermann, wie zum Teufel soll ich da nach links oder rechts ausweichen?
Bis dato scheiterten alle meine disbezüglichen Versuche kläglich.
Wovon aber gar nicht gesprochen wird: Was wenn sich gar kein Stau ankündigt? Was wenn ein Rettungswagen, der einsatzmässig unterwegs ist, versucht, auf der Leitlinie zwischen ganz linker Spur und der nächsten, weiter rechts liegenden fahrend, mittels Blaulicht und Folgetonhorn und zusätzlichem Lichthupensignal ein Gasse im fließenden Verkehr zu öffnen.
Ich denke, wir sind wieder bei 90 % . 90% die nicht verstehen, was ich erwarte: die ganz links sollen nach links ausweichen, die anderen nach rechts.
Keiner bräuchte seine Fahrspur verlassen, dennoch wäre Platz genug zur Durchfahrt.
Highligts sind 3 maximal 4 Fahrzeuglenker, die erkennen, was ich möchte.
Dann stockt die Sache. Wie verschreckte Hühner auf der Dorfstraße wollen plötzlich die, die ganz links fahren auf die Spur rechts von ihnen wechseln.
Und die die auf der rechteren Spur unterwegs sind, wollen plötzlich nach links ausweichen. Was für Ideen diese Leute während der Durchführung ihrer gänzlich sinnlosen Versuche haben, blieb mir bis dato verborgen.
Und kommt dann der Verkehr (zufällig) ins Stocken, so gibt es keine Rettungsgasse sondern Chaos pur. Und diese Problematik soll bis 1.1.2012 in die Hirne von Millionen Autofahrern transportiert werden?
Ich sehe keine Aufklärung in den Medien, keine Presse schreibt derzeit was darüber, nur wer zufällig die Website der Asfinag öffnet, hat derzeit eine Chance, sich über "Rettungsgassen" zu informieren.
Aber ab 1.1.2012 stehen auf Unterlassung der neuen Vorschriften sogar Strafen. Wie wird die Polizei Übertretungen dann ahnden? Am besten wäre, mit dem Hubschrauber über der Tangente zu fliegen und das Geschehen mit Videokameras aufzuzeichnen. So könnte man auf einen Schlag Hunderte Anzeigen wegen Missachtung der "Rettungsgassenpflicht" durchführen.
Aber darum geht es doch gar nicht. Was Einsatzlenker wollen ist nur ein klein wenig guten Willen, ein klein wenig Aufmerksamkeit und schon wäre Platz genug um schneller zum Einsatzort zu kommen. Jeder sollte nur einmal eine gedankliche Trockenübung starten, was er im Falle des Auftauchens eines Einsatzfahrzeuges tun sollte: Auf der ganz linken Spur fahrend erkennbar nach links ausweichen, auf allen anderen Spuren erkennbar nach rechts ausweichen. Nicht sinnlose Bremsungen oder Spurwechsel machen, das bringt gar nichts. Schließlich weiß man ja nie, ob man nicht vielleicht schon morgen als Unfallopfer selber sehnlichst auf das Erscheinen der Rettung wartet.

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Freitag, 10. Juni 2011, 01:29

RE: Rettungsgassen

Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Öffentlichkeit rechtzeitig und intensiv aufklären werden.

snitzy

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3

Freitag, 10. Juni 2011, 08:03

RE: Rettungsgassen

Ich frage mich wozu wir Rettungsgassen brauchen,wozu gibt es den Pannenstreifen?Die Rettungsgassen werden nicht funktionieren,denn viele Autofahrer werden diese Gassen nicht aufmachen.Ich hab auch schon erlebt,dass bei einem Stau der Pannenstreifen als Fahrspur verwendet wurde,und dann auch verstopft war.Wie soll da die Rettung zum Unfallort gelangen?Bei solchen Verordnungen muss auch der Mensch mitspielen,aber heutzutage geht das meistens nicht,weil viele nur an sich selbst denken und nicht an andere.

4

Freitag, 10. Juni 2011, 09:36

Eine perfekt Lösung wird es für Rettungsgassen nie geben. Zum einen wie schon erwähnt wird, händelt das jedes Land anders und so werden ausländische Lenker womöglich ebenso zur Behinderung werden, wie jene die mit einem "Hummer" durch die Gassen kutschieren.

Was die Tagente betrifft, so muss man auch sagen, dass es halt nicht einfach ist einen Elefanten durch ein Nadelöhr zu treiben.

Mir fällt auf, dass die Autfahrer durchaus bemüht sind, Einsatzfahrzeugen PLatz zu machen, doch oftmals stossen sie dabei an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Eben diese Tangente ist das beste Beispiel. Im Stau zu stecken und dann noch auszuweichen ist eine langwierige Sache, zumal der Tagente ein Pannenstreifen fehlt.

5

Freitag, 10. Juni 2011, 13:35

RE: Rettungsgassen

Zitat

Original von angryman
Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Öffentlichkeit rechtzeitig und intensiv aufklären werden.


Ja, diese Hoffnung habe ich auch. In Deutschland existiert diese Verordnung schon länger und wird auch "so halbwegs" verstanden und auch praktiziert.
Was auffällt ist, daß in Wien Autos mit deutschen Kennzeichen routinierter und "cooler" auf Einsatzfahrzeuge reagieren. (Klar gibt es Ausnahmen, wäre ja auch nicht einzusehen wenn es keine deutschen "Koffer" gäbe..).

6

Freitag, 10. Juni 2011, 13:50

RE: Rettungsgassen

Zitat

Original von snitzy
Ich frage mich wozu wir Rettungsgassen brauchen,wozu gibt es den Pannenstreifen?Die Rettungsgassen werden nicht funktionieren,denn viele Autofahrer werden diese Gassen nicht aufmachen.Ich hab auch schon erlebt,dass bei einem Stau der Pannenstreifen als Fahrspur verwendet wurde,und dann auch verstopft war.Wie soll da die Rettung zum Unfallort gelangen?Bei solchen Verordnungen muss auch der Mensch mitspielen,aber heutzutage geht das meistens nicht,weil viele nur an sich selbst denken und nicht an andere.


Ich denke, wir brauchen diese Regelung dringend. Natürlich versuchen wir, Pannenstreifen zu benützen, doch leider existieren die nicht überall.
Als Beispiel wieder die Tangente (klar, bin ja Wiener). Da gibt es keinen DURCHGEHENDEN Pannenstreifen. ZB endet einer in einer Kurve bei unserer
neuwertigen, weil niemals in Benützung gegangenen Ausfahrt nach dem
Laaerbergtunnel. Das ist recht fies, besonders wenn du dort den Pannenstreifen erstmalig einsatzmässig nutzen willst....
Oder in der Fahrtrichtung nach Süden nach der Ausfahrt Handelskai: da gibt es einen Pannenstreifen, du kannst ihn zumindest bis Ausfahrt Prater gut nützen.
Ein bisserl hinderlich waren heuer nach dem Winter, die dort offenbar vergessenen und monatelang störenden Verkehrstafeln oder ähnliches.
Ausserdem wird gerade dieser Pannenstreifen offenbar niemals gereinigt.
Ende des Winters benützte ich den Streifen einsatzmässig. Als ich in den
Rückspiegel sah, traute ich meinen Augen nicht: da war eine riesige Staubwolke, die so dicht wie Londoner Nebel war. Muß super für die anderen
Verkehrsteilnehmer gewesen sein.
Du sagst:"weil viele nur an sich selbst denken...". Ich unterstelle hier:
Weil viele beim autofahren GAR NICHT denken.

7

Freitag, 10. Juni 2011, 14:07

Zitat

Original von IcemanX13
Eine perfekt Lösung wird es für Rettungsgassen nie geben. Zum einen wie schon erwähnt wird, händelt das jedes Land anders und so werden ausländische Lenker womöglich ebenso zur Behinderung werden, wie jene die mit einem "Hummer" durch die Gassen kutschieren.

Was die Tagente betrifft, so muss man auch sagen, dass es halt nicht einfach ist einen Elefanten durch ein Nadelöhr zu treiben.

Mir fällt auf, dass die Autfahrer durchaus bemüht sind, Einsatzfahrzeugen PLatz zu machen, doch oftmals stossen sie dabei an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Eben diese Tangente ist das beste Beispiel. Im Stau zu stecken und dann noch auszuweichen ist eine langwierige Sache, zumal der Tagente ein Pannenstreifen fehlt.


Generell ist Perfektion ja nur ein Traum, nicht nur im Strassenverkehr. Klar kann ein "echter" Ausländer zur Behinderung werden, doch echte ausländische Touristen, die mit dem Auto anreisen werden sowieso immer seltener. Wenn du die PKW's zB mit tschechischen, slowakischen, polnischen oder ungarischen Kennzeichen meinst, das sind meist Pendler, die sich hier gut auskennen.
Du meinst, daß die Autofahrer durchaus bemüht sind.... Ja manche schon,
doch eine Vielzahl bemerkt ja das Herannahen eines Einsatzfahrzeuges gar nicht!
Beispiel: Tunnel der Donauuferautobahn. Wir haben moderne Blaulichter, die
sämtliche reflektierenden Oberkopf Schilder dermassen anstrahlen, daß man einen herannahenden Einsatzwagen schon mehrere Hundert Meter bemerken müsste, auch wenn man ihn noch nicht sehen kann. Wir haben zusätzlich blaue Frontblitzer, die genau durch die Heckscheibe der meisten PKW's direkt auf den Rückspiegel leuchten.
Wir haben akustische Signale, die so laut sind, daß man sie ebenfalls sehr weit hören müsste. Wir blinken permanent mit der Lichthupe. All dies wird allzu oft nur vom jeweiligen Vordermann bemerkt. Weicht der dann endlich aus, beginnt das Spiel mit dem nächsten Auto, auf das man aufläuft.

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8

Freitag, 10. Juni 2011, 21:41

Ein Großteil unserer Autofahrer ist von Egoismus, Präpotenz und/oder Dummheit gekennzeichnet. Die ersten beiden Gruppen werden auf die Rettungsgassen pfeifen (I bin I), die letzteren sind einfach unfähig dazu.
Man braucht sich ja nur an einer stark befahrenen Zufahrtsstraße zu einem Spital (z.B. rund ums Wilhelminenspital)) ansehen, was sich da bei den eher häufigen Rettungseinsatzfahrten abspielt.

9

Sonntag, 12. Juni 2011, 12:38

Zitat

Original von kritzendorfer
Ein Großteil unserer Autofahrer ist von Egoismus, Präpotenz und/oder Dummheit gekennzeichnet. Die ersten beiden Gruppen werden auf die Rettungsgassen pfeifen (I bin I), die letzteren sind einfach unfähig dazu.
Man braucht sich ja nur an einer stark befahrenen Zufahrtsstraße zu einem Spital (z.B. rund ums Wilhelminenspital)) ansehen, was sich da bei den eher häufigen Rettungseinsatzfahrten abspielt.



Da hast du recht. Rund ums Willi spielt es sich oft ab. Auch drinnen! Mir unverständlich, warum so viele PKW's ausgerechnet die RettungsAUSfahrt
benützen wollen. Meinen die, sie könnten sich so aufgelaufene Parkgebühren sparen?
Da auf Spitalsgrund weder Blaulicht noch Folgetonhorn verwendet wird, können sich Leute (auch Taxler sind offenbar Leute) nicht vorstellen, daß ein Rettungswagen, der das Spitalsgelände verlassen will, bereits seinen nächsten Einsatz bekommen hat. Die sind dann ganz erstaunt, wenn wir sie, nach passieren des Ausfahrtsschrankens, der eigentlich den Rettungsfahrzeugen vorbehalten ist, dann per Blaulicht und Folgetonhorn auffordern, endlich Platz zu machen.
So nach dem Motto, ja wie soll ich denn das wissen, daß ihr im Einsatz seid.
Genau aus diesem Grund gibt es ja eine Ausfahrt, die ausschließlich Rettungsfahrzeugen vorbehalten SEIN SOLLTE !

10

Sonntag, 12. Juni 2011, 13:14

Das Thema "Rettungsgassen" scheint ein ganz unwichtiges "Minderheitenthema" zu sein.
Ganze 4 (!) Kommentare gibt es seit ich dieses Thema hereingestellt hab.
Natürlich sind die Einsatzlenker der verschiedenen Institutionen und Organisationen eine Minderheit, eine verschwindend kleine Minderheit von Staatsbürgern.
Aber nicht FÜR UNS gibt es die Einsatzfahrzeuge, denen jeder Verkehrsteilnehmer gewisse Sonderrechte einräumen muß, sondern für die Allgemeinheit.
Egal, ob es sich um Feuerwehr, Rettung, oder Polizei handelt. Die Einsatzlenker fahren nicht zu ihrem Vergnügen mit erhöhtem Risiko durch die Landschaft, sondern, weil es irgendwo einen Notfall gibt, zu dem sie gerufen, beziehungsweise, beordert werden.
Solange dieser Zusammenhang nicht wirklich von allen erkannt wird, sind "Schwierigkeiten" vorprogrammiert.
Ein oft erlebtes Phänomen beim überqueren einer Kreuzung bei ROT ist:
Die Lenker, die sich auf unterschiedlichen Fahrspuren bewegen, erkennen niemals gleichzeitig, daß ein Einsatzfahrzeug versucht, die Kreuzung zu queren. Das ist klar. Deshalb müssen wir ja genau drauf achten, daß jeder einzelne Lenker das Einsatzfahrzeug erkennt und ihm die Weiterfahrt ermöglicht.
So bewegen wir uns eine Fahrspur nach der anderen querend über die Kreuzung. Irgend eine Fahrspur scheint dabei gerade frei zu sein, Obacht, das ist die ganz gefährliche. Unter Garantie schießt da ein Wagen daher,
offensichtlich im Glauben, gerade die freie Wunderspur entdeckt zu haben.
Da erkennt er, warum die anderen alle stehenblieben, aber statt ebenfalls stehen zu bleiben machen viele das Folgende: Kopf zwischen die Schultern, Blick geradeaus und Vollgas. Wie es zu dieser schwachsinnigen Reaktion ist, das sollten einmal Fachleute untersuchen.
Vordergründig sollten alle Verantwortlichen die Zeit bis Jahresende nützen, um alle Verkehrstseilnehmer auf die neuen Regeln ab 2012 zu konditionieren.
Ich wäre für die Schaltung von schockierenden Fernsehspots, die aufzeigen, daß es in vielen (Einsatz) Fällen tatsächlich um Minuten geht.
Ein paar Minuten früher und der Patient hat eine Überlebenschance - ein paar Minuten später und der Patient ist schlicht und einfach tot.
Die Ausrede, daß solche Spots nur Eissalonbetreiberinnen sehen und sie dadurch wirkungslos wären, lasse ich nicht gelten.

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11

Sonntag, 12. Juni 2011, 14:27

@Egon41:
Hast vollkommen recht. Ohne nun langwierig auf einzelne Punkte einzugehen:
manche Lenker müssten einen Eurofighter erst SEHEN zur Wahrnehmung aufgrund der Geräuschkulisse im Innenraum...
Jedoch befürchte ich, dass aufgrund unterschiedlicher nationaler Regelungen das Chaos durch eine Mittelspur eher größer wird, auch registriert der Opa mit Hut evtl. keine neue Regelung und fährt verwirrt halt zickzack nach links UND rechts, soferne vorab die Batterie im Hörgerät nicht eh schon tagelang leer ist... ;-)

Doch ist das Thema zu ernst für Späße, darum erlaube ich mir einen kleinen Vorschlag:
ein Verkehrszeichen (gibt ja eh viel zu wenige), schlüssig deutbar, an Überkopfwegweisern etwa, um die Gesetzeslage jedem schnell darzubringen. Vorschlag: das "Reissverschlußsystemzeichen", umgedreht, mit Blaulicht in der Engstelle. Örtlich angepasst denkbar natürlich auch abgewandelt: links oder rechts freimachen. Blaulicht kennt jeder Fahrer jeder Nationalität und Sprache und so ein Verkehrszeichen wäre selbsterklärend.
Schilderflut?
Da kann man sicher auf etliche andere unsinnige Zeichen verzichten!
Sollte ich da einen konstruktiven Gedankenansatz ohne Meckerei gehabt haben, würde es mich freuen!

:wink: und DANKE im Namen mir unbekannter Unfallopfer etc., einem mir ebenfalls unbekanntem, engagierten Rettungsfahrer für solche Öffentlichkeitsarbeit! (Den KTS lesen sehr viele, auch Nichtaktive, und ich bin weder bei der Rettung noch beim RK oÄ. beschäftigt)

hgl

12

Sonntag, 12. Juni 2011, 18:43

Zitat

Original von hintergrundleser
@Egon41:
Hast vollkommen recht. Ohne nun langwierig auf einzelne Punkte einzugehen:
manche Lenker müssten einen Eurofighter erst SEHEN zur Wahrnehmung aufgrund der Geräuschkulisse im Innenraum...
Jedoch befürchte ich, dass aufgrund unterschiedlicher nationaler Regelungen das Chaos durch eine Mittelspur eher größer wird, auch registriert der Opa mit Hut evtl. keine neue Regelung und fährt verwirrt halt zickzack nach links UND rechts, soferne vorab die Batterie im Hörgerät nicht eh schon tagelang leer ist... ;-)

Doch ist das Thema zu ernst für Späße, darum erlaube ich mir einen kleinen Vorschlag:
ein Verkehrszeichen (gibt ja eh viel zu wenige), schlüssig deutbar, an Überkopfwegweisern etwa, um die Gesetzeslage jedem schnell darzubringen. Vorschlag: das "Reissverschlußsystemzeichen", umgedreht, mit Blaulicht in der Engstelle. Örtlich angepasst denkbar natürlich auch abgewandelt: links oder rechts freimachen. Blaulicht kennt jeder Fahrer jeder Nationalität und Sprache und so ein Verkehrszeichen wäre selbsterklärend.
Schilderflut?
Da kann man sicher auf etliche andere unsinnige Zeichen verzichten!
Sollte ich da einen konstruktiven Gedankenansatz ohne Meckerei gehabt haben, würde es mich freuen!

:wink: und DANKE im Namen mir unbekannter Unfallopfer etc., einem mir ebenfalls unbekanntem, engagierten Rettungsfahrer für solche Öffentlichkeitsarbeit! (Den KTS lesen sehr viele, auch Nichtaktive, und ich bin weder bei der Rettung noch beim RK oÄ. beschäftigt)

hgl



Ich finde deine Idee sehr gut, denn wenn es auf einmal neue Verkehrszeichen auf den Überkopfwegweisern gäbe, würden sich zumindest einige Lenker darüber informieren, was die denn bedeuten sollen. Nur wenn das Interesse des einzelnen Autofahrers geweckt werden kann, macht er sich eventuell schlau. Den Dumpfbacken und Lemmingen wird eine diesbezügliche Neuregelung erst dann bewusst, wenn sie für ihr Fehlverhalten das erste Mal gestraft werden.
Ebenfalls hast du recht, das dies ein ernstes Thema ist. Um dies ein wenig aufzulockern verrate ich ein internes Spiel: Wenn sich im Blickfeld meines Rettungswagens wer ganz besonders blöd und chaotisch verhält, dann stelle ich die Frage an den Beifahrer: "Tussi oder Koffer?".
Meine Treffsicherheit ist ca 70%, denn Männer und Frauen neigen zu unterschiedlichen Fehlverhalten.. ...

13

Montag, 13. Juni 2011, 09:00

dein "Kofferpickerl",...

schafft es immer noch mir ein "Lächeln" auf die Lippen zu zaubern,..und gerade bei diesem Thema,...würden wieder mal "viele" zum Zuge kommen, ....denk ich mal,... :wink:

lg
die politbiene

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »fr.politbiene« (13. Juni 2011, 10:13)


14

Montag, 13. Juni 2011, 09:26

RE: Rettungsgassen

Zitat

Original von Egon41

Ab Anfang 2012 tritt die Verordnung über Rettungsgassen in Kraft.....


Danke, dass du das hier schreibst, ich wusste das noch nicht !

Aber macht durchaus Sinn, wenn sich alle daran halten. Dazu bedarf es wahrscheinlich noch viel mehr Info im TV, Radio, Tageszeitung,...

Vielleicht kann ja die Krone damit anfangen, wenn sie es noch nicht hat ?

Man sollte sowieso nicht so knapp auf den Vordermann auffahren, dann kann man im Falle des Falles immer noch nach rechts oder links ausweichen, ich hab es bisher so gehandhabt, auch wenn dann manchmal diese Lücke von einem Drängler gleich ausgenutzt wird, um sich vorzudrängen, mit einem Blech um den Körper sind halt manche mutiger, bei der Kassa im Supermarkt passiert das nicht sooft. :-)

15

Montag, 13. Juni 2011, 16:46

RE: dein "Kofferpickerl",...

Zitat

Original von fr.politbiene
schafft es immer noch mir ein "Lächeln" auf die Lippen zu zaubern,..und gerade bei diesem Thema,...würden wieder mal "viele" zum Zuge kommen, ....denk ich mal,... :wink:

lg
die politbiene



Daran erinnerst Du Dich noch?
Freu mich, daß es Dich erheitert hat...

16

Montag, 13. Juni 2011, 17:01

RE: Rettungsgassen

Zitat

Original von kaulli

Zitat

Original von Egon41

Ab Anfang 2012 tritt die Verordnung über Rettungsgassen in Kraft.....


Danke, dass du das hier schreibst, ich wusste das noch nicht !

Aber macht durchaus Sinn, wenn sich alle daran halten. Dazu bedarf es wahrscheinlich noch viel mehr Info im TV, Radio, Tageszeitung,...

Vielleicht kann ja die Krone damit anfangen, wenn sie es noch nicht hat ?

Man sollte sowieso nicht so knapp auf den Vordermann auffahren, dann kann man im Falle des Falles immer noch nach rechts oder links ausweichen, ich hab es bisher so gehandhabt, auch wenn dann manchmal diese Lücke von einem Drängler gleich ausgenutzt wird, um sich vorzudrängen, mit einem Blech um den Körper sind halt manche mutiger, bei der Kassa im Supermarkt passiert das nicht sooft. :-)


Die Verordnung ab 2012 wird leider nur Autobahnen und mehrspurige Schnellstraßen betreffen. Meiner Meinung nach wäre es auch in der Stadt, zB am Gürtel in Wien äusserst hilfreich, dieses System anzuwenden.
Von der Adalbert Stifterstraße kommend über die Brücke einmündend in den dort zweispurigen Döblinger Gürtel, wo es eigentlich permanent Stau gibt, denn erst ab der Döblinger Hauptstraße sind mehr Spuren vorhanden.
Dort wäre die Rettungsgasse sehr hilfreich! In der Praxis aber ist es ein Slalom, denn (genau wie Hühner auf der Landstraße) fahren die Leute panisch nach rechts oder links, jedenfalls ohne Plan. Nur ganz selten gelingt eine Gasse. Dann denk ich mir, warum gelingt diese Gasse so selten.
Mehr als auf der Leitlinie zwischen den Spuren zu fahren und die Leute zu ermuntern, nach links bezw. rechts auszuweichen, kann ich nicht tun.

17

Montag, 13. Juni 2011, 22:06

RE: Rettungsgassen

Zitat

Original von Egon41
Wovon aber gar nicht gesprochen wird: Was wenn sich gar kein Stau ankündigt? Was wenn ein Rettungswagen, der einsatzmässig unterwegs ist, versucht, auf der Leitlinie zwischen ganz linker Spur und der nächsten, weiter rechts liegenden fahrend, mittels Blaulicht und Folgetonhorn und zusätzlichem Lichthupensignal ein Gasse im fließenden Verkehr zu öffnen.
Ich denke, wir sind wieder bei 90 % . 90% die nicht verstehen, was ich erwarte: die ganz links sollen nach links ausweichen, die anderen nach rechts.
Keiner bräuchte seine Fahrspur verlassen, dennoch wäre Platz genug zur Durchfahrt.


Wenn ich dich richtig verstanden habe:
Wieso um Gottes Willen willst du im Fließverkehr zwischen 2 Autos durchfahren, wenn der Verkehr von der linken/rechten Fahrspur(je nachdem wo du fährst) auf die Seite fahren kann?! Schneller bist du damit sicher nicht, es sei denn du bläst da mit 70-80 km/h zwischen den Autos durch, und so eine Fahrweise wär nichtmal durch eine Kinderreanimation zu rechtfertigen!!

mfg auch ein Einsatzfahrer

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »RaptorGsus« (13. Juni 2011, 22:09)


18

Dienstag, 14. Juni 2011, 09:51

RE: Rettungsgassen

Zitat

Original von Egon41

Die Verordnung ab 2012 wird leider nur Autobahnen und mehrspurige Schnellstraßen betreffen. Meiner Meinung nach wäre es auch in der Stadt, zB am Gürtel in Wien äusserst hilfreich, dieses System anzuwenden.
Von der Adalbert Stifterstraße kommend über die Brücke einmündend in den dort zweispurigen Döblinger Gürtel, wo es eigentlich permanent Stau gibt, denn erst ab der Döblinger Hauptstraße sind mehr Spuren vorhanden.
Dort wäre die Rettungsgasse sehr hilfreich! In der Praxis aber ist es ein Slalom, denn (genau wie Hühner auf der Landstraße) fahren die Leute panisch nach rechts oder links, jedenfalls ohne Plan. Nur ganz selten gelingt eine Gasse. Dann denk ich mir, warum gelingt diese Gasse so selten.
Mehr als auf der Leitlinie zwischen den Spuren zu fahren und die Leute zu ermuntern, nach links bezw. rechts auszuweichen, kann ich nicht tun.


Das Grundproblem stellt sich in erster Linie während der Rush-Hour und da glaube ich nicht, dass die Rettungsgassen auf diversen Straßen wie Gürtel, Ring, Triester Straße oder Tagente viel Abhilfe schaffen werden.
In einer völlig überfüllten Straße, müsste ausnahmlos alle Fahrer mitdenken und Platz schaffen und das ist bei unsere Autofahrer oftmals einfach nicht möglich.

Aber dennoch könnte man durchaus den Versuch starten und das eben auf solche Straßen umsetzen. Man wird ja dann sehen, was es gebracht hat.

19

Dienstag, 14. Juni 2011, 13:00

Kann das ein Problem sein?

Mit diesem Gesetz versucht man einerseits das Gesetz um die Freihaltung des Pannenstreifens (das schon seit 20 Jahren besteht) ausschließlich nur für Pannen und Einsatzfahrzeuge zu betätigen, weil sich niemand daran gehalten hat und auf die neue Verkehrssituation der verstopften Straßen für Rettungsfahrzeuge Rechnung zu tragen.

Sollte nicht langsam begriffen werden, wer als Verkehrsteilnehmer unterwegs ist sollte sich rücksichtsvoll und verantwortungsbewußt u.a. auf den Verkehr achtend vorwärtsbewegen. Das Auto sollte als Fortbewegungsmittel betrachtet werden und nicht als Ersatz für alle möglichen Vielfältig- und Vielschichtigkeiten des Menschen.

Es gibt ganz einfach eine Sicht nach vorne, über den Rückspiegel nach hinten, und über die Seitenspiegel zur Paralellfahrbahn. Dann gibt es die Verkehrsnachrichten wenn man sich neuralgischen Punkten nähert. Somit hätte man die Verkehrslage und ein tatsächlich unerwartetes Hindernis auf einen einstelligen Prozentpunkt reduziert.

20

Dienstag, 14. Juni 2011, 13:03

RE: Rettungsgassen

Zitat

Original von IcemanX13

Zitat

Original von Egon41

Die Verordnung ab 2012 wird leider nur Autobahnen und mehrspurige Schnellstraßen betreffen. Meiner Meinung nach wäre es auch in der Stadt, zB am Gürtel in Wien äusserst hilfreich, dieses System anzuwenden.
Von der Adalbert Stifterstraße kommend über die Brücke einmündend in den dort zweispurigen Döblinger Gürtel, wo es eigentlich permanent Stau gibt, denn erst ab der Döblinger Hauptstraße sind mehr Spuren vorhanden.
Dort wäre die Rettungsgasse sehr hilfreich! In der Praxis aber ist es ein Slalom, denn (genau wie Hühner auf der Landstraße) fahren die Leute panisch nach rechts oder links, jedenfalls ohne Plan. Nur ganz selten gelingt eine Gasse. Dann denk ich mir, warum gelingt diese Gasse so selten.
Mehr als auf der Leitlinie zwischen den Spuren zu fahren und die Leute zu ermuntern, nach links bezw. rechts auszuweichen, kann ich nicht tun.


Das Grundproblem stellt sich in erster Linie während der Rush-Hour und da glaube ich nicht, dass die Rettungsgassen auf diversen Straßen wie Gürtel, Ring, Triester Straße oder Tagente viel Abhilfe schaffen werden.
In einer völlig überfüllten Straße, müsste ausnahmlos alle Fahrer mitdenken und Platz schaffen und das ist bei unsere Autofahrer oftmals einfach nicht möglich.

Aber dennoch könnte man durchaus den Versuch starten und das eben auf solche Straßen umsetzen. Man wird ja dann sehen, was es gebracht hat.


In Spitzenzeiten in einer Großstadt ein größtenteils sinnlosen Unterfangen.

Das Problem liegt nicht bei der Anfahrt in die Spitäler hier könnte man Straßenzüge vor allem die querenden Straßen von Straßenzüge durch die Ampelphasen regeln. Das Problem liegt bei der Zu- und Abfahrt von Unfallsorten.

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