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05.12.2016 - 12:29
Foto: AP, EPA

Physik- Professor prophezeit Technik bis zum Jahr 2100

28.03.2011, 11:33
Michio Kaku, Physikprofessor an der renommierten City University von New York, sorgt seit Jahren für Aufsehen und freudige Erwartung bei Science-Fiction-Fans wie Wissenschaftlern. Schließlich ist er der Überzeugung, dass fast alle Zukunftsszenarien aus Filmen und Büchern in den nächsten Jahrzehnten Wahrheit werden könnten - vom Internet im Augapfel über Roboterdiener und der Wiederauferstehung ausgestorbener Arten à la Jurassic Park bis zu günstiger Raumfahrt.
Kaku  erklärt seit Jahren (siehe Infobox) aus wissenschaftlicher Sicht, warum verschiedenste Zukunftsszenarien nicht so weit hergeholt sind, wie sie im ersten Moment scheinen. Vor Kurzem ist sein neues Buch "Physics of the Future: How Science will Change Daily Life by 2100" erschienen, das die möglichen Entwicklungen der nächsten 89 Jahre beschreibt - und wie diese unser tägliches Leben beeinflussen werden.

Internet im Augapfel

Aus Filmen wie "Predator" oder "Total Recall" bekannt, könnte das Internet im Augapfel schon in den nächsten 20 bis 50 Jahren zu unserem Leben gehören. Das Internet werde zur Kontaktlinse, sagt Kaku voraus. So könne man online die Biographie des Gegenübers nachschlagen oder sich Untertitel für fremde Sprachen anzeigen lassen. An- und Abschalten soll allein mit Blinzeln funktionieren.

Sensoren zur Kontrolle

Computer und andere Geräten können in Zukunft über Mini- Sensoren, die Gehirnwellen auslesen, gesteuert werden, ist Kaku überzeugt. Doch auch der Mensch soll über Sensoren kontrolliert werden: Die Detektoren werden Kaku zufolge in Kleidung ebenso zu finden sein wie im Badezimmer und die Gesundheit des Menschen überwachen.

Erweiterte und virtuelle Realität

Was auf dem Holodeck in "Star Trek" und "Matrix" Normalität ist, soll in unserem Leben in etwa 20 bis 50 Jahren Einzug halten. Die Entwicklung ist bereits gestartet, doch laut Kaku wird es in den nächsten Dekaden große Fortschritte geben. Als Beispiel sieht er Anwendungen, die antike Städte zum Leben erwecken. Schon heute erfreuen sich "Augmented Reality"- Anwendungen, die digitale Infos und Bilder in die Umgebung einfügen, besonders bei Autofahrern und Touristen großer Beliebtheit.

Formenwandel

Wie etwa in der "Terminator"- Reihe könnten Objekte - allerdings keine mechanischen Menschen - in den nächsten 50 Jahren vollständig verformbar sein. Funktionieren soll das mit Hilfe der Nanotechnologie, die Gegenstände mittels Software veränderbar macht. So könnte aus einem Sessel im Handumdrehen ein Tisch werden, sagt Kaku im Interview  mit CNN voraus. Ein einzelner Nanochip soll dabei nicht größer als ein Sandkorn sein.

Roboter

Binnen 100 Jahren werden Roboter zu unseren alltäglichen Helfern gehören, glaubt der Physikprofessor. Zwar gibt es schon jetzt diverse Maschinen, die etwa bei Operationen helfen und im Kriegs- oder Katastrophenhilfseinsatz sind. Doch bis etwa 2100 "werden wir Roboter- Dienstmädchen und -Butler haben", zeigt sich Kaku gegenüber CNN überzeugt. Auch automatische Krankenschwestern würden dann Realität. Ob die Roboter allesamt als schlau bezeichnet werden können, sei fraglich, doch sie werden sich seiner Ansicht nach an menschlichen Bewegungen orientieren.

Wiederauferstehung ausgestorbener Arten

Ebenfalls in 100 Jahren wird es möglich sein, ausgestorbene Tierarten à la "Jurassic Park" wiederauferstehen zu lassen, so Kaku. Im Zoo der Zukunft sei das völlig normal.

Viel länger leben

Wenn der Tierpark der Zukunft neue alte Arten beherbergt, könnte das der Freizeitplanung entgegenkommen - schließlich sollen Menschen in den kommenden 100 Jahren eine wesentlich längere Lebensspanne haben. Durch Vergleiche mit Schimpansen hätten Genetiker bereits jene 1,5 Prozent der Gene ausmachen können, die für die doppelt so lange Lebenserwartung des Menschen verantwortlich sein könnten, erklärt Kaku. Zudem erlauben Fortschritte in der Zellforschung das Züchten von Organen. "Altern ist nicht notwendigerweise unausweichlich", orakelt Kaku gegenüber CNN. Ab dem Alter von dreißig könnte man in Zukunft entspannen.

Raumfahrt für alle

Die Zeit der ungeheuer teuren Raumfahrtprogramme könnte bis 2100 ein Ende haben, wenn der Laserantrieb die kostspieligen chemikalischen Raketen ablöst. Kaku zufolge ist es dann auch möglich, sich mit einem Lift Hunderte Kilometer in den Weltraum befördern zu lassen.

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