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20.08.2017 - 21:56
Foto: DAK

Hilfe, mein Kind raucht!

11.09.2008, 19:20
Es ist der Albtraum vieler Eltern: verrauchte Kleidung, Tabakgeruch im Jugendzimmer - und dann die erste Packung Zigaretten im Schulrucksack. Das Kind hat begonnen zu rauchen! Doch wie geht man mit einem Teenager um, der zum Glimmstengel greift? Wie kann man einem jungen Menschen das Rauchen wieder abgewöhnen? Schließlich kann die frühe Sucht sehr schwere Auswirkungen auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden haben. Hier erfährst du, wie du mit deinem Kind umgehen solltest, wenn es mit dem Rauchen begonnen hat.

Die gute Nachricht zuerst: Hat ein Jugendlicher bis zu seinem 17. Lebensjahr noch nicht begonnen zu rauchen, dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass er auch weiterhin ein Nichtraucher bleibt. Davor gilt es, die Sucht möglichst früh zu bekämpfen. Meist beginnen Jugendliche zu rauchen, weil es „cool“ ist, weil es sie in den Augen anderer attraktiv machen soll und weil es „alle“ machen. Ein gewisser Gruppendruck spielt dabei natürlich eine Rolle. Eltern, die den Glimmstengel verbieten, werden in dieser Situation nicht mehr ernst genommen, der Einfluss ist relativ gering. Schließlich kannst du deinem Kind kaum mehr Vorschriften machen, es kaum kontrollieren. Und dennoch solltest du das Rauchen deines Kindes nicht einfach hinnehmen.

Vorbildfunktion

Wichtig beim Bekämpfen der Zigarettensucht ist deine eigene Position zum Rauchen. Du solltest mit Informationen arbeiten, keine Vorwürfe machen und trotz allem Verständnis für die Situation deines Kindes signalisieren. Es gilt daher, möglichst früh damit zu beginnen, eine negative Einstellung zum Rauchen bei deinen Kindern zu verankern: Rauchen schadet der Gesundheit, es stinkt, es kostet Geld. Dein Kind wird sicher probieren, wie es ist zu rauchen – das ist in einem gewissen Alter auch normal. Jedoch sollte deinem Kind auch bewusst sein, welche Risiken es mit dem Rauchen eingeht - und diese solltest du ihm immer wieder ins Bewusstsein rufen. Dazu gehört natürlich auch, dass du selbst nicht rauchen solltest, sonst fehlt deinem Kind das Vorbild. Aber auch wenn du Raucher bist, solltest du den Kampf gegen die Sucht nicht gleich aufgeben. Denn trotz der Tatsache, dass du Raucher bist, kannst du Zigaretten ablehnen und deine Erfahrungen mit dem Rauchen mit deinen Kindern teilen – so wirkst du glaubwürdiger.

Das Gespräch suchen

Wähle einen geeigneten Zeitpunkt für ein ruhiges Gespräch. Denn stellst du dein Kind zwischen Tür und Angel zur Rede, dann bewirkt dies meist Ablehnung. Zunächst solltest du dein Kind fragen, warum es zu rauchen begonnen hat und was ihm daran gefällt. Dann solltest du ihm klarmachen, was in dir vorgeht, weil es raucht, und wie du dem Thema gegenüber eingestellt bist. Auch solltest du ihm sagen, dass du dir wünschst, es würde wieder aufhören. Wichtig ist, in dieser Situation keine Vorwürfe oder Drohungen auszusprechen. Dein Kind will durch das Rauchen als Erwachsener angenommen werden. Behandelst du es wie ein Kind und gibst ihm keinen Entscheidungsfreiraum, dann riskierst du, die Fronten weiter zu verhärten.

Je mehr Informationen du für dein Kind zum Thema Rauchen vorbereitest, desto besser wird es dir gelingen, dein Kind auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam zu machen. Du solltest jedoch nicht mit jenen Argumenten beginnen, die dein Kind erst in einigen Jahren oder Jahrzehnten betreffen werden, wie zum Beispiel Lungenkrebs oder Raucherlungen. Das ist noch zu weit weg und daher uninteressant. Mache es beispielsweise darauf aufmerksam, dass es schlechten Atem hat und das beim Küssen nicht gut schmeckt, ja, sogar Ekel erregen kann. Auch die Kleidung stinkt unentwegt. Seine Kondition wird schlechter, es kann beim Sport nicht mithalten. Auch sein Taschengeld wird schnell für ein paar Zigaretten draufgehen – das Geld fehlt dann für Shopping und Ausgehen. Des Weiteren sollte über das Gefühl der Abhängigkeit gesprochen werden, die Entzugserscheinungen, die Nervosität und Unruhe. Vielleicht gibt es jemanden in deinem Bekanntenkreis, der Erfolg damit hatte, das Rauchen aufzugeben – persönliche Erfahrungen sind oft sehr eindrucksvoll.

Zähle deinem Kind weiters einfach einmal auf, was an ekelerregenden und gefährlichen Stoffen in einer Zigarette steckt: Der Rauch beinhaltet über 200 giftige sowie 70 krebserregende Stoffe – so zum Beispiel Teer, das für stinkende Straßenbeläge verwendet wird, Arsen, das man im Rattengift findet, Naphtalin aus Mottengift, Ammoniak aus Putzmitteln und Formaldehyd aus Desinfektionsmitteln. Und dieser Giftcocktail kann langfristig durch Lungenkrebs zum Tod führen.

Wenn du deinem Kind diese Informationen eindrucksvoll - und vor allem ruhig - näher bringst, wird es eine Zigarette nicht ohne Reue genießen können. Und es hat die Chance, von selbst zur Einsicht zu gelangen. Wichtig ist: kein Druck, keine Vorwürfe. Zeige dich traurig und unterstütze das Verhalten nicht. Dazu gehört auch, kein Taschengeld nachzuschießen, wenn das Geld ausgeht. Und unterstütze jede Tendenz in Richtung Nichtraucher.

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