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18.08.2017 - 08:56
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Wie Sie Ihrem Kind die Angst vor dem Arzt nehmen

01.04.2013, 07:41
Einmal ehrlich: Arztbesuche machen den wenigsten Menschen Spaß. Es ist daher verständlich, dass gerade bei den Kleinsten und Kleinen sehr oft richtige Angst vor dem Kinderarzt im Spiel ist: eine fremdartige Umgebung, müde und gestresste Menschen, unangenehme Gerüche - und dann womöglich auch noch Spritzen oder andere unangenehme Prozeduren.

Nicht selten haben die Ängste von Erwachsenen vor dem Arztbesuch ihre Wurzeln in jenen Erlebnissen, die sie als Kind gemacht haben – diese Angst wird auch als Iatrophobie bezeichnet. Diese kann sehr gefährliche Auswirkungen haben. Denn wenn Arztbesuche immer weiter hinausgeschoben werden, können schwere Erkrankungen erst (zu) spät diagnostiziert werden.

Bei Kindern hat die Angst vor dem Arzt unterschiedliche Ursachen. Einerseits ist dies eine zu ihrem normalen Alltag sehr andersartige Situation mit teils einschüchternden Eindrücken: Allein das Wartezimmer mit den anderen Kindern, die vielleicht müde und krank sind, die besorgten erwachsenen Begleitpersonen, eine vielleicht sehr nüchtern wirkende Ausstattung der Praxis, der Geruch nach Desinfektionsmittel – all das kann schon sehr intensive Eindrücke hinterlassen. Und wenn dann noch mit einem Spatel in den Rachen geschaut werden muss oder gar eine Spritze verabreicht wird, kann das für Kinder reichen, um den Arztbesuch zu verweigern, mit Weinkrämpfen zu reagieren oder sogar mit Übelkeit und Krankheitssymptomen.

Aber auch die Eltern können einen massiven "Beitrag" zur Kinderarzt- Angst leisten, indem sie ihrem Kind durch den Ausdruck ihres eigenen Stressempfindens Angst machen. Das Kind merkt: Hoppla, Mama und Papa sind nervös – dafür gibt es sicher einen Grund. So werden die Kleinen unruhig.

Richtig vorbereiten

Wichtig ist, die Ängste des Kindes ernst zu nehmen und nicht einfach abzutun. Es kann im Vorfeld eines Arztbesuchs auch schon geübt werden: Sie sollten Ihrem Kind einen Spielzeug- Arztkoffer kaufen, damit es mit seinen Stofftieren und Puppen Arzt spielen kann. Erklären Sie Ihrem Kind dabei, warum die Puppe jetzt eine Medizin bekommt oder eine Spritze und warum sie abgehört werden muss. So lernt Ihr Kind spielerisch, mit der Situation umzugehen und warum ein Arztbesuch wichtig ist.

Auch Bücher zum Kinderarztbesuch sind hilfreich, damit Ihr Kind die Situation als vertrauter empfindet und weniger angstvoll reagiert. Und natürlich sollten Sie ehrlich mit dem Kind umgehen: Werden Sie gefragt, ob die Spritze wehtut, sollten Sie dies nicht verneinen. Antworten Sie ehrlich, dass es vielleicht im ersten Moment ein bisschen zwickt, aber es nicht schlimm ist und hilft, dass man später nicht krank wird. Und ganz wichtig: Nicht mit dem Arzt drohen, wenn es zum Beispiel im Supermarkt alles anfasst oder abends die Zähne nicht putzen will. Auch so wird der Arztbesuch negativ besetzt.

Weiters sollten Sie für den Arztbesuch selbst genug Zeit einplanen, damit Sie nicht zum Termin hetzen müssen und dadurch Stress entsteht, der Ihr Kind unruhig werden lässt. Sagen Sie auch dem Arzt, dass Ihr Kind Angst vor der Situation hat, und bitten Sie um besonders behutsames Vorgehen. Ist die Vertrauensbasis einmal hergestellt, wird das Kind viel entspannter zum Arzt gehen. Häufige Kinderarztwechsel sind daher zu vermeiden. Und: War Ihr Kind beim Arztbesuch tapfer, sollte es immer gelobt und mit einer Kleinigkeit belohnt werden.

01.04.2013, 07:41
lhi
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