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20.08.2017 - 00:24
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Sind Tablets und Smartphones die Sargnägel des PCs?

21.10.2012, 10:00
Der PC ist tot. Zu diesem Schluss könnte kommen, wer die momentanen Vorgänge auf dem Hardware-Markt genauer betrachtet. Da plant Chiphersteller AMD nach massiven Gewinneinbußen eine Entlassungswelle, der 15 Prozent der Belegschaft zum Opfer fallen sollen. Intel muss Gewinnrückgänge von über 14 Prozent hinnehmen, sogar IBM überrascht mit einem schwachen Betriebsergebnis - und gleichzeitig präsentiert sich das Segment der Tablets und Smartphones ob seines rasanten Wachstums als das gelobte Land der Chiphersteller.

AMD und Intel haben dabei eines gemeinsam: Beide Chipgiganten haben den Trend hin zu Mobilgeräten statt normaler Desktop- Computer oder Notebooks verschlafen. So gut wie jedes derzeit verkaufte Smartphone oder Tablet wird von einem stromsparenden Mobilprozessor mit ARM- Architektur angetrieben. Dieses Feld wird kleineren Konkurrenten wie Texas Instruments, Qualcomm oder der Prozessorsparte von Samsung überlassen.

Intel versucht Aufholjagd

Intel hat die Entwicklung erkannt und bemüht sich um Schadensbegrenzung. Mittlerweile hat man auch stromsparende CPUs für Smartphones und Tablets im Angebot, wenngleich diese von den Geräteherstellern noch eher schleppend angenommen werden.

Hierzulande ist im Moment nur ein einziges Smartphone mit Intel- Prozessor erhältlich: Das Motorola Razr I. Ihm gegenüber stehen ganze Heerscharen von mit ARM- Prozessoren ausgerüsteten Smartphones und Tablets verschiedenster Hersteller.

Ratlosigkeit bei AMD

Während Intel die Zeichen der Zeit erkannt hat und langsam, aber doch auf den Trend hin zum Mobilgerät reagiert, sieht es bei AMD düster aus. Dort hat man noch nicht einmal eine vielversprechende Strategie präsentiert, wie man auf die veränderten Marktbedingungen reagieren will.

Zwar hat AMD mit seinen APU- Prozessoren, bei denen eine recht potente Grafikkarte schon am Chip integriert ist, eine Lösung hervorgebracht, die insbesondere bei Notebooks gut angenommen wird. Für Smartphones oder Tablets hat AMD momentan aber kaum etwas im Angebot – auch, weil aktuelle Mobilbetriebssysteme nicht für Prozessoren von AMD oder Intel optimiert sind.

Android und iOS sind für Prozessoren mit ARM- Architektur optimiert, und auch Microsofts Windows Phones laufen mit den kleinen, stromsparenden ARM- CPUs. Für Android- basierte Intel- Smartphones wie das Razr I muss das Betriebssystem erst auf Intels x86- Architektur portiert werden – für die Smartphone- Hersteller ein mühsamer Vorgang.

Chancengleichheit durch Windows 8?

Freilich: Sowohl Intel als auch AMD haben stromsparende Mobilprozessoren für den PC- Bereich im Angebot, wie sie derzeit beispielsweise in Netbooks zur Anwendung kommen. Noch sparsamere Varianten dieser Chips könnten künftig auch in Tablets eingesetzt werden. AMD hat hier die APUs der Z- Serie angekündigt und auch Intel bietet mit dem Atom Z2760 einen speziell auf die Anforderungen in Tablets ausgerichteten Prozessor an.

Mit dem Release von Windows 8 am 26. Oktober könnten diese Komponenten den für die Aufholjagd der beiden Chipschmieden nötigen Rückenwind bekommen. Microsofts neues Betriebssystem wird es sowohl in einer Variante für klassische x86- Prozessoren von Intel oder AMD, als auch in einer ARM- Variante namens Windows RT geben.

Setzen sich leistungsstarke Windows- Tablets mit Intel- oder AMD- Prozessor am Markt durch, etwa weil auf ihnen im Gegensatz zu ARM- Geräten neben optimierten Apps auch normale Windows- Software läuft, so bekämen wohl auch die etablierten Chipschmieden AMD und Intel wieder Aufwind.

Smartphone und Tablet: Wachstumsraten von 40 Prozent

Wenngleich Windows 8 wieder für etwas Chancengleichheit auf dem Hardware- Markt sorgen dürfte, so ist es doch auch ein weiteres Indiz für den Trend weg vom PC und hin zu benutzerfreundlichen Geräten mit Touch- Bedienung. Microsoft versucht, sich mit seinem neuen Betriebssystem als Komplettanbieter zu etablieren, dessen Softwareumgebung auf allen Geräten nutzbar ist. Dazu gehört Windows 8 für x86- Prozessoren auf dem Desktop, Windows RT für günstige ARM- basierte Tablets und das kommende Windows Phone 8 für Smartphones.

Das nützt sowohl der ARM- Fraktion als auch Intel und AMD und könnte insbesondere bei den beiden letztgenannten Hardware- Spezialisten wieder Geld in die Kassen spülen. 40 Prozent Wachstum für den Tablet- Markt und 43 Prozent Wachstum bei Smartphones prognostiziert der deutsche Branchenverband Bitkom für die beiden aufstrebenden Segmente.

Dem PC selbst nutzt das aber nichts: Ihm prognostiziert Bitkom ein Minus von 0,7 Prozent und damit – wenn die Entwicklung anhält – einen langsamen Tod. Einen Tod, bei dem er zwar nicht so schnell von der Bildfläche verschwindet, aber zunehmend von Mobilgeräten verdrängt werden wird.

21.10.2012, 10:00
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