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04.12.2016 - 05:30
Foto: APA/EPA/LAURENT GILLIERON

Smartwatches für Swatch- Chef nur Stromfresser

24.08.2015, 09:23
Der Schweizer Uhrenhersteller Swatch hat sich Firmenchef Nick Hayek zufolge bewusst gegen Armbanduhren mit zahlreichen Computerfunktionen ausgesprochen. "Es war ein sehr sorgfältig gefällter strategischer Entscheid, kein Telefon, keinen Computer fürs Handgelenk zu produzieren", sagte er in einem Interview mit dem Schweizer "Tagesanzeiger". "Diese Geräte, die alles können, fressen so viel Strom, dass sie keine 24 Stunden ohne Steckdose aushalten."

Den Vorwurf, sein Unternehmen habe die Entwicklung auf dem Smartwatch- Feld verschlafen, lässt Hayek nicht gelten. "Wir ignorieren die Smart- Technologie überhaupt nicht, aber wir müssen ja nicht jedem Megatrend im Herdentrieb hinterherspringen."

Ein Zukunftsmarkt der multifunktionalen Uhren existiere "vorerst nur im Kopf der Analysten und Journalisten", es seien vor allem Amerikaner, die glauben, dass die Leute eine Uhr nur wegen der Funktionalität kaufen würden. "Uhren werden zuallererst wegen der Emotionen gekauft, die sie transportieren", wiederholte der Swatch- CEO frühere Aussagen.

Er müsse zudem den Eindruck korrigieren, die Schweizer Uhrenindustrie habe den Anschluss verpasst, betonte Hayek. "In Sachen Automatisierung, Miniaturisierung, Standardisierung und Reduktion des Stromverbrauchs, innovative Materialien, Transmissionstechnologien und Navigation sind wir am Jurabogen weltweit führend."

NFC- Uhr soll noch heuer kommen

Noch in diesem Jahr werde Swatch zudem eine Uhr mit NFC als Alternative zur Kreditkarte auf den Markt bringen. "Die Technologie funktioniert, wir regeln gerade noch letzte Details mit unserem Partner aus der Kreditkartenbranche", sagte Hayek. Auch zur Zugangskontrolle könne die Uhr eingesetzt werden.

"Möchte nicht, dass meine Blutdruckwerte in der Cloud gespeichert werden"

Garantiert nicht vordringen werde sein Unternehmen in den Medizinbereich. Als Uhrenproduzent könne er nicht die Verantwortung dafür übernehmen, ob sein Gerät den Kunden etwa rechtzeitig vor einem Herzinfarkt warne. "Ich persönlich möchte nicht, dass meine Blutdruck- und Blutzuckerwerte in einer Cloud oder auf Servern im Silicon Valley gespeichert sind."

24.08.2015, 09:23
AG/red
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