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05.12.2016 - 18:38
Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann

So sehen die Supermärkte der Zukunft aus

24.02.2016, 08:16

Einkaufswagen rollen wie von Geisterhand gesteuert durch die Gänge und schon der Gesichtsausdruck des Kunden könnte dem Händler künftig verraten, welche Produkte er anpreisen soll: Die Läden der Zukunft sollen das Einkaufen bequemer und einfacher machen. Doch mit der Digitalisierung der Einkaufswelt müssen sich Kunden auch auf Überraschungen gefasst machen.

Bei der Düsseldorfer Fachmesse Eurocis  zeigen noch bis Donnerstag 410 Aussteller aus 29 Nationen wie sie sich die Läden der Zukunft vorstellen. Neueste Technik steht dabei im Vordergrund. "Digitalisierung ist das große Thema im Handel", sagt Ulrich Spaan vom Handelsforschungsinstitut EHI.

Noch heuer soll nach dem Willen des portugiesischen Herstellers Follow Inspiration  der erste selbstfahrende Einkaufswagen namens WiiGo an den Start rollen. Entwickelt wurde das zunächst speziell für Menschen mit Behinderung gedachte Produkt vom 29- jährigen Firmenchef Luis Dematos, der selbst seit seinem 14. Lebensjahr im Rollstuhl sitzt.

Innerhalb weniger Sekunden soll eine im Einkaufswagen eingebaute Kamera das Gesicht des Kunden erkennen und dann dem Verbraucher auf seinem Weg durch den Laden folgen. Noch dürfen sich die Kunden dabei nicht zu schnell bewegen und auch der Preis von derzeit rund 4000 Euro pro Wagen dürfte viele Händler vorerst abschrecken. Doch schon bald könnte die Neuentwicklung in einer zweiten Generation nicht nur deutlich billiger werden, sondern auch beim Einkauf vor dem Kunden herfahren, berichtet Unternehmenssprecher Ricardo Silva.

Mögliche Händlerträume von einem durch den Einkaufswagen auf seinem Weg durch den Laden ferngesteuerten Konsumenten sieht jedoch der Handelsexperte Gerrit Kahl vom Innovativen Retail Institut kritisch. An einer gelenkten Rundfahrt quer durch den Laden seien Kunden nicht interessiert. "Wenn die Kunden erkennen, dass der Einkaufswagen Zickzack fährt, werden sie ihn nicht mehr verwenden", warnt er.

Doch auch Kahl forscht zusammen mit den Mitarbeitern des zum Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz gehörenden Instituts an der Umrüstung des seit knapp 80 Jahren in den Läden üblichen Drahtgestells auf Rädern zum High- Tech- Mobil. Denkbar seien etwa Entwicklungen, bei denen der Einkaufswagen die Waren bereits beim Hineinlegen erfasst und so das Bezahlen an der Kasse ohne umständliches Auspacken möglich macht, meint er.

Digitale Preisschilder sind schon heute in vielen Supermärkten zu finden.
Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann

"Verbraucher müssen sich auf Überraschungen gefasst machen"

Verbraucher müssten sich künftig in den Läden auf Überraschungen gefasst machen, sagt der Geschäftsführer des Kölner Instituts für Handelsforschung IFH, Boris Hedde. Der Computer, der Kunden aus einer Säule heraus gezielt anspricht und Informationen zu dem gerade angesehenen Produkt übermittelt, sei schon keine Zukunftsvision mehr, so der Experte. Dabei müsse man jedoch darauf achten, dass vor allem ältere Kunden nicht überfordert würden.

Nur durch die Analyse von Gesicht und Mimik soll ein auf der Messe vorgestelltes Computerprogramm individuelle Werbung möglich machen und auch gleich Daten über den Erfolg der Botschaft sammeln. "Es ist in Zukunft sehr wichtig, dass der Kunde die Entscheidung hat, welche Daten von ihm erfasst werden", mahnt Kahl.

Findbox weist den Weg zu eingescannten Produkten

Auch ganz praktische Probleme sollen mit den auf der Messe vorgestellten Neuheiten gelöst werden. Wer hilflos vor einem riesigen Regal steht und etwa eine spezielle Druckerpatrone oder eine bestimmte Glühbirne sucht, soll mit Unterstützung einer sogenannten Findbox  zum Erfolg kommen. Entweder könne ein mitgebrachtes Produkt in die Box gelegt werden, oder der Computer helfe bei der Auswahl, verspricht Findbox- Geschäftsführer Michael Unmüßig. Die ständige Suche nach einem Verkäufer könnte da zur Nebensache werden.

24.02.2016, 08:16
AG/red
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