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17.08.2017 - 11:47
Foto: thinkstockphotos.de

Wie Sie Ihren Haushalt kindersicher machen

22.04.2017, 08:00

Mit den Augen eines Kindes betrachtet bietet ein Haushalt unzählige Möglichkeiten für allerlei spannende Erforschungen: Was verbirgt sich hinter den Löchern einer Steckdose? Und wie schmeckt eigentlich der blaue Saft, mit dem Mama und Papa die Teller abwaschen? Aber wenn den kleinen Forschern nicht das Handwerk gelegt wird, drohen ernsthafte Verletzungen, die im schlimmsten Fall sogar tödlich enden können.

Die Hauptunfallursachen für Kinder im Haushalt sind laut Kuratorium für Verkehrssicherheit Stürze von beispielsweise Wickeltischen, Stockbetten oder der Couch, Fensterstürze, Verbrennungen und Verbrühungen, Ertrinken oder Ersticken bzw. Strangulieren. Sehr gefährdet sind Kleinkinder, da sie viele Gefahrenquellen noch nicht richtig einschätzen können.

Bei vielen Unfällen sind Haushaltsgegenstände oder elektrische Haushaltsgeräte involviert, die Unfallorte sind zumeist Küche oder Wohnzimmer. Natürlich kann man nicht alle Unfallursachen beseitigen, aber die gängigsten Fallen können mit wenig Aufwand entschärft werden - und derer gibt es ganz schön viele! Um die offensichtlichsten Gefahren in Ihrem Zuhause zu entdecken, gehen Sie am besten in die Knie und betrachten alles aus der Perspektive eines Kleinkinds.

Foto: thinkstockphotos.de (Symbolbild)

Gefahrenzone 1: Steckdosen

Steckdosen haben eine besondere Anziehungskraft auf Kinder. Zu gerne wird ausprobiert, was passiert, wenn man seinen Finger oder etwas ähnlich Geeignetes in die kleinen Löcher steckt. Die Folge: Stromschlag. Steckdosen sollten daher jedenfalls in allen Räumen mit entsprechenden kindersicheren Schiebe- Einsätzen gesichert werden. Ebenso sollten Kabel stets zusammengerollt und gesichert werden, damit Kinder beim Laufen nicht darüber stolpern können.

Gefahrenzone 2: Fenster und Balkone

Ein Fenster offen vergessen oder die Balkontüre nicht richtig verschlossen - und schon ist Ihr Kind in höchster Gefahr. Denn auf ein Fensterbrett kann man schnell klettern, besonders wenn Aufstiegshilfen wie Sessel oder Tische in nächster Nähe stehen. Entschärfen können Sie diese Gefahrenzone, indem Sie Fenster mit Gittern sichern bzw. versperrbare Fenster- und Türgriffe montieren. Mit diesen können Sie immer noch lüften, aber ein Queröffnen der Fenster bzw. Balkontüre ist für Kinder nicht mehr möglich. Weiters sollten Sie alles, was als Aufstiegshilfe verwendet werden könnte, aus nächster Nähe des Fensters entfernen.

Gefahrenzone 3: Treppen

Wenn es in einem Haushalt frei zugängliche Treppen gibt, müssen diese unbedingt durch ein Gitter versperrt werden. Denn schnell passiert es, dass die lieben Kleinen Mama nachkrabbeln, die soeben über die Stiegen nach unten bzw. nach oben verschwunden ist. Dabei kann das Kind aus dem Gleichgewicht kommen und stürzen. Wichtig: Die Treppe muss am unteren und oberen Ende gesichert sein, denn auch bei einem kurzen Aufstieg von unten kann Ihr Kind schwer stürzen. Auch können die Treppen mit Anti- Rutsch- Auflegern entschärft werden.

Gefahrenzone 4: Wasser

Eine ganz besondere Gefahrenquelle ist Wasser. Denn schon wenige Zentimeter in einer Wanne oder Brausetasse können genügen, um ein Kind in eine wirklich gefährliche Situation zu bringen. Daher das Kind beim Baden oder Schwimmen nie aus den Augen lassen! Biotope oder Ähnliches sollten immer mit einem Schutzgitter gesichert sein.

Gefahrenzone 5: Küche

Die Küche ist ein spezieller Gefahrenherd - im wahrsten Sinne des Wortes. Schwere Töpfe und Pfannen auf der heißen Herdplatte können von Ihrem Kind leicht zu Fall gebracht werden und dabei zu Verbrennungen oder anderen schlimmen Verletzungen führen. Herdabdeckplatten bzw. das Aufstellen der Pfannen mit dem Griff zur Herdrückseite können hier helfen. Moderne Elektroherde haben außerdem einen Code- Schutz, bei dem das Ceranfeld erst nach Eingabe einer Tastenkombination aktiviert werden kann.

Dennoch müssen Sie in der Küche ganz besonders aufpassen und dürfen Ihr Kind nie aus den Augen lassen - schließlich gibt es hier neben Töpfen und Pfannen auch noch scharfe Gegenstände wie Messer und Gabeln. Diese sollten Sie unerreichbar aufbewahren. Weiters müssen sämtliche Elektrogeräte wie Wasserkocher, Kaffeemaschine, Toaster etc. an der Rückwand der Küchenzeile aufgestellt werden und deren Kabel ordentlich hinter den Geräten verstaut werden, damit das Kind die Geräte nicht herunterziehen kann.

Gefahrenzone 6: Esstisch

Ebenso sind Esstische eine potentielle Gefahrenquelle, besonders jene mit Tischdecke. Ihr Kind zieht kurz an - und schon ergießt sich der brennheiße Kaffee oder Tee über seinen Körper. Also: Am besten die Tischdecke weglassen und heiße Getränke bzw. Speisen ebenso wie Besteck in der Mitte platzieren.

Gefahrenzone 7: Hochstühle, Hochbetten und Wickeltische

Auch hier sind Stürze schnell geschehen! Bei Hochstühlen helfen Sicherheitsgurte, um zu verhindern, dass das Kind selbständig aus dem Sessel "aussteigen" kann, wenn Mama und Papa mal nicht hinsehen. Hochbetten können durch Seitenwände entschärft werden bzw. dämpft eine Unterlagsmatte den Aufprall, wenn es doch zum Sturz kommt. Ebenso sollten Wickeltische durch leicht erhöhte Seitenwände gesichert werden.

Gefahrenzone 8: Ecken und Kanten

Begeben Sie sich auf Augenhöhe Ihres Kindes. Sie werden mit Erstaunen feststellen, dass sich auf einmal alle gefährlichen Ecken und Kanten, die normalerweise bei Ihnen bestenfalls einen blauen Fleck in der Hüftgegend erzeugen, nun genau in Kopfhöhe befinden. Beim Fangen spielen ausgerutscht - und schon müssen Sie mit Ihrem Kind zur Notfallambulanz fahren. Diese Gefahrenquelle können Sie durch entsprechende Sicherheitsaufsätze entschärfen, welche die scharfen Kanten abrunden und einen Zusammenstoß weniger risikoreich machen.

Gefahrenzone 9: Medikamente, Reinigungsmittel etc.

Kleine bunte Kügelchen und Flüssigkeiten... für Kinder ein Traum - sehen diese Dinge doch aus wie begehrenswerte Naschereien. Zu den gefährlichen Substanzen zählen neben Medikamenten und Reinigungs- bzw. Waschmitteln auch Körperpflegeprodukte, Insektensprays, Blumendünger und Ähnliches. Daher gilt: Derartige Substanzen unbedingt versperrt aufbewahren. Schlösser können auch nachträglich auf Kästen und Vitrinen angebracht werden - erkundigen Sie sich einfach einmal im nächsten Baumarkt.

Gefahrenzone 10: Alkohol und Nikotin

Diese Substanzen sind schon für uns Erwachsene nicht gesundheitsförderlich, für Kinder sind sie allerdings schlichtweg gefährlich. Das Essen von wenigen Zigarettenstummeln aus einem vergessenen Aschenbecher kann schon tödlich sein. Daher sollten Zigaretten und alkoholische Getränke für Kinder ebenso unerreichbar aufbewahrt werden wie Reinigungsmittel.

Gefahrenzone 11: Herabfallende Gegenstände

Schauen Sie sich nach Gegenständen um, die von oben auf Ihr Kind herabfallen könnten. Gefährlich sind z.B. Spitzendecken, auf denen Vasen oder Kerzenleuchter stehen. Auch Pflanzen sind hier zu beachten. Apropos Pflanzen: Giftige Pflanzen sollten Sie aus der Reichweite Ihres Kindes verbannen! Aber ebenso können Bügeleisen oder HiFi- Geräte zur Gefahr für Ihr Kind werden, wenn diese durch ein herabhängendes Kabel für Ihr Kind leicht erreichbar sind und zum Herabstürzen gebracht werden können.

Gefahrenzone 12: Seile, Schnüre, Kabel

Diese Dinge sollten Sie nicht offen herumliegen lassen - Ihr Kind kann sich sonst leicht damit strangulieren. Kabel können Sie mit Kabelbindern ordnen, sodass die Gefahr einer Verletzung sinkt. Vorsicht auch bei Kordeln an Jacken oder anderen Kleidungsstücken - diese können beim Spielen ganz schön gefährlich werden. Dasselbe gilt für Kordeln und Bänder von Jalousien!

Redaktion
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