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Im Notfall schnell und sicher reagieren

10.12.2010, 16:45
Bei Unfällen zählt jede Sekunde. Unter Zeitdruck richtig handeln – ein Erste-Hilfe-Kurs für Kindernotfälle gibt Sicherheit.

Schnittwunden, Tierbisse, Verbrennungen, Hautverätzungen, Brüche, Vergiftungen, Kopfverletzungen, Unterkühlung, Stürze: Überall und jederzeit kann uns etwas zustoßen. Und gerade für die Kleinen mit ihrer unstillbaren Neugierde und ihrem Entdeckergeist steckt das Leben oft voller Gefahren. Gewappnet sein für den Notfall – das gibt Sicherheit. Ob man wohl in einer brenzligen Situation richtig reagiert, Ruhe bewahrt und schnell ist? 

Sandra Spörk, Lehrbeauftragte des Wiener Roten Kreuzes, ist eine von vielen Trainern, die in Kursen kompakt und anschaulich ihr Wissen weitergeben. Unsere Köpfe rauchen. Es sind zwei intensive Tage, gespickt mit unzähligen Informationen, lebensrettenden Sofortmaßnahmen, Hinweisen, Tipps und wertvollen Ratschlägen. Und wir Teilnehmer staunen nicht schlecht, als wir hören, dass eine einzige Zigarette – wenn sie gegessen wird – für Kinder tödlich sein kann (Nikotinvergiftung). Überfüllte Aschenbecher und herumliegende Zigarettenpackungen sind Gefahrenquellen par excellence. 

Nach Angaben des Kuratoriums für Verkehrssicherheit ereignen sich rund 66 Prozent der Unfälle mit Kindern unter sechs Jahren daheim, 34 Prozent in der Freizeit. Stürze stehen bei allen Altersstufen an  erster Stelle. Wickeltische, Spielplatzgerüste, Möbel etc. werden regelrecht zur Falle.

Schnell handeln heißt es auch bei Atemnot durch Verschlucken eines Fremdkörpers wie kleinteiliges Spielzeug oder ganze Nüsse. Große Probleme können ebenso kaputte Luftballons oder Reste von Folien verursachen. Es gibt verschiedene Schweregrade von hartnäckigem Husten ohne Einschränkung der Atmung bis zum Erstickungsanfall. Je kleiner die Kinder, desto größer die Gefahr des Verschluckens und Erstickens. Das Gehirn kommt unbeschadet etwa drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff aus. Der Rettungsdienst braucht (in der Stadt) etwa acht Minuten zum Einsatzort. Wenn in den eigenen vier Wänden keine Erste Hilfe geleistet wird, ist bei Erstickungsnotfällen das Leben in allerhöchster Gefahr.

Apropos Rettungseinsatz: Genaue Angaben sind wichtig. Vielen fällt es – verständlicherweise – schwer, neben einem verletzten Kind gegenüber der Leitstelle detaillierte Angaben zu machen. Nicht selten beenden viele in ihrer Nervosität das Gespräch zu früh – ohne noch die Adresse und den Namen angegeben zu haben. Ist dies jedoch einmal erfolgt, so ist bereits Hilfe unterwegs – auch wenn sie noch mit dem Mitarbeiter des Notrufs sprechen. Dieser sagt dem Anrufer Schritt für Schritt, was zu tun ist, bis die Einsatzkräfte vor Ort sind.

Wie beatmet man Säuglinge und wie Kinder? Wie läuft eine Notfalldiagnose ab? Kennst du die europäische Notrufnummer oder hast du die der Vergiftungsinformationszentrale im Handy eingespeichert? Es sind nur einige von vielen Fragen, denen man sich als Aufsichtsperson, Betreuer, Eltern, Großeltern und Babysitter stellen sollte.

Weiters gibt der Erste- Hilfe- Kurs für Kindernotfälle vom Roten Kreuz Auskunft über den richtigen Autositz – damit man von Beginn an sicher unterwegs ist. Und so manche Gefahrenquelle daheim wird genau unter die Lupe genommen – wie man Unfällen vorbeugen kann. Zwischen Theorie- mischen sich immer wieder Praxisstunden. Auch das Erkennen von Kinderkrankheiten ist Thema – Masern, Röteln, Mumps, Windpocken, Scharlach etc. Ob Schwangere, Eltern, Babysitter oder Pädagogen – sie alle sitzen in dem Kurs, sind immer aufmerksam. Weil ihnen bewusst ist, wie wichtig Erste Hilfe ist.  Leben retten, das Richtige tun, klaren Kopf bewahren. Denn die Maßnahmen, die in den ersten Minuten durchgeführt werden, können im Ernstfall die Weichen für die weitere Gesundheit stellen!

von Susanne Zita, Kronen Zeitung

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