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03.12.2016 - 03:47
Foto: Lenovo, thinkstockphotos.de, krone.at-Grafik

Lenovos Tablet, das gern ein Netbook wäre, im Test

24.08.2013, 15:00
Ein Atom-Tablet, das sich dank Tastaturhülle im Aktenmappen-Look im Bedarfsfall in einen Netbook-Ersatz verwandelt, hat Lenovo mit dem Ideapad Miix 10 im Sortiment. Für vergleichsweise günstige 470 Euro soll das Gerät die Vorteile eines Tablets mit jenen eines leichten Notebooks kombinieren. Ob das gelingt und das Miix auch im Arbeitseinsatz überzeugt, klärt unser Test zu Lenovos Verwandlungskünstler.

Dass ein Windows- Tablet zu einem Preis unterhalb der 500 Euro kein Leistungsmonster ist, war zu erwarten. Als Prozessor kommt der in dieser Geräteklasse beliebte Intel Atom Z2760 mit zwei Kernen und 1,8 Gigahertz Takt zum Einsatz, die Arbeitsspeicherausstattung beläuft sich auf zwei Gigabyte. Der interne Speicher des Ideapad Miix beläuft ist 64 Gigabyte groß, wovon allerdings ein Großteil von Windows 8 belegt wird.

Speicher erweiterbar, Prozessor zweckmäßig

Glücklicherweise kann der Speicher mittels microSD- Karte um 64 Gigabyte erweitert werden, weshalb der knapp bemessene Platz nicht weiter stört. Die verbauten Komponenten sorgen für schnelle Startvorgänge und auch Anwendungen werden rasch geöffnet.

Sind mehrere Hintergrundprozesse aktiv, kann es passieren, dass das Gerät wegen des schwachen Prozessors ins Stocken kommt. Den Möglichkeiten tut das keinen Abbruch: Auf dem Miix stellt Surfen ebenso wenig ein Problem dar wie das Arbeiten mit einem Office- Paket. Rechenintensive Anwendungen und viele gleichzeitige Tasks werden aber mitunter zur Geduldsprobe.

Display für Auflösungsfetischisten ungeeignet

Der Touchscreen des Ideapad Miix löst mit 1.366 mal 768 Bildpunkten auf und bietet dank IPS- Technologie sehr gute Betrachtungswinkel. Auch die strahlenden Farben und die hohe Helligkeit wussten im Test zu gefallen.

Im Freien kämpft man wie bei allen Tablets mit heftigem Spiegeln und für Auflösungsfetischisten ist das 720p- Display möglicherweise etwas zu grobkörnig. Aber zu diesem Preis bietet Lenovos Verwandlungskünstler ein durchaus brauchbares Display.

Kamera reicht für Videotelefonie, NFC & GPS fehlen

Zweckmäßig ist die integrierte Kamera des Ideapad Miix. Die sitzt an der Vorderseite und liefert eine Auflösung von 1,3 Megapixeln. Für Videotelefonie bei guten Lichtverhältnissen ist das ausreichend, bei Dämmerlicht verrauscht das Bild aber schnell. Eine zweite Kamera hat das Ideapad Miix nicht, was uns in der Praxis aber nicht gestört hat. Ein Tablet ist ohnedies kein Fotoapparat.

Bei den unterstützten Funkstandards gibt es wenig zu mäkeln. Das Gerät beherrscht WLAN nach N- Standard und funkt über stromsparendes Bluetooth 4.0. Den Nahbereichsfunk NFC kennt es hingegen nicht und auch auf ein GPS- Modul haben Lenovos Ingenieure verzichtet.

Nicht durchdacht: USB- Port in Hülle unzugänglich

Etwas dürftig ist die Anschlussvielfalt geraten. Es gibt einen Klinkenanschluss für Kopfhörer und Mikros, einen microHDMI- Abschluss, über den via Adapter externe Monitore und Beamer angesteuert werden und einen microUSB- Anschluss, der allerdings bei Verwendung des Gerätes in der Keyboard- Hülle nicht nutzbar ist.

Eben weil der microUSB- Port nicht zugänglich ist, wenn das Tablet in der Halterung der Tastaturhülle einrastet, wären USB- Ports an der Tastatur wünschenswert gewesen. Aber auch dort gibt es keine, weshalb die Verwendung externer Festplatten, Mäuse oder sonstiger Peripherie im Netbook- Modus unmöglich ist.

Gut gemachte Hülle, aber scharfkantiges Tablet

Was die Verarbeitungsqualität angeht, hinterlässt das Ideapad Miix gemischte Gefühle. Gut gefallen hat uns die beiliegende Tastaturhülle mit Stoffoberfläche, in der eine Plastikhalterung dem Tablet sicheren Halt gibt, es aber auch nicht so fest hält, dass es mühsam zu entfernen wäre. Auch die Tastatur im Cover bietet ein angenehmes Tippgefühl und ist ausreichend groß.

Und dass ein kräftiger Magnet im Keyboard- Cover das Tablet im Netbook- Modus in Position hält, wirkt durchaus edel. Weniger edel wirkt das Gerät an sich. Während es an der Glasfront nichts zu bemängeln gibt, ist der Übergang zwischen der Front und dem Plastik- Chassis für unseren Geschmack etwas zu scharfkantig geraten. So richtig angenehm in der Hand liegt das Tablet so nicht - trotz geringem Gewicht.

Geringer Geräuschpegel, passable Akkulaufzeit

Erfreulich ist die lange Laufzeit des passiv gekühlten und somit flüsterleisen Miix. Laut Hersteller soll es mit seinem 6.800 Milliampere- Stunden starken Akku bis zu zehn Stunden durchhalten. Ein Wert, der wohl nur unter Idealbedingungen zu erreichen ist.

In unserem Test mit hoher Bildschirmhelligkeit, Internetsurfen via WLAN, YouTube- Videos und anspruchslosen Spielen aus dem Windows Store hielt das Gerät nicht ganz sechs Stunden durch, bei sparsamerer Verwendung dürfte es noch ein, zwei Stunden länger mit einer Akkuladung auskommen. Ein durchaus passabler Wert.

Desktop- Bedienung mangels Trackpoint mühsam

Weniger passabel gestaltet sich die Bedienung des Mischlings aus Tablet und Netbook. Während wir im Tablet- Modus bis auf die scharfen Gehäusekanten ganz glücklich mit dem ohne Hülle nicht ganz 600 Gramm schweren Gerät waren, stießen wir bei der Nutzung von Desktop- Anwendungen schnell an die Grenzen der Touch- Bedienung.

Wünschenswert wäre für diesen Fall ein Trackpoint, wie er in Lenovos Thinkpad- Modellreihe quasi Standard ist. Ein solcher hätte am Tastatur- Cover noch problemlos Platz gefunden und würde bei der Navigation in den kleinteiligen Menüs klassischer Windows- Software eine große Hilfe darstellen. Ein Problem, das das Ideapad Miix mit dem kürzlich getesteten Acer Aspire P3 teilt (siehe Infobox).

Touch- Bedienung zum Arbeiten oft ungeeignet

Der fehlende Trackpoint ist es auch, der uns das Ideapad Miix trotz des ambitionierten Ansatzes nicht als vollwertiges Arbeitsgerät sehen lässt. Eine Bluetooth- Maus – der microUSB- Port ist ja nicht zugänglich – schafft zwar Abhilfe, ein mobiler PC sollte sich aber auch mit Bordmitteln vernünftig bedienen lassen.

Der Verzicht auf eine weitere Eingabemethode neben Touchscreen und Tastatur schadet dem Miix als Arbeitsgerät unserer Ansicht nach sogar mehr als der schwache Prozessor.

Dabei wäre das Gerät ansonsten eigentlich ein heißer Tipp für ein günstiges mobiles Arbeitsgerät. Der x86- Prozessor trägt dafür Sorge, dass auf dem Miix trotz des geringen Gewichts ein vollwertiges Windows 8 läuft, auf dem jede normale Windows- Software ausgeführt werden kann. Weil die Steuerung aber nur mit Bluetooth- Maus vernünftig gelingt, verspielt das Gerät diesen Vorteil zum Teil gleich wieder.

Fazit: Das Warten auf den idealen Alleskönner geht weiter

Über einige der im Test geäußerten Kritikpunkte kann man unserer Ansicht nach angesichts des relativ günstigen Preises hinwegsehen. Dass man für weniger als 500 Euro keinen potenten Core- i-Prozessor und auch kein Full- HD- Display erwarten kann, ist nachvollziehbar, wenngleich man für hundert Euro mehr bereits Acers mit fähigem Core i3 ausgestattetes Aspire P3 bekommt, das dafür aber bei Wärmeentwicklung und Gewicht den Kürzeren zieht.

Weil das Ideapad Miix 10 bei der Bedienung im Desktop- Modus einem billigen 300- Euro- Netbook wie dem Thinkpad Edge E135 unterliegt und man für die Preisdifferenz bereits günstige Android- Tablets namhafter Hersteller dazu bekommt, halten wir ein Gespann aus Notebook und Mini- Tablet derweil noch für die bessere Wahl. Zumindest, bis der erste Hersteller ein Gerät à la Miix mit Trackpoint ausliefert und so den Windows- Desktop vernünftig bedienbar macht.

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