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Sonntag, 17. April 2011, 01:02

RE: Zwei Klassen Patienten

Zitat

Original von gloria121

Also ich würd behaupten, dass ich wesentlich lieber von einem Arzt operiert werde, der Operation anständig und regelmässig durchführt - währenddessen in manchen chirurgischen Fächern die Chefs das nicht mehr regelmässig tun.
....


Das stimmt!!!

Ich habe auch das Glück bei einer so genannten "Kleinen Kasse" versichert zu sein und gehe nur zu (jüngeren) Fachärzten, die nicht die GKK haben, sondern nur meine und andere "Kleine".
Die sind - wie gesagt - praxisbezogener als die Herren Professoren und in deren Ordination gibt es auch (fast) keine Wartezeiten.

22

Sonntag, 17. April 2011, 07:52

RE: Zwei Klassen Patienten

Zitat

Original von roughrider
Jo, es geht immer mehr in Richtung zwei (oder drei) klassen Medizin …Hauptsache den Banken können wir die Milliarden in den Hintern schieben …beschweren sie sich bei den ganzen
neokonservativen Pack ….(und deren hirnlosen Wählern)




.



ein typisches posting à la rorschach... hirnlose hetzerei und verleumdung, absolut null zum thema..

denn :

* das akh ist im stockroten wien
* sonderklassepatienten zahlen eben einfach deutlich mehr

* das "neokonservative pack" hat dort überhaupt nichts zu sagen, ausschliesslich rorschachs rotgrüne freunderln

... aber blöd herumstänkern und andere beschimpfen, anstatt zu erkennen/zuzugeben dass seine genossen dafür die alleinverantwortung tragen.

( jeglicher zusammenhang mit der von rorschach-tests betroffenen gruppe ist natürlich rein zufällig.... :smile: )

23

Sonntag, 17. April 2011, 07:59

RE: Zwei Klassen Patienten

Zitat

Original von newpete
Ich frage mich schon lange, warum in KH stilles Mineralwasser verteilt wird. Das ist (zumindest in Wien) völlig unnötig, da das Wasser aus der Wasserleitung besser ist, als abgepacktes Wasser, das ja keimfrei gemacht werden musste.

Daher ist das ein richtiger Schritt.

Und ob die Sonderklasse weiter mit unnötigen Mineralwasser versorgt wird oder nicht ist mit wurst. Ich würde das Flaschenwasser ohnehin nicht trinken.


Für mich macht Mineralwasser auch nur bei zwei Patientengruppen wirklich Sinn. Erstens natürlich bei Umkehrisolation, zweitens bei Palliativpatienten.

Zitat

Das ist aber - wie schon bemerkt - nicht wirklich ein Problem. Das Problem ist, dass Klassepatienten bevorzugt werden. Da operiert z.B. immer der Chef, während bei normalen die Lehrbuber herandürfen.


Turnusärzte dürfen in Österreich nicht operieren. Ich weiß, durch Serien wie Scrubs, Greys Anatomy, usw. hat man oft ein anderes Bild, aber es ist nicht so, dass man frisch von der Uni kommt und am nächsten Tag im OP steht.

Zitat

Nichts dagegen, aber auch der OP-Plan und die Personaleinteilung sollte zufällig (vom Computer) verteilt werden. Dass eben der Klassepatient den Lehrbuben und der normale den Chef bekommen kann.


Das wäre eben keine gute Idee. Beim Erstellen eines OP-Plans wird sich schon etwas gedacht und nicht, wer ist SKM und wer AKL-Patient. Große OPs werden morgens angesetzt, fachintern gibt es auch Aufteilung bei den Ärzten wer was operiert (was nicht heißt, dass es die anderen im Notfall nicht können, aber es sind eben Spezialgebiete), dringende Eingriffe müssen vorher angesetzt werden, Pat. mit Allergien (z.B. Latex) müssen als Erstes drankommen, Pat. mit Infektionskrankheiten als Letztes, OPs, die "halbsteril" ablaufen, werden hinten gereiht, ältere, multimorbide Patienten früher, bei manchen müssen vorher noch präoperative Untersuchungen stattfinden, die kommen später dran, usw. usf.

Dazu kommt, dass nicht jeder Arzt an jedem Tag Zeit hat, weil Konsiliardienst, Notarztdienst, Ambulanztage, etc. Für einen Laien schaut das vlt. schaut das alles ganz einfach aus, aber in Wirklichkeit steckt da etwas mehr dahinter.
Unsere OPs (alleine 3 OPs von "meinem" Fachgebiet) laufen planmäßig bis 19 Uhr, da ist klar, dass der Großteil der Patienten nicht als Erstes drankommt, nur will halt jeder Erster sein.

Warum die Wartezeiten so lang sind, kann ich dir auch gerne beantworten: Betten-/Personalabbau kombiniert mit zuwenig an Versorgungsmöglichkeiten rein pflegebedürftiger Patienten.

Zitat

Gründsätzlich ist allerdings zu bemerken, dass die Sonderklasse in normalen Spitälern gar nichts zu suchen hat. Diese soll in separaten KH organisiert werden. Dann gibt es derartige Sonderbarkeiten wie etwa ob Minderalwasser gar nicht.


Von was glaubst du, finanzieren sich die Krankenhäuser zu einem großen Teil?

24

Sonntag, 17. April 2011, 08:19

@lin84

Ich lese die Meinungen darüber immer mit. Habe aber nur zweimal was dazu geschrieben. Du hast natürlich in allen Punkten Recht. Wer keinen Einblick hat, verlässt sich auf`s blöde hetzen.
Habe lange genung Erfahrung, in fast allen Richtungen in Spitälern. Da spürst dann als Schwester die OP.Patienten vorzubereiten hat den ganzen Zorn, den die Hetze schon erzeugt hat. Wann komm ich dran.... na eh kloar, die SK Leute werden halt vorgnommen, i konn jo eh hungern den gonzen Tog. Usw, kommt dann gar noch ein Akutfall dazu, dann ist die Hölle geheizt. Solidarität mit einem potentiellen Opfer gibt es kaum.
Die langen Wartezeiten, für leider schon viele OP`s kommt natürlich von den Einsparungen,wie du schon so super geschrieben hast. Wenn immer mehr Akutbetten abgebaut werden müssen, immer mehr Personal eingespart werden muß, aber dabei immer mehr alten oder pflegebedürftige Patienten auf den ohnehin schon immer weniger werdenden Akutbetten liegen, werden die Wartezeiten halt immer länger.ich denke wer noch ne in einem Krankenhaus gelegen ist, geschweige denn dort gearbeitet hat, der kann sich gar nicht vorstellen, wie die Situation oftmals ist. Gangebtten, die Zimmer mit Notbetten so angefüllt, dass Pat. nicht mal mehr auf die Toilette gehen können, wenn sie in der "letzten Reihe" liegen. Geschweige denn, wie es den Personal geht, wenn es da zu einem Notfall kommt. Hetzen ist bald erledigt, aber wirklich was begreifen, dazu brauchts denn doch Verstand.
Na ja wenn es so weitergeht, das Geldbei den Kassen immer knapper wird, werden die Zustände noch viel schlechter werden.
GsD konnte ich mich den Druck noch ein wenig entziehen, ich habe mir trotz damals schon bestehendem Puntesystems einfach die Zeit zur Pflege genommen. War für mich nicht leicht, da ich die "verlorene Zeit" ja irgendwie einbringen mußte. Also keine Pause, bei 12 Stundentag, oder einmal nicht Toiletten selber geputzt wenn ein Pat. es nicht mehr ganz geschafft hat. Für das verbliebene Personal, wird die Arbeit immer mehr, zumal schon 60% mit Schreibarbeiten verbraucht werden. MUSS SO SEIN!!! Da brauchts dann schon Mut, gegen diesen Strom anzuschwimmen.
Und klar, die SK in den öffentlichen Krankenhäuser, müssen %Anteile haben, sie bezahlen eigentlich die Häuser zum großen Teil.

25

Sonntag, 17. April 2011, 08:24

RE: Zwei Klassen Patienten

Zitat

Original von gwisssteirisch

Zitat

Original von roughrider
Jo, es geht immer mehr in Richtung zwei (oder drei) klassen Medizin …Hauptsache den Banken können wir die Milliarden in den Hintern schieben …beschweren sie sich bei den ganzen
neokonservativen Pack ….(und deren hirnlosen Wählern)




.



ein typisches posting à la rorschach... hirnlose hetzerei und verleumdung, absolut null zum thema..

denn :

* das akh ist im stockroten wien
* sonderklassepatienten zahlen eben einfach deutlich mehr

* das "neokonservative pack" hat dort überhaupt nichts zu sagen, ausschliesslich rorschachs rotgrüne freunderln

... aber blöd herumstänkern und andere beschimpfen, anstatt zu erkennen/zuzugeben dass seine genossen dafür die alleinverantwortung tragen.

( jeglicher zusammenhang mit der von rorschach-tests betroffenen gruppe ist natürlich rein zufällig.... :smile: )


Na ja was willst von einem Typen der eigentlich wenn es ums Denken geht, nur Stroh im Kopf hat. Gerade das AKH ist war und wird leider immer sein, das Statussymbol der ROTEN in Wien. Er begreift nicht, dass es der Bürgermeister der zugleich ja auch der LH ist, sein Geld einteilen kann. Er sollte halt für sein Prestigeobjekt mehr Geld ausgeben, als für alle anderen unnötigen Dinge.
Er begreift ja auch kaum Zusammenhänge, obwohl er ja zur wählenden "Bildungselite" gehört. Ob er das selber eigentlich weiß???

26

Sonntag, 17. April 2011, 08:31

RE: Zwei Klassen Patienten

Zitat

Original von gloria121

Zitat

Original von newpete

Das ist aber - wie schon bemerkt - nicht wirklich ein Problem. Das Problem ist, dass Klassepatienten bevorzugt werden. Da operiert z.B. immer der Chef, während bei normalen die Lehrbuber herandürfen. Nichts dagegen, aber auch der OP-Plan und die Personaleinteilung sollte zufällig (vom Computer) verteilt werden. Dass eben der Klassepatient den Lehrbuben und der normale den Chef bekommen kann.

Gründsätzlich ist allerdings zu bemerken, dass die Sonderklasse in normalen Spitälern gar nichts zu suchen hat. Diese soll in separaten KH organisiert werden. Dann gibt es derartige Sonderbarkeiten wie etwa ob Minderalwasser gar nicht.


Also ich würd behaupten, dass ich wesentlich lieber von einem Arzt operiert werde, der Operation A städnig und regelmässig durchführt - währenddessen in manchen chirurgischen Fächern die Chefs das nicht mehr regelmässig tun.

Du sagst es. Ich mußte immer lachen, wenn sich ein SK Patient eingebildet hat, der Chef müsse ihm das Blut abnehmen. Na er hatte ja das Recht den Chef dazu zu verlangen. Der Pat. konnte nur gar nicht wissen, dass derChef diese Arbeit schon jahrelang nicht mehr gemacht hat, jede Schwester es besser gekonnt hätte, weil sie es fast täglich machen muss. Von den Secuntarärzten ganz abgesehen, fürdie ist es ja das tägliche Brot schlechthin. Nach diesen BA ist dann mache Hand ganz schön blau gewesen, wir hatten dann die Umschläge zu machen. Oft war aber noch nicht mal ein wenig Blut im Vakutenasystem, sodas die BA einfach "nicht mehr nötig" war. Na ja der Chef war am Werk!!!

Was im Klartext bedeutet, dass der gewöhnliche Facharzt wesrentlich mehr Routine hat als der Abteilungsleiter, wenn der nur dann operiert, wenn es für ihn Kohle dafür gibt.
Und ich kenn ein solches Beispiel - der betreffende Arzt ist schon ein paar Jahre tot, aber der hat nur SK operiert, alles andere machten seine Fachärzte. Und einem solchen will ich nicht in die Hände fallen....

Und sogen. Lehrbuben dürfen gar nicht operieren - das sind schon die ausgebildeten Fachärzte, die das machen....

Seien wir doch froh, dass die SK in die normalen Spitäler gehen, die finanzieren zu einem Gutteil die Spitäler....

27

Sonntag, 17. April 2011, 08:49

RE: Zwei Klassen Patienten

Zitat

Original von winter13
Du sagst es. Ich mußte immer lachen, wenn sich ein SK Patient eingebildet hat, der Chef müsse ihm das Blut abnehmen. Na er hatte ja das Recht den Chef dazu zu verlangen. Der Pat. konnte nur gar nicht wissen, dass derChef diese Arbeit schon jahrelang nicht mehr gemacht hat, jede Schwester es besser gekonnt hätte, weil sie es fast täglich machen muss. Von den Secuntarärzten ganz abgesehen, fürdie ist es ja das tägliche Brot schlechthin. Nach diesen BA ist dann mache Hand ganz schön blau gewesen, wir hatten dann die Umschläge zu machen. Oft war aber noch nicht mal ein wenig Blut im Vakutenasystem, sodas die BA einfach "nicht mehr nötig" war. Na ja der Chef war am Werk!!!


:smile: :up

Ja, das finde ich auch immer lustig zum zuschauen. Da tropft der Schweiß, es wird fleißig geklopft, literweise Desinfektionsmittel auf den Arm geschüttet und dem Patienten (und uns) wird eingeredet, dass er soooo schlechte Venen habe (gerne wird dann auch der Begriff "Rollvenen" verwendet), obwohl man selbst schon 10 wunderbare Stellen entdeckt hätte (was man aber dem Chef nicht verraten darf; wie sieht denn das aus, wenn er bloß gestellt wird). :smile:
Komischerweise fällt bei diesen Patienten viel seltener eine Laborkontrolle an.

28

Sonntag, 17. April 2011, 08:55

RE: Zwei Klassen Patienten

Zitat

Original von Lin84

Zitat

Original von winter13
Du sagst es. Ich mußte immer lachen, wenn sich ein SK Patient eingebildet hat, der Chef müsse ihm das Blut abnehmen. Na er hatte ja das Recht den Chef dazu zu verlangen. Der Pat. konnte nur gar nicht wissen, dass derChef diese Arbeit schon jahrelang nicht mehr gemacht hat, jede Schwester es besser gekonnt hätte, weil sie es fast täglich machen muss. Von den Secuntarärzten ganz abgesehen, fürdie ist es ja das tägliche Brot schlechthin. Nach diesen BA ist dann mache Hand ganz schön blau gewesen, wir hatten dann die Umschläge zu machen. Oft war aber noch nicht mal ein wenig Blut im Vakutenasystem, sodas die BA einfach "nicht mehr nötig" war. Na ja der Chef war am Werk!!!


:smile: :up

Ja, das finde ich auch immer lustig zum zuschauen. Da tropft der Schweiß, es wird fleißig geklopft, literweise Desinfektionsmittel auf den Arm geschüttet und dem Patienten (und uns) wird eingeredet, dass er soooo schlechte Venen habe (gerne wird dann auch der Begriff "Rollvenen" verwendet), obwohl man selbst schon 10 wunderbare Stellen entdeckt hätte (was man aber dem Chef nicht verraten darf; wie sieht denn das aus, wenn er bloß gestellt wird). :smile:
Komischerweise fällt bei diesen Patienten viel seltener eine Laborkontrolle an.


:up :up :smile: :wink: So ist es. Leider konnte ich nie laut lachen. Der Chef wäre ja "gebürstet" gewesen. Aber klar, die BA waren auf einmal gar nicht so oft nötig. Ich denke da auch mit einem Grinsen im Gesicht an die Verbandswechsel. Wen zumindest der OA diese zu machen hatte!!! Na ja beim Helfen allein musste ich schon oft lachen: Verbinden ist nicht mit OA oder Chefs unvereinbar!!! Der arme Pat. hätte oft nicht mal den Weg zur Toillete oder zum Waschbecken geschafft mit dem verpassten verband. Aber der OA war erst mal am Werk. :smile: :smile:

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29

Sonntag, 17. April 2011, 09:21

RE: Zwei Klassen Patienten

Zitat

Original von winter13
:up :up :smile: :wink: So ist es. Leider konnte ich nie laut lachen. Der Chef wäre ja "gebürstet" gewesen. Aber klar, die BA waren auf einmal gar nicht so oft nötig. Ich denke da auch mit einem Grinsen im Gesicht an die Verbandswechsel. Wen zumindest der OA diese zu machen hatte!!! Na ja beim Helfen allein musste ich schon oft lachen: Verbinden ist nicht mit OA oder Chefs unvereinbar!!! Der arme Pat. hätte oft nicht mal den Weg zur Toillete oder zum Waschbecken geschafft mit dem verpassten verband. Aber der OA war erst mal am Werk. :smile: :smile:


Man könnte glauben, du hast auf meiner Station gearbeitet :smile:
"Wundkontrolle" ist natürlich eine ärztliche Tätigkeit. Die Befundung lautet dann entweder "is eh sche" oder "is ned so sche".
Auf die Frage, welches Verbandsmaterial man verwenden soll (bereits mit innerlichem Grinser) folgt ein "wos homa denn do?". Da kannst eh schon nimmer recht aus, als ihm die Worte in den Mund zu legen. Rein zufällig wollten sie immer genau das, was man vorschlägt (bei ganz hartnäckigen "Göttern-in-Weiß-Exemplaren" immer das Gegenteil). :smile:
Das ganze kann man auch auf Ausschläge im Zusammenhang mit der Verabreichung von Salben übertragen.

Ärzte sind halt ein eigenes Volk, aber man lernt schon, wie man seinen Willen durchsetzt, ohne ihr Ego zu anzukratzen und sie in dem Glauben lässt, dass sie wie immer die richtigen Anordnungen getroffen haben. So können sie dann glücklich und in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt ihr Werk fortsetzen.

Kennst du auch die "Sag- mir-nach-jedem-Handgriff-wie-toll-ich-das-gemacht-habe-und-du-kannst-mich-ohne-Gemurre-ertragen-zu-müssen-um-3-Uhr-morgens-wecken"-Spezies?

30

Sonntag, 17. April 2011, 10:20

RE: Zwei Klassen Patienten

Zitat

Original von Lin84

Zitat

Original von winter13
:up :up :smile: :wink: So ist es. Leider konnte ich nie laut lachen. Der Chef wäre ja "gebürstet" gewesen. Aber klar, die BA waren auf einmal gar nicht so oft nötig. Ich denke da auch mit einem Grinsen im Gesicht an die Verbandswechsel. Wen zumindest der OA diese zu machen hatte!!! Na ja beim Helfen allein musste ich schon oft lachen: Verbinden ist nicht mit OA oder Chefs unvereinbar!!! Der arme Pat. hätte oft nicht mal den Weg zur Toillete oder zum Waschbecken geschafft mit dem verpassten verband. Aber der OA war erst mal am Werk. :smile: :smile:


Man könnte glauben, du hast auf meiner Station gearbeitet :smile:
"Wundkontrolle" ist natürlich eine ärztliche Tätigkeit. Die Befundung lautet dann entweder "is eh sche" oder "is ned so sche".
Auf die Frage, welches Verbandsmaterial man verwenden soll (bereits mit innerlichem Grinser) folgt ein "wos homa denn do?". Da kannst eh schon nimmer recht aus, als ihm die Worte in den Mund zu legen. Rein zufällig wollten sie immer genau das, was man vorschlägt (bei ganz hartnäckigen "Göttern-in-Weiß-Exemplaren" immer das Gegenteil). :smile:
Das ganze kann man auch auf Ausschläge im Zusammenhang mit der Verabreichung von Salben übertragen.

Ärzte sind halt ein eigenes Volk, aber man lernt schon, wie man seinen Willen durchsetzt, ohne ihr Ego zu anzukratzen und sie in dem Glauben lässt, dass sie wie immer die richtigen Anordnungen getroffen haben. So können sie dann glücklich und in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt ihr Werk fortsetzen.

Kennst du auch die "Sag- mir-nach-jedem-Handgriff-wie-toll-ich-das-gemacht-habe-und-du-kannst-mich-ohne-Gemurre-ertragen-zu-müssen-um-3-Uhr-morgens-wecken"-Spezies?



Na ja ich glabe, dass diese Situation auf fast allen Stationen gleich ist. Im Grunde genommen, kannst nach der natürlich gegebenen ärztlichen Begutachtung von Wundedn, die nötige Therapie dazu, den lieben Ärzten fast alles einreden. Sie werden hingebungsvoll nicken. eigentlich zum Lachen, aber bitte wie du sagst nicht so direkt, sonst ist das Egö doch ein wenig angekratzt. Diplomatie ist angesagt. Die kannst aber mit Charm ganz leicht überwinden.
Ja natürlich kenne ich dieses "sag mir wie toll ich bin Verhalten. Und natürlich habe ich die Bäuchlein gepinselt. Hat bei manchen ein unheimliches Glücksgefühl ausgelöst. Ein Geben und Nehmen war angesagt. Natürlich hat es auch so manchen harten Diskurs gegeben. Und ich habe dabei auch oft gewonnen. Kannst aber nur machen, wenn sich der Arzt doch 100%ig auf dich verlassen kann. Wenn er weiß, dass du deine Grenzen nicht übersteigst, dass er es ist der die Therapie angibt er auch die Verantwortung dafür trägt. Das ist genau der Grenzgang den du immer wieder hast. Ich habe den Schülerinnen schon immer gesagt: Quasi als Gebet für ALLE Situationen in Stein gemeiselt: IHR MACHT NICHTS WAS IHR NICHT GELERNT HABT, WAS EUCH NICHT ZUSTEHRT, übersteig niemals eure Kompetenzen, eure Fähigkeiten. Selbst in Situationen, die ihr schon könnt, sie gelernt habt, aber wenn ihr unsicher seid, fragt den Arzt und gebt zu, dass ihr bei der angegeben Arbeit nicht sicher seid. Der Pat. steht immer im Mittelpunkt.

31

Sonntag, 17. April 2011, 10:22

RE: Zwei Klassen Patienten

Zitat

Original von aixigirl

Ja eben, Schweinefleisch wird nicht von allen gegessen und Leitungswasser wird nicht von allen getrunken- na wenn alle Leitungswasser trinken müssen, dann darf es auch keine Sonderkost (außer für Diabetiker etc.) auf Grund irgendwelcher religiösen Empfindlichkeiten geben, und auch keine Dolmetscher mehr, auch da könnte man sparen.


Schweinefleisch wird nicht nur nicht von allen gegessen, sondern ist auch aus medizinischen Gründen oft verboten.

Warum allerdings nicht alle Leitungswasser trinken sollten, frage ich mich schon. Wasser braucht der Körper in jeder Phase. Da braucht es auch kein teures Flaschenwasser. Das Wasser aus der Leitung ist für alle geeignet. Den dümmlichen letzen Teil kommentiere ich einfach nicht

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »newpete« (17. April 2011, 10:28)


32

Sonntag, 17. April 2011, 11:12

RE: Zwei Klassen Patienten

Wenn die Fremden nicht unser Sozialsystem inkl.Spital ausnutzen würden, unsrige drauf schauen, dass, das nicht passieret und die Politik Gesetze macht die anwendbar sind nicht umgangen werden können,dann habne wir genug Geld in den Kassen.
Im übrigen werden teure Reinigungstücher in Spitälern verwendet!
Wasser und Seife reinigt um einiges besser, warum macht man das nicht?
ptzm. :-)
:-)

33

Sonntag, 17. April 2011, 16:32

RE: Zwei Klassen Patienten

Zitat

Original von putzmunter
Wenn die Fremden nicht unser Sozialsystem inkl.Spital ausnutzen würden, unsrige drauf schauen, dass, das nicht passieret und die Politik Gesetze macht die anwendbar sind nicht umgangen werden können,dann habne wir genug Geld in den Kassen.
Im übrigen werden teure Reinigungstücher in Spitälern verwendet!
Wasser und Seife reinigt um einiges besser, warum macht man das nicht?
ptzm. :-)
:-)


Zum ersten Teil stimme ich 100%ig zu. Sehen nur nicht alle so.
beim 2ten Teil sage ich, Seife und Wasser reinigen sicher gut. Leider aber musst wegen der immer resistenderen Keime schon mal starke zu Des.mittel greifen. Leider!!

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Hobbys: Sammeln von gültigen Geldscheinen

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34

Sonntag, 17. April 2011, 18:09

Privatpatienten

Zitat

Original von uwi1976
Es geht ja nicht nur um dieses bescheuerte Mineralwasser,
das ist nur ein winzig kleiner Teil des gesamten Problems.

Die Schere weitet sich immer weiter aus.
- Privatpatienten bekommen ein schickes Einzelzimmer
- Allg.Klasse Pat. werden auf dem Flur abgestellt

- Privatpatienten warten in der Ambulanz oder Ordination allerhöchstens 1 Stunde
- Allg.Klasse Patienten mindestens 1 Stunde

- Spezialuntersuchungen (z.B. MRT) für Privat.Pat. können innerhalb von
wenigen Tagen erledigt werden
- für Allg.Klasse sind erst Wochen oder Monate später Termine frei -> währenddessen
dürfen Sie die Schmerzen voll genießen

- Privatpatienten erhalten idR innerhalb von 14 Tagen einen OP-Termin
- die Allg. Klasse darf dann im nächsten Jahr mal höflich nachfragen, ob zufällig was möglich ist
falls sie dann noch am Leben sind

usw. usf. es gibt sicher noch hunderte Beispiele für die gravierenden Klassenunterschiede



Ja,
die gibt es.

Bei Privatpatienten werden schmerzhafte
Erektionen fellativ behandelt.
Kassenpatienten werden hiebei zu aktiver
Therapiemitarbeit angehalten.

AB206

35

Sonntag, 17. April 2011, 18:20

RE: Privatpatienten

Zitat

Original von agustabell206

Zitat

Original von uwi1976
Es geht ja nicht nur um dieses bescheuerte Mineralwasser,
das ist nur ein winzig kleiner Teil des gesamten Problems.

Die Schere weitet sich immer weiter aus.
- Privatpatienten bekommen ein schickes Einzelzimmer
- Allg.Klasse Pat. werden auf dem Flur abgestellt

- Privatpatienten warten in der Ambulanz oder Ordination allerhöchstens 1 Stunde
- Allg.Klasse Patienten mindestens 1 Stunde

- Spezialuntersuchungen (z.B. MRT) für Privat.Pat. können innerhalb von
wenigen Tagen erledigt werden
- für Allg.Klasse sind erst Wochen oder Monate später Termine frei -> währenddessen
dürfen Sie die Schmerzen voll genießen

- Privatpatienten erhalten idR innerhalb von 14 Tagen einen OP-Termin
- die Allg. Klasse darf dann im nächsten Jahr mal höflich nachfragen, ob zufällig was möglich ist
falls sie dann noch am Leben sind

usw. usf. es gibt sicher noch hunderte Beispiele für die gravierenden Klassenunterschiede



Ja,
die gibt es.

Bei Privatpatienten werden schmerzhafte
Erektionen fellativ behandelt.
Kassenpatienten werden hiebei zu aktiver
Therapiemitarbeit angehalten.

AB206



Ich kann dir gerade nicht ganz folgen. Aber Priapismus MUSS bei allen Pat. SOFORT behandelt werden.Ansonsten kannst dein Familiensilber nur mehr zum Pip machen gebrauchen. Hält der "Dauerhafte" länger als 12 Stunden stand ist es vorbei. Aber für IMMER!!! :evilgrins: :evilgrins: :evilgrins: :-c :-c :-c

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