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07.12.2016 - 20:07
Foto: Samsung, krone.at-Grafik

Kann auch fotografieren: Samsung Galaxy NX im Test

22.09.2013, 09:00
Telefonieren kann man zwar nicht damit, ansonsten bringt Samsungs Galaxy NX aber nahezu alle Annehmlichkeiten eines Smartphones mit sich. Der eigentliche Bestimmungszweck der Samsung-Systemkamera kann da schon einmal in Vergessenheit geraten: das Fotografieren. krone.at hat die laut Angaben der Südkoreaner "welterste Android-Systemkamera mit 3G, LTE und WLAN" getestet.

Dass die erstmals Ende Juni in London offiziell vorgestellte Galaxy NX anders ist als herkömmliche Spiegelreflex- oder Systemkameras, offenbart sich bereits auf den ersten Blick: Wären da nicht der hervorstehende Griff und das Objektiv vorne drauf, das mit 410 Gramm überraschend leichte Gehäuse der NX könnte ohne Weiteres als ein etwas "fester" gebautes Smartphone durchgehen. Durch das mit 4,8 Zoll besonders große und mit 1.280 x 720 Pixeln hochauflösende Touchdisplay auf der Rückseite wird dieser Eindruck zusätzlich verstärkt.

Da kann man als Nutzer einer "gewöhnlichen" Spiegelreflexkamera schon ein bisschen neidisch werden. Zumal mit dem Display eine ganze Reihe von Vorzügen einhergehen, die bislang Smartphone- Besitzern vorbehalten waren. So genügt ein Fingerzeig auf dem Display etwa, um den Fokus auf eine gewünschte Stelle scharfzustellen, Bilder durchzuwischen oder mittels bekannter Spreizgeste in Aufnahmen hineinzuzoomen. Ebenso schnell und bequem navigiert man durch die übersichtlich gestalteten Menüs oder passt bei der kamerainternen Bearbeitung der Aufnahmen mittels Effekten diverse Parameter an.

Durchdachtes Bedienkonzept

Die anfängliche Skepsis, dass es der NX für eine ernstzunehmende Kamera an vielen der sonst typischen Einstellräder und Knöpfe mangelt, ist schnell verflogen. Samsung lässt dem Fotografen die Wahl, wie er die Kamera bedienen möchte, und bietet gleich mehrere Benutzeroberflächen bzw. Bedienkonzepte. Einsteiger wählen die intelligente Automatik und betätigen lediglich den Auslöser. Wer sich mehr zutraut, wählt hingegen bequem mithilfe des rechten Daumens über das Touchdisplay das passende Motivprogramm, während Fortgeschrittene auf die gleiche Art über ein virtuelles Einstellrad auf Programm- , Blenden- und Verschlussautomatik oder den manuellen Modus zugreifen.

Auch (fast) ganz klassisch zu bedienen

Beim Festlegen von Parametern wie Weißabgleich oder ISO- Wert ist mitunter jedoch Geduld gefragt, fallen die entsprechenden Schaltflächen doch vergleichsweise klein aus und liegen noch dazu eher ungünstig am oberen Bildschirmrand. Doch auch für diesen Fall hat Samsung vorgesorgt und der NX einen elektronischen Sucher (800 x 600 Pixel, 100% Bildabdeckung) spendiert. In Kombination mit den bekannten "i- Function"- Objektiven des Herstellers, bei denen sich bestimmte Aufnahmeparameter über den Fokusring des Objektivs verändern lassen, kann die NX damit wie eine klassische Spiegelreflex auch ohne "Touch" allein durch den Sucher bedient werden. Clever: Ein Augenkontaktsensor erkennt, wenn der Nutzer durch den Sucher blickt, und schaltet das Display ab, um Strom zu sparen.

Doch kein Systemkamera- Leichtgewicht

Während die Bedienung der Galaxy NX also kaum Anlass zur Kritik gibt, gestaltet sich die Handhabung der Kamera an sich schon schwieriger, insbesondere bei längerer Nutzung. Aufgrund der eher länglichen und schmalen Bauform liegt bzw. sitzt das Gehäuse nämlich nicht allzu fest in der Hand. Bei angeschraubtem Objektiv droht die Kamera zudem relativ leicht nach vorne wegzukippen. Hinzu kommt, dass die Galaxy NX mitsamt Linse und ihrem besonders großen, dadurch aber auch entsprechend schweren 4.360- mAh- Akku wieder vieles von ihrem anfänglichen Gewichtsvorteil gegenüber klassischen DSLRs einbüßt und schnell 700 Gramm und mehr auf die Waage bringt.

Totale Vernetzung

In der Handhabung etwas gewöhnungsbedürftig ist darüber hinaus das gewählte Speicherkartenformat: Samsung setzt wohl aus Gründen der Platzersparnis auf den winzigen microSD- Standard, wodurch der Kartenwechsel jedoch unnötig erschwert wird. Das Risiko ist außerdem groß, dass die bis zu 64 Gigabyte fassenden Karten in der Hektik eines Kartenwechsels verloren gehen. In unmittelbarer Nähe zum microSD- Slot befindet sich übrigens der Steckplatz für die Micro- SIM- Karte, vermag die Galaxy NX doch nicht nur über schnelles Dual- Band- WLAN online zu gehen, sondern auch via Mobilfunknetz mittels 3G und sogar LTE. Bluetooth 4.0 ist serienmäßig ebenso an Bord wie eine DLNA- Unterstützung.

Android bringt Apps auf die Kamera

In Verbindung mit Googles mobilem Betriebssystem Android, das in der Version 4.2 zum Einsatz kommt, ergeben sich daraus viele neue Anwendungsmöglichkeiten und zum Teil auch Vorteile für den Fotografen. Der wohl naheliegendste: Ein entsprechender Datentarif vorausgesetzt, lassen sich Bilder direkt per E- Mail oder über soziale Netzwerke mit Freunden teilen. Eine andere Option: Mithilfe von Apps aus Googles Play Store können Aufnahmen ohne Umweg über den PC auf verschiedenste Art und Weise bearbeitet werden. Wer möchte, kann freilich stattdessen auch einfach eine Runde "Angry Birds" spielen oder von sonst irgendeiner Anwendung Gebrauch machen.

Reichlich Software drumherum

Möglich ist außerdem, das Smartphone per "Remote Viewfinder" zu einem Kamera- Sucher umzufunktionieren, um aus der Ferne über das Mobilgerät den Auslöser zu betätigen oder bestimmte Einstellungen vorzunehmen. Auch das kennt man bereits von anderen Herstellern. Samsung- spezifisch ist hingegen die Möglichkeit, sich basierend auf den per GPS ermittelten Standortinformationen zu den schönsten Motiven in der näheren Umgebung lotsen zu lassen. "Photo Suggest" nennt der Hersteller diese Funktion, der vor allem Urlauber etwas abgewinnen dürften.

Adobes Lightroom 5 als Draufgabe

Ohnehin gilt für die Galaxy NX, was auf viele andere Samsung- Geräte ebenso zutrifft: Das Softwareangebot ist mehr als umfangreich. Zahlreiche Fotomodi und Effekte erlauben die schnelle und unkomplizierte Anpassung der Aufnahmen noch auf der Kamera. So bügelt der Schönheits- Porträt- Modus beispielsweise zuverlässig jede Falte aus dem Gesicht, während Funktionen wie "Drama Shot" und "Sound & Shot" Bildstrecken von bewegten Motiven zu einem dynamischen Action- Foto zusammenfügen oder Urlaubsfotos mit einem persönlichen Audio- Gruß versehen. Die Instagram- Generation jedenfalls freut's. Wer seine Bilder lieber klassisch am PC bearbeitet, muss aber nicht verzagen: Jeder Galaxy NX liegt Adobes Photoshop Lightroom in der aktuellen Version 5 bei.

Großer Sensor für Aufnahmen auch bei wenig Licht

Viel Nachbearbeitung ist aber gar nicht vonnöten: Der 23,5 x 15,7 Millimeter große und mit 20,3 Megapixeln auflösende CMOS- Bildsensor im APS- Format liefert im Zusammenspiel mit dem schnellen Hybrid- Autofokus auch bei wenig Umgebungslicht sehr zügig ansehnliche Ergebnisse – sowohl als Bild im JPEG- oder RAW- Format als auch in Form von Full- HD- Videos, die die Galaxy NX mit 25 Bildern pro Sekunde dreht. Beim Fotografieren schafft es die Samsung- Systemkamera bei der niedrigsten Verschlusszeit von 1/6.000 Sekunde auf bis zu 8,6 Bilder pro Sekunde, um selbst kleinste bzw. schnellste Bewegungen einzufangen. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit könnte jedoch gefühlsmäßig etwas schneller sein. Erst im Nachhinein fiel zudem auf, dass das prächtig strahlende Display der Kamera die Bilder offenbar wesentlich heller wiedergibt, als sie eigentlich sind. Hochauflösende Bilder vom Test gibt es online auf Flickr .

Fazit: Dass man mit der Galaxy NX auch fotografieren kann, geriet während des Tests fast in Vergessenheit. Die Systemkamera von Samsung überzeugt nebst guter Bildqualität vor allem durch ihre umfangreiche Ausstattung – allen voran in puncto Konnektivität. Ob man diese als Fotograf tatsächlich braucht, sei jedoch dahingestellt. Gleiches gilt für die vorinstallierten Funktionen und Modi, die das Leben des Nutzers zwar zweifelsohne angenehmer, aber nicht unbedingt übersichtlicher machen. Pluspunkte sammelt die Kamera jedenfalls mit ihrem durchdachten Touch- Bedienkonzept, das mit kleinen Ausnahmen schnell und intuitiv erlernbar ist.

Abstriche gibt es hingegen bei der Ergonomie und dem Handling (verantwortlich dafür zeichnen u.a. das verwendete microSD- Format und das für Systemkameras relativ hohe Gewicht). Hier gilt: Die Kamera vor dem Kauf unbedingt selbst ausprobieren und in die Hand nehmen! Kauf ist übrigens das wohl letztlich entscheidende Stichwort: Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 1.499 Euro ist die Galaxy NX beileibe kein Schnäppchen – auch wenn man bedenkt, dass im Preis Lightroom 5 und Samsungs 18- 55- mm- Objektiv bereits inkludiert sind. Wer auf Online- Funktionalität und Android verzichten kann, bekommt bereits für deutlich weniger Geld nicht minder hervorragende Kameras. Die machen auch gute Fotos, ganz so "hip" wie Samsungs Galaxy NX sind sie – zugegeben – jedoch nicht.

22.09.2013, 09:00
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