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18.08.2017 - 02:34
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Foto: APA/ROLAND SCHLAGER, APA/GEORG HOCHMUTH / Video: APA

Karmasin will "Schüler vor Burn- out schützen"

18.04.2017, 11:49

Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) will bundesweit einheitliche Herbstferien zwischen 26. Oktober und 2. November einführen. Dafür soll die Zahl der schulautonomen Tage von fünf bzw. vier (an Pflichtschulen) auf zwei bzw. einen Tag reduziert werden. Die Sommerferien sollen weiter neun Wochen dauern - eine Tatsache, die besonders berufstätige Alleinerziehende immer wieder in Betreuungsnotstand bringt.

Foto: APA/ROLAND SCHLAGER, APA/GEORG HOCHMUTH

Ein Gesetzesentwurf für die Einführung der Herbstferien wurde dem Bildungsministerium schon übermittelt, so Karmasin am Dienstag bei der Präsentation der Pläne. Der Herbst sei eine anstrengende Zeit ohne verlässliche Pause für die Schüler, die zu Überforderung bis hin zu Burn- out führen könne, verwies Karmasin auf Erkenntnisse der Wiener Bildungspsychologin Christiane Spiel.

Deshalb sei in dem ÖVP- Vorschlag - in einem monatelangen Prozess mit Schulpartnern, Bundesländern und Experten erarbeitet - die Umwandlung von schulautonomen Tagen in eine bundesweit einheitliche "fixe, planbare und verlässliche Ferienwoche" im Herbst vorgesehen. Zwei bzw. einen Tag (an Pflichtschulen) können die Standorte weiterhin autonom bestimmen, die Gesamtdauer der Ferien über das Jahr bleibt bei dem Vorschlag unverändert.

WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz (li.) und Familienministerin Sophie Karmasin
Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Verschiebung der Sommerferien vom Tisch

Erst im vergangenen Sommer hatte Karmasin für die Verschiebung von einer Woche Sommerferien in den Herbst plädiert. Davon sei sie nun allerdings abgegangen, nachdem sich die schulautonomen Tage in dem Prozess als großes Organisationsproblem herausgestellt hätten, heißt es. Diese werden zwar an manchen Schulen schon jetzt zu Herbstferien umgewandelt, allerdings ist die Regelung nicht einheitlich.

Bei mehreren Kindern in unterschiedlichen Schulstufen oder -formen müssten Eltern teilweise zweimal Betreuung organisieren, kritisiert Karmasin. In vielen Fällen führten die schulautonomen Tage außerdem dazu, dass die Familie die freien Tage nicht miteinander verbringen kann.

Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

80 Prozent der Schüler empfinden Herbstzeit als anstrengend

"Es wird für die Eltern viel leichter, viel planbarer und verlässlicher und für die Kinder entstresst es diese schwere, belastende Herbstzeit", bewarb Karmasin das Modell. Sie sieht die ÖVP- Pläne auch durch eine Umfrage gestützt: Demnach empfinden 80 Prozent der Schüler und 66 Prozent der Eltern die Herbstzeit als sehr anstrengend, ebenso groß sei die Zustimmung zur Einführung von generellen Herbstferien.

Der mit allen Beteiligten erarbeitete Gesetzesentwurf soll nun mit dem Koalitionspartner SPÖ verhandelt werden, am 23. Mai wird außerdem gemeinsam mit der Wirtschaftskammer ein Symposium zum Thema "Reform der Schulferien" stattfinden. Geht es nach Karmasin, kann mit der Umsetzung der ÖVP- Idee "sofort" begonnen werden. Sie sei jedenfalls optimistisch, dass es zu einer Einigung mit dem Koalitionspartner kommen wird.

Redaktion
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