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25.09.2017 - 03:18
Foto: thinkstockphotos.de

So kann sich Ihr Kind besser konzentrieren

28.04.2016, 18:39

Vergessen von wichtigen Erledigungen, verträumtes Aus- dem- Fenster- Schauen, wenn eigentlich die Hausaufgaben zu machen wären - viele Eltern können ein Lied von abgelenkten und scheinbar kaum konzentrierten Kindern singen. Manchmal können aber schon kleine Anpassungen im Alltag dabei helfen, die Konzentrationsfähigkeit des Kindes zu verbessern.

Das Kind scheint nicht zuzuhören, es bricht aufgetragene Erledigungen einfach ab, wechselt schnell zwischen Aktivitäten, plagt sich mit den Hausaufgaben, verspätet sich - mangelnde Konzentration zeigt sich auf verschiedenste Art und Weise. Die Herausforderung für Kinder ist, dass sie erst lernen müssen, sich auch auf Tätigkeiten zu konzentrieren, die sie wenig bis gar nicht interessieren. Dabei brauchen sie Unterstützung, damit sie in wichtigen Bereichen keine Defizite haben - wie etwa in der Schule. Denn natürlich gibt es spannendere Dinge als den Mathematik- Unterricht, aber deswegen ist er trotzdem notwendig und sollte mit einem guten Ergebnis absolviert werden.

Klare Anweisungen

Manche Kinder brauchen klare Ansagen, die wenig Interpretationsspielraum zulassen. "Kurz darfst du noch spielen, aber dann mach deine Hausaufgaben" ist zu schwammig. Besser ist: "Du darfst noch bis 16 Uhr spielen, dann machst du deine Hausaufgaben." So weiß das Kind genau, was von ihm erwartet wird. Denn Formulierungen wie "kurz" oder "ein bisschen" bedeuten im Erfahrungshorizont von Kindern meist etwas anderes als bei Erwachsenen.

Rahmenbedingungen

Damit das Kind dabei unterstützt wird, sich konzentrieren zu können, muss es ablenkungsfreie Zonen bekommen. Es braucht einen eigenen Bereich, in dem es seine Hausaufgaben machen kann -am besten seinen eigenen Schreibtisch in seinem Zimmer, auf dem keine Stereoanlage steht. Auch das Smartphone und der Laptop sollten während der Hausaufgaben außerhalb der Reichweite sein. Hausaufgaben am Küchentisch sind grundsätzlich auch möglich, wenn sich das Kind in seinem Zimmer zu allein fühlt - allerdings muss dann dafür gesorgt werden, dass nicht die kleineren Geschwister herumtoben oder in der Küche gewerkt wird. Und auch beim Spielen ist wichtig, dass das Kind sich auf eine Tätigkeit konzentrieren kann und nicht ständig neue Reize bekommt, die es zu einer neuen Aktivität verleiten.

Konsequenz

Kinder für mangelnde Aufmerksamkeit zu bestrafen bringt nichts. Sie sollten Ihr Kind aber zu der nicht vollendeten Aufgabe wieder hinführen und es daran erinnern, dass es diese noch nicht abgeschlossen hat: die Katze füttern, die Hausaufgaben fertig machen, in seinem Zimmer aufräumen. Erst wenn es das erledigt hat, darf es fernsehen, sein Telefon benutzen oder im Internet surfen.

Pausen

Kinder haben noch nicht jene Aufmerksamkeitsspanne wie Erwachsene. Gerade Hausaufgaben erfordern viel Konzentration und sind für Kinder anstrengend. Nach einer Aufgabe darf das Kind daher ein wenig Pause machen, etwas trinken, sich kurz lockern und strecken, bevor es weitermacht. Machen Sie Ihrem Kind aber auch klar, dass es sich umso schneller wieder den angenehmen Tätigkeiten zuwenden kann, je konzentrierter es seine Hausaufgaben bzw. die unliebsame Tätigkeit erledigt. So wird ihm mit der Zeit klar, dass man sich manchmal überwinden muss, aber dafür danach belohnt wird.

Wohlbefinden

Kinder können sich dann am besten konzentrieren, wenn sie sich auch körperlich wohlfühlen. Das ist bei Krankheit, direkt nach dem Essen, aber auch umgekehrt bei Hunger oder Durst nicht der Fall - bevor dieser Defizitzustand nicht beseitigt ist, kann es sich nicht konzentrieren. Auch ist die richtige Ernährung sehr wichtig (siehe Infobox).

Lerntyp

Manchmal sind scheinbar unkonzentrierte Kinder auch einfach nur gelangweilt und unterfordert von der vorliegenden Aufgabe. Ein Lerntyptest oder auch ein Hochbegabungstest können Aufschluss dahingehend geben.

Ausgleich

Manche Kinder, gerade im späteren Volksschulalter, haben sehr hohe Erwartungen an sich selbst. Sie setzen sich regelmäßig unter Druck, sind dann frustriert, wenn das Ergebnis nicht perfekt passt, und werden dadurch unmotiviert und unkonzentriert. Für diese Kinder ist sehr wichtig, sie oft zu loben und auch viel Ausgleich anzubieten, damit sie abgelenkt werden: spielen am Nachmittag, gemeinsame Aktivitäten, Sport, Ausflüge.

Professionelle Hilfe

Verbessert sich die Konzentration des Kindes nicht, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen bzw. abgeklärt werden, ob ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom vorliegt. Viele Schulen bieten Lerngruppen an oder können auf spezielle Entwicklungspsychologen verweisen, die das Kind unterstützen.

28.04.2016, 18:39
lhi, krone.at
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