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23.08.2017 - 17:25
Foto: thinkstockphotos.de

Wie Sie sich richtig von Ihrem Partner trennen

26.10.2016, 09:30

Schlimm genug, wenn eine Beziehung in die Brüche geht - durch eine unsensible Art der Trennung wird die Situation für alle Beteiligten aber noch einmal ungleich schlimmer. Welche Fehler Sie vermeiden sollten und wie Sie richtig Schluss machen, erfahren Sie hier.

Wie es nicht funktioniert

Natürlich wäre es einfach, seine Sachen heimlich zu packen, einen Zettel zu hinterlassen und einfach zu verschwinden oder das Aus per SMS, WhatsApp oder E- Mail zu verkünden. Das kann im negativen Sinn nur mehr durch ein öffentliches Posting auf Facebook, Twitter & Co. getoppt werden.

Dennoch kommen diese Varianten im echten Leben immer wieder vor, denn sie sind die einfachste Art der Trennung für denjenigen, der zuerst den Entschluss zum Beziehungsaus gefasst hat. Schließlich vermeidet man hier die direkte Auseinandersetzung mit dem Partner und überlässt ihn seiner Trauer, Wut und seinen Fragen ganz allein. Genau deshalb sind diese Varianten auch so verletzend. Denn zum einen entsteht bei Ihrem Ex- Partner das Gefühl, die Beziehung wäre Ihnen nichts wert gewesen, wenn Sie so einfach Schluss machen, und zum anderen fehlt die Chance auf ein letztes, klärendes Gespräch.

Auch ist es unfair, das Beziehungsende so lange vor sich her zu schieben, bis man im Hintergrund bereits die Weichen für das neue Leben gestellt hat, sprich: bis man eine/n neue/n Partner/in und/oder eine andere Bleibe gefunden hat. Das hinterlässt bei Ihrem Partner das Gefühl, nur Notnagel gewesen und derb hintergangen worden zu sein.

Eine weitere unfaire Strategie beinhaltet, sich so zu benehmen, bis der Partner von sich aus Schluss macht: Aggression, Fremdgehen oder Nichtbeachtung. Denn was man davor noch durch ein normales Gespräch hätte zu Ende bringen können, wird nach derartigen Verhaltensweisen zwangsläufig zu einem handfesten Konflikt.

Aber auch wenn man das Gespräch zum richtigen Zeitpunkt gesucht hat, kann man vieles falsch machen. Ein Klassiker ist, sich selbst als Unschuldslamm aus der Affäre ziehen zu wollen. Gestehen Sie sich ein, dass am Scheitern einer Beziehung im Normalfall beide Partner - wenn auch oft zu ungleichen Anteilen - Schuld tragen. Genauso sollten durchschaubare, hohle Floskeln wie "Du bist einfach zu gut für mich" vermieden werden - es ist klar, dass der eigentliche Grund ein anderer ist, und das löst beim anderen nur Wut aus.

Wie Sie sich richtig trennen

Das Wichtigste ist, dass Sie sich über die Situation und Ihre Gefühle im Klaren sind. Gibt es keinen Weg zurück, ist die Beziehung wirklich zum Scheitern verurteilt, ziehen Sie einen klaren Schlussstrich ohne Aufschub. An einem klärenden Gespräch führt dabei leider kein Weg vorbei. Merken Sie bereits in der ersten Phase der Beziehung, dass Sie mit gewissen Eigenschaften oder Angewohnheiten Ihres Partners nicht umgehen können bzw. dass Ihre Vorstellungen in wichtigen Fragen weit auseinander gehen, ist es besser, das zu thematisieren - und zwar schnell. Sich einen Partner schönzureden, kann nur bedingt funktionieren. Ehrlichkeit hilft. Denn in der ersten Zeit tut das Aus noch nicht so weh.

Ein klärendes Gespräch hilft beiden Seiten dabei, die Beziehung aufzuarbeiten. Und das ist absolut notwendig - schließlich gilt es, aus einer Trennung Erkenntnisse für zukünftige Beziehungen zu ziehen. Sie müssen besprechen, warum es zwischen Ihnen nicht funktionieren konnte, sonst riskiert Sie, sich in Selbstzweifeln und Vorwürfen zu verlieren. Der Satz "Lass uns Freunde bleiben" kann nur im Anschluss an ein Gespräch im Guten ausgesprochen werden. Dennoch wird es eine Zeit lang dauern, bis Sie einen halbwegs normalen Umgang miteinander pflegen können.

Gefühle akzeptieren

Emotionen haben die Beziehung entstehen lassen und Emotionen begleiten leider auch das Ende. Das ist in Ordnung, und je mehr Verständnis Sie dafür zeigen, desto besser wird das Auseinandergehen verlaufen. Wahrscheinlich wird Ihre Entscheidung für Ihren Partner recht überraschend kommen und die Reaktion sehr heftig sein. Versuchen Sie trotzdem, Verständnis zu zeigen. Sie hatten Zeit, sich auf das Gespräch vorzubereiten, Ihr Partner nicht.

Versuchen Sie trotz allem, auch die schönen Aspekte der vergangenen Beziehung noch einmal hervorzuholen: Bedanken Sie sich bei Ihrem Partner für die schönen Momente und Erlebnisse, die Sie zusammen hatten.

Wirtschaftliche Aspekte sollten Sie nach Möglichkeit in einem eigenen Gespräch durchgehen. Denn dazu sollten die emotionalen Auswirkungen schon ein wenig verarbeitet worden sein, damit die Finanzen dann in einem normalen Gefühlszustand besprochen werden können.

Normaler Umgang

Sie sollten sich nach dem Trennungsgespräch um einen normalen Umgang mit Ihrem Partner bemühen. Beantworten Sie seine Nachrichten und gehen Sie nach Möglichkeit ans Telefon, wenn er/sie anruft. Haben Sie das Gefühl, er/sie kann mit der Beziehung nicht abschließen und terrorisiert Sie, sprechen Sie ihn darauf an und suchen Sie gegebenenfalls Unterstützung bei gemeinsamen Freunden.

26.10.2016, 09:30
lhi, krone.at
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