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19.08.2017 - 15:57
Foto: Studio Huger/ÖAMTC

Kindersitztest: Einer der teuersten durchgefallen

22.05.2017, 05:00

Das Angebot an Kindersitzen ist riesig. Doch welchen nehmen? Ist teurer besser? Kann man vielleicht auch sparen, ohne den Nachwuchs zu gefährden? Am besten checkt man die Testergebnisse unabhängiger Experten. Der ÖAMTC hat aktuell 31 Exemplare getestet und die meisten für gut befunden. Einer der teuersten Sitze wurde mit "nicht genügend" abgestraft.

Trotz der vielen guten Bewertungen bleibt ein schaler Beigeschmack, denn kein einziger Testkandidat bekam die Topnote "sehr gut". Erfreulich ist jedoch, dass zwölf Kindersitze eine "i- Size"- Zulassung haben, welche die Kindersicherheit im Auto weiter verbessern soll.

Insgesamt bekamen 22 Sitze das Prädikat "gut" verliehen, sechs sind "befriedigend", einer "genügend". Zwei Produkte fielen hingegen mit "nicht genügend" durch. "Dabei wäre der iZi Go Modular von Joolz in seinen beiden Varianten mit und ohne i- Size- Base eigentlich keine schlechte Babyschale. In den Kriterien Sicherheit, Bedienung und Ergonomie ist er ganz vorne dabei - allerdings wurde im Bezugsstoff ein als krebserregend geltendes Flammschutzmittel gefunden", kritisiert ÖAMTC- Techniker Steffan Kerbl. Das bedeutet ein "nicht genügend" bei der Schadstoffprüfung, das direkt auf die Gesamtwertung durchschlägt.

Die Testergebnisse im Überblick:

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Foto: ÖAMTC

Die Testkriterien im Detail

Getestet wurden die Kriterien "Sicherheit" und "Bedienung & Ergonomie", außerdem wurde eine Schadstoffprüfung durchgeführt.

Sicherheit: Überprüft wurden der Schutz beim Frontal- und Seitenaufprall, der Gurtverlauf und die Standfestigkeit auf dem Fahrzeugsitz. Alle sechs mit befriedigend und auch das mit genügend bewertete Modell hatten in diesem Kriterium Schwierigkeiten. Am schwächsten war der Joie Every Stage, der beim Frontalaufprall- Schutz die schlechtesten Werte aller Testkandidaten erzielte.

Ergonomie & Bedienung: Ein guter Sitz ist intuitiv und einfach zu bedienen und reduziert so das Fehlbedienungsrisiko. Außerdem sollte das Kind bequem und entspannt im Sitz Platz finden. Auch in dieser Kategorie konnte der Joie Every Stage am wenigsten überzeugen - einerseits wegen der Gefahr einer Fehlbedienung, andererseits fand der ÖAMTC das Anschnallen des Kindes in diesem Sitz relativ aufwendig.

Schadstoffprüfung: Alle Teile der Kindersitze, mit denen das Kind in Berührung kommt, wurden auf den Gehalt von Weichmachern, Schwermetallen, Flammschutzmitteln usw. überprüft. Mit Ausnahme der genannten, mit nicht genügend bewerteten Modelle gab es in dieser Kategorie keine Auffälligkeiten.

Die generelle Bilanz des Kindersitztests sieht Steffan Kerbl positiv, aber: "Nicht jeder Kindersitz passt gleich gut in jedes Auto und auch die persönlichen Vorlieben von Eltern und Kindern unterscheiden sich. Vor dem Kauf eines Kindersitzes sollten sich Eltern jedenfalls möglichst umfassend über das Angebot informieren."

Deshalb sollte der Kauf eines Kindersitzes nicht blind erfolgen, sondern das eigene Fahrzeug und das Kind mit zum Geschäft genommen werden, um die Modelle vor dem Kauf ausprobieren zu können. "Nach dem Kauf sollte man sich mit der Handhabung des Sitzes vertraut machen. Der richtige Einbau ist wichtig, damit der Sitz das Kind im Falle eines Unfalls bestmöglich schützen kann", erklärt der Experte. "Besonders ist darauf zu achten, dass die Gurte straff angezogen werden." Jacken sollten unter dem Beckengurt herausgezogen werden, so dass der Gurt möglichst nahe am Körper anliegt. Außerdem müssen Gurte und Rückenstütze regelmäßig an die Größe des wachsenden Kindes angepasst werden.

Redaktion
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