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11.12.2016 - 07:29
Foto: thinkstockphotos.de, flickr.com/Microsiervos

So gefährlich sind WhatsApp und Skype

17.08.2016, 17:01

Die neuen Medien bergen Chancen und Risiken. Experten warnen nun vor den "dunklen Seiten" von Skype und Co. Die "Krone" fragte bei Facebook- Rebell Max Schrems nach.

Die modernen Kommunikationsmittel WhatsApp und Skype verändern unsere tägliche Kommunikation. Wo früher telefoniert wurde, wird heute rund um den Globus Skype genutzt, wo in jüngerer Vergangenheit noch SMS geschrieben wurden, regiert WhatsApp - zudem bieten die Ableger der US- Internet- Firmen von Microsoft und Facebook an, per Knopfdruck Fotos, Videos und auch Sprachnachrichten zu versenden.

Foto: EPA

Neue Medien geraten ins Visier der EU- Kommission

Frau und Herr Österreicher sind längst auf den internationalen Technologiezug aufgesprungen, nutzen die modernen Medien, um sich mit Freunden, Verwandten und Kollegen auszutauschen. Nun fordert - wie berichtet - die EU eine strengere Regulierung. Nicht nur weil viele Telefonfirmen in Europa seit Jahren Verluste in Milliardenhöhe zu beklagen haben.

Doch nicht nur die Telekom- Branche verzweifelt, sondern auch Ermittler auf der ganzen Welt. WhatsApp und Skype werden auch von der Unterwelt und Terroristen genutzt, um sich untereinander auszutauschen. Besonders pikant: Die Anbieter rühmen sich damit, verschlüsselte und nicht überwachbare Kommunikation zu forcieren, die Gesetzeshüter hecheln dann oft einen Schritt hinterher. Auch die Paris- Attentäter sollen - wie berichtet - vorab so kommuniziert haben.

Kommt jetzt Gesetz für digitale Überwachung?

"Das erschwert unsere Arbeit immens", berichtet Klaus Mits, Leiter des rot- weiß- roten Cybercrime- Competence- Center. Mits ermittelt online gegen Kriminelle, oft sind ihm und seinen Kollegen aber die Hände gebunden. "Es gibt nun eine rege Diskussion für ein Gesetz zur digitalen Überwachung, das wir natürlich begrüßen würden", so der Experte.

Zudem birgt das mit diesen neuen Funktionen ausgestattet Handy mit all seinen Facetten ein enormes Suchtpontenzial: Heute nutzen bereits 86 Prozent der Österreicher ein Mobiltelefon. Und zwar drei Stunden täglich - Jugendliche sogar sieben Stunden!

Eltern- Leitfaden für eine sichere Online- Nutzung

Die europaweite Initiative https://www.saferinternet.at  unterstützt daher nun besorgte Eltern bei der sicheren Nutzung von Internet, Smartphones & Co., und zwar durch die gezielte Förderung von Medienkompetenz.

"Facebook-Rebell" Max Schrems
Foto: AFP

Interview: "Facebook- Rebell" Max Schrems über Datenschutz

"Krone": Herr Schrems, Sie haben bekannterweise den Internet- Giganten Facebook im Kampf um die Grundrechte der Menschen für Datenschutz vor dem Europäischen Gerichtshof in die Knie gezwungen. Das war ein fundamentaler Sieg im Sinne gegen die Massenüberwachung! Was planen Sie als nächsten Streich?
Schrems: Derzeit überlege ich, ob man einen Verein aufbauen kann, der solche Fälle strukturiert aufdeckt und dann auch klagt. Praktisch wie die Verbraucherschützer, jedoch gezielt für Online- Themen.

"Krone": Wie schützen Internet- User ihre Daten online und vor allem auf Facebook am besten?
Schrems: Man kann durch Hausverstand und Nutzung von Datenschutzeinstellungen die größten Probleme eindämmen. Leider kann man aber nicht steuern, was Facebook mit Daten im Hintergrund macht. Facebook hat zum Beispiel Daten von Leuten, die gar kein Profil haben, weil andere Leute Telefonnummern, Namen und andere Daten mit Facebook teilen.

"Krone": Die EU will WhatsApp und Skype nun regulieren. Ihre Meinung dazu?
Schrems: Ich kenne den Vorschlag noch nicht im Detail. Generell hat aber WhatsApp die SMS ersetzt und Skype das Ferngespräch. Es ist daher vollkommen logisch, dass diese Unternehmen unter die gleichen Regeln wie "Telekoms" fallen sollen.

"Krone": Was machen Sie eigentlich, wenn Sie nicht für die Grundrechte der Menschen kämpfen?
Schrems: Ich mache mein Doktorat an der Uni Wien, und ich habe die Internet- Seite www.europe- v-facebook.org  gestartet. Auf der Seite finden sich Dokumente zu Verfahren.

17.08.2016, 17:01
Matthias Lassnig, Kronen Zeitung/red
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