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18.01.2017 - 20:49
Foto: AKG / Video: AKG/4concepts

Made in Austria: AKGs 1.200- Euro- Stöpsel im Hörtest

17.12.2011, 09:00
Schon einmal mit dem besten Anzug im strömenden Regen joggen gegangen? Oder sich spätnachts in der U-Bahn mit der goldenen Armbanduhr, einem Erbstück des Großvaters, direkt neben die Gruppe finster dreinschauender Gestalten gesetzt? Nein? Doch genau das ist es, was der heimische Kopfhörerhersteller AKG seinen Kunden mit dem neuen "K3003" abzuverlangen scheint - wenn auch nur im übertragenen Sinne.

Denn der Kopfhörer ist nicht gerade das, was man gemeinhin als günstig oder lapidar als "Schnäppchen" bezeichnen würde. Mit einem Preis von derzeit laut Online- Preisvergleich günstigstenfalls 877 Euro ist er - gelinde gesagt - sogar sauteuer. Ja, richtig gelesen: 877 Euro für ein Paar Kopfhörer. "So klingt Luxus", lautet daher passenderweise das Motto des Herstellers, dessen unverbindliche Preisempfehlung mit 1.199 Euro sogar noch deutlich höher liegt.

Beim "K3003"  handelt es sich allerdings nicht, wie man angesichts des Preises vielleicht vermuten würde, um gewöhnliche Kopfhörer, sondern sogenannte In- Ears, im Volksmund auch Ohrstöpsel genannt. Das überrascht insofern, weil der typische Audiophile, der sich nach getaner Arbeit zum Entspannen auf eine Chaiselongue aus schwarzem Leder bettet, um seine Ohrwascheln mittels Musik aus einzelnen HiFi- Komponenten (bitte bloß keine Kompaktanlage!) akustisch zu umspülen, in der Regel Muschelkopfhörer verwendet - also solche, die man sich aufsetzt und nicht ins Ohr stopft.

Dass sich die von AKG wohl vordergründig ins Auge gefasste Zielgruppe der Musikliebhaber nicht für ein In- Ear- Modell entscheidet, selbst wenn es sich wie beim K3003 um die laut Herstellerangaben kleinsten 3- Wege- Ohrhörer der Welt handelt, hat zumeist gute Gründe. Die liegen neben dem Tragekomfort vor allem im Klang, schwächeln Stöpsel konstruktionsbedingt doch in der Regel bei den Tiefen. Ein satter Bass verlangt nach einer großen Membran - und die hat im Ohr(stöpsel) eben weniger Platz als darauf.

Ein Luxus- Kopfhörer, der ausgeführt werden will

AKG tritt nun allerdings an, bekannte Klischees zu widerlegen und alte Traditionen über Bord zu werfen. Der K3003 versteht sich als Referenzkopfhörer mit unverfälschter Klangwiedergabe, der trotz oder gerade wegen seines Preises ausgeführt werden soll. Vielleicht nicht gerade zum Sporteln, aber zumindest beim alltäglichen Pendeln in den Öffis. Dafür kommen die von Hand gefertigten Stöpsel aus gebürstetem Edelstahl und individueller Seriennummer mitsamt robust umgarntem Kabel sowie einem eleganten Lederetui daher. Ein Adapter fürs Flugzeug liegt im Gegensatz zu einem großen Klinkenstecker ebenfalls bei - ein weiteres Indiz dafür, dass man mit dem teuren Stück das Haus verlassen soll oder zumindest kann, sofern man denn möchte.

Dass der Kopfhörer dabei möglicherweise bloß an einen MP3- Player gestöpselt wird, der Musik mit - für jeden Audiophilen geradezu lächerlichen - 128 kbit/s wiedergibt, scheint man bei AKG einkalkuliert zu haben. Der K3003 möchte nämlich beides sein: Lifestyle- und Qualitäts- Produkt für den Musikliebhaber. Dabei stellt sich zwangsweise die Frage: Ja, wie klingt er denn überhaupt? Das möglichst objektiv zu beantworten, ist freilich schwer. Hörgewohnheiten und -präferenzen sind schließlich verschieden.

Was sich nach einem Hörtest unter ständigem Wechseln von insgesamt vier Kopfhörern unterschiedlicher Preisklassen, einem CD- und einem MP3- Player als Wiedergabegerät sowie Musik verschiedenster Genres (Chopin versus Nu Metal) jedoch sagen lässt: Der K3003 klingt exzellent - im Vergleich zu einem zehn Euro teuren No- Name- Fabrikat in In- Ear- Bauform überragend, verglichen mit dem ebenfalls von AKG stammenden und während zahlreicher Home- Recording- Sessions bewährten AKG K240 MK Studio II immerhin noch hörbar überlegen.

Der dumpfe Schleier lüftet sich

Fast scheint es dabei so, als lüftete sich ein dunkler, dumpfer Schleier von der Aufnahme, die daraufhin in all ihren Facetten zu erklingen beginnt - von den brummenden Tiefen bis in die strahlenden Höhen. Der Frequenzbereich erstreckt sich dabei laut AKG von 10 Hertz bis 30 Kilohertz. Brillanz und Klarheit sind Worte, die einem beim Hören mit dem K3003 in den Kopf und das Ohr schießen. Doch um das bewusst wahrzunehmen, muss man auch bewusst hinhören. Einfach so nebenbei beschallen? Dafür ist der K3003 nun wirklich zu schade (und zu teuer).

Schon schwieriger sind die Unterschiede beim direkten Vergleich mit dem ebenfalls neuen - und nebenbei bemerkt: mit 300 Euro deutlich günstigeren - Referenz- Muschelkopfhörer von AKG, dem K550, auszumachen. Der ist zwar, wie die beiden anderen Vergleichskopfhörer auch, eindeutig leiser als der K3003, in puncto Tragekomfort hat er die Ohren aber vorn und auch die Bässe wirken satter als beim K3003.

Unterschiedliche Filter für unterschiedliche Klangvorlieben

Für diesen Fall hat AKG allerdings vorgesorgt und den K3003- Stöpseln unterschiedliche mechanische Filter beigelegt. Wer es basslastiger mag, schraubt die Referenz- Filter einfach ab und die Bass- Schalltrichter drauf. Gleiches gilt für den Satz Höhen- Filter. Für große Hände und Finger sind die filigranen Aufsätze allerdings weniger gemacht - wer sich zur Gruppe der Wurstfinger- Besitzer zählt, wird sich demnach auf einen Filter/Klang festlegen und diesen wohl so schnell nicht mehr wechseln.

Fazit: Von allen getesteten Kopfhörern hat der K3003 den - subjektiv empfunden - besten Klang. Ob man den allerdings auch unterwegs genießen kann, wenn man etwa in der polternden U- Bahn neben dem schreienden Kleinkind sitzt, sei dahingestellt. Viel wichtiger und entscheidender ist jedoch, ob guter Klang knapp 900 Euro wert ist. Für Otto Normalverbraucher, der auf dem Weg zur Arbeit mit seinem iPod nur kurz David Guetta und Co. in komprimierter MP3- Form genießen möchte, stellt sich diese Frage wohl nicht. Für sie bleibt der K3003 ein tolles, aber unerschwingliches Produkt. Wer jedoch mit dem nötigen Kleingeld gesegnet ist, große Stücke auf exzellente Klangwiedergabe hält oder noch ein exklusives Weihnachtspräsent sucht, kann einen Hinhorcher riskieren.

17.12.2011, 09:00
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