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20.08.2017 - 04:08
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Neues Kindergeld- Modell für mehr Flexibilität

08.01.2008, 19:27
Kinder werden im neuen Jahr das Geldbörsel ihrer Eltern weniger belasten. So werden Gebühren, die bisher bei der Geburt eines Kindes angefallen sind, gestrichen. Bis zu 131 Euro können sich frischgebackene Eltern dadurch ersparen. Für Mehrkindfamilien gibt es mehr Familienbeihilfe. Nicht höher aber dafür flexibler wird das Kindergeld: Mit drei verschiedenen Bezugsmodellen sollen künftig Beruf und Familie besser miteinander vereinbar sein.

Die erste Variante des neuen Kindergelds ist das bestehende Modell: 436 Euro monatlich über drei Jahre, davon sechs Monate der Partner (30+6). Zweite Option: der Bezug von 800 Euro monatlich über 18 Monate, davon drei Monate der Partner (15+3). Schließlich gibt es noch einen Mittelweg: 624 Euro monatlich über 24 Monate (davon vier der Partner).

Zuverdienst- und Einkommensgrenze angehoben

Die Zuverdienstgrenze wird von den bisher geltenden 14.600 Euro auf 16.200 Euro angehoben. Ebenfalls auf 16.200 Euro hinaufgesetzt wird die Einkommensgrenze für den Bezug des Zuschusses zum Kindergeld. Diese lag bisher bei 5.500 Euro. Bei Überschreitung des Einkommenslimits muss in Zukunft nicht mehr das gesamte Kindergeld, sondern nur mehr der überschrittene Betrag zurückgezahlt werden. In Anspruch genommen werden können die neuen Optionen auch von Eltern mit Kindern, die vor dem 1. Jänner 2008 geboren sind. Voraussetzung: das Kind muss unter 15 bzw. unter 20 Monaten alt sein - je nachdem, auf welches der beiden neuen Bezugsmodelle (15+3 oder 20+4) umgestiegen wird.

Betreuungseinrichtungen werden ausgebaut

Zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie sollen auch die Kinderbetreuungseinrichtungen ausgebaut werden. Der Schwerpunkt wird dabei auf dem Betreuungsangebot für Unterdreijährige liegen. Rund 6.000 bis 8.000 neue Betreuungsplätze sind geplant.

Höhere Familienbeihilfe ab dem dritten Kind

Auf höhere Familienbeihilfen dürfen sich Mehrkindfamilien freuen. Sie erhalten künftig für das dritte Kind einen Zuschlag von 35 und für das vierte und jedes weitere Kind einen Zuschlag von 50 Euro. Die Höhe der Familienbeihilfe richtet sich grundsätzlich nach dem Alter und der Anzahl der Kinder. Nach der bisherigen Geschwisterstaffelung wurde der Gesamtbetrag ab dem zweiten Kind um 12,80 Euro monatlich erhöht. Ab drei oder mehr Kindern gab es für jedes dieser Kinder weitere 25,50 Euro monatlich dazu. Weitere Änderung: Die Einkommensgrenze für den Erhalt des Mehrkindzuschlages wird von rund 45.000 jährlich auf 55.000 Euro angehoben.

Keine Gebühren für Geburtsurkunde, Personalausweis & Co.

Bei den Gebühren, die in Hinkunft bei der Geburt eines Kindes nicht mehr zu entrichten sind, handelt es sich um die Geburtsurkunde mit 8,70 Euro, den Staatsbürgerschaftsnachweis mit 26,40 Euro (wobei es auch eine Landesabgabe gibt) und die Eintragung in den Pass der Eltern (26,30 Euro). Auch die schriftliche Wohnsitzanmeldung (bisher 13,20 Euro) eines Neugeborenen und die Ausstellung eines Personalausweises (56,70 Euro) sind ab diesem Jahr gratis.

Mehr Unterhalt für geschiedene Mütter
Unterhaltszahlungen an Mütter werden durch das neue Kindergeld erhöht. Den Berechnungen von Familienrechtsexperte Günter Tews zu Folge steigt etwa der Unterhaltsanspruch einer nicht erwerbstätigen Alleinerzieherin, deren getrenntlebender Mann monatlich 1500 Euro netto verdient, von 260 auf 435 Euro pro Monat. Kleiner Trost für den Mann: Die von ihm auch zu zahlende Unterhaltssumme für das Baby beträgt infolge der neuen Regeln nur mehr 195 statt 220 Euro monatlich.

Kindergeld zählt nicht mehr zum Einkommen

Grund für diese Entwicklung: Bisher betrachteten die Gerichte das Kindergeld, das eine Frau bezog, als deren Einkommen. Durch die gesetzliche Neuregelung wird nun ausdrücklich klar gestellt, dass das Kindergeld nicht als Verdienst gewertet werden darf. Eine Frau, die nur Kindergeld bezieht, gilt also seit 1. Jänner als einkommenslos und darf daher jetzt mehr Geld von ihrem (Ex- )Mann einfordern. Dasselbe gilt freilich umgekehrt, wenn die Frau dem Mann Unterhalt zahlen muss.

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