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09.12.2016 - 22:20
Foto: Imagination.at

Konzerne reißen sich um Technologie aus Österreich

09.04.2010, 11:04
Der US-Mobilfunkzulieferer Qualcomm hat dem österreichischen Unternehmen Imagination Computer Services eine Technologie abgekauft, an der auch der Suchmaschinenriese Google und der Elektronikkonzern Samsung Interesse gezeigt haben sollen. Konkret geht es dabei um eine Verfahren für Augmented Reality (AR) - also die Erweiterung der wahrgenommenen Realität mit digitalen Informationen - für mobile Endgeräte.

Qualcomm hat dazu ein "Austria Research Center" gegründet. Neben San Diego, Santa Clara, Peking und Seoul ist Wien nun das fünfte Forschungs- und Entwicklungszentrum des US- Unternehmens - und damit das erste in Europa, bestätigte Thomas Nindl, der für die Geschäftsentwicklung von Qualcomm in Zentraleuropa zuständig ist. Man investiere rund 20 Prozent des Umsatzes, also etwa zwei Milliarden US- Dollar (1,5 Milliarden Euro), in Forschung und Entwicklung.

Hindernisse aus dem Weg geräumt

Die Technologie sei in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Graz entwickelt worden, erklärte Michael Gervautz, Mitgründer und -eigentümer von Imagination Computer Services. Er sieht in dem Deal die beste Lösung, weil ein kleines Unternehmen wie seines mit zwei Hindernissen konfrontiert sei: Einerseits fehlt der globale Vertriebskanal, andererseits der Einfluss auf die Hardware.

"Aber das Angebot von Qualcomm war auch sehr gut", so Gervautz, der zum Kaufpreis keine Details verraten wollte und mit vier weiteren Mitarbeitern zum US- Unternehmen gewechselt ist. Die Forscher von Imagination stünden an der Spitze der akademischen Gemeinschaft und hätten in den vergangenen 15 Jahren zahlreiche wichtige Forschungsberichte im AR- Bereich publiziert, streut Qualcomm den Wienern Rosen. "Wir nehmen hier die Poleposition ein, was beim Verhandeln sehr angenehm war", zeigte sich auch Gervautz zufrieden.

Interesse von Samsung und Google

Der Verkaufsprozess sei vor rund zwei Jahren gestartet worden. Sowohl Samsung als auch Google hätten in der Zwischenzeit angeklopft, wobei der Internetriese dafür zahlen wollte, dass die Technologie Open Source - also allgemein zugänglich - wird und damit Entwicklern offen steht. Google wollte sich dazu nicht äußern. Für Qualcomm sei AR ein wichtiges Thema, in das "einige hundert Millionen" investiert werden, so Gervautz. Großes Potenzial sieht er unter anderem im Spielemarkt sowie im Marketing.

Wenn man seine Handykamera auf ein Gebäude oder ein Produkt richte, werden auf dem Display zusätzliche Informationen dazu sichtbar. Dabei gehe es aber nicht wie bei anderen Technologien um den Ort, an dem sich der Nutzer befindet, sondern um die Bilderkennung. Gegenstände sollen also tatsächlich wegen ihres Aussehens identifiziert werden, nicht aufgrund ihres Standorts. Zwar hätten auch auf dem Navigationssystem GPS und Co. basierende Technologien ihre Berechtigung, sie seien aber teilweise recht einfach gestrickt. "Die Großen können das einfach nachbauen", sagte Gervautz.

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