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09.12.2016 - 10:35
Foto: Apple, AP

Hat sich das Warten auf Apples iPhone 4S gelohnt?

31.10.2011, 08:36
Die anfängliche Enttäuschung darüber, dass Apple Anfang Oktober statt der sehnsüchtig erwarteten fünften Generation seines Smartphones "nur" ein iPhone 4S präsentierte, dürfte bei vielen Fans mittlerweile verflogen sein: Zum Verkaufsstart am vergangenen Freitag in Österreich bildeten sich abermals lange Warteschlangen vor den Shops der Mobilfunkanbieter. Auch krone.at hat sich noch am selben Tag ein Exemplar zum Testen besorgt und verrät, ob sich das Warten gelohnt hat.

Ganz klar: Die Optik dürfte diesmal nicht kaufentscheidend sein, denn das Erscheinungsbild hat sich im Vergleich zur Vorgängerversion praktisch nicht geändert. Einzig zwei dünne schwarze Linien an der Außenkante des Gerätes verraten, dass man es hier mit einem iPhone 4S zu tun. Sie sind allerdings zugleich Indiz für eine von mehreren Neuerungen, die sich unter der Oberfläche verbergen: Das neue Apple- Smartphone verfügt nun nämlich über zwei Mobilfunkantennen im Außenrahmen.

Neues Antennendesign gegen "Todesgriff"

Diese wechseln laut Apple "intelligent" zwischen Sende- und Empfangsbetrieb und sollen so dafür sorgen, dass das Problem des noch vom iPhone 4 gefürchteten "Todesgriffs", bei dem die Empfangsleistung durch eine bestimmte Handhaltung in den Keller ging (Stichwort: "Antenna- Gate"), der Vergangenheit angehört. Offenbar mit Erfolg: Im Test gelang es jedenfalls nicht, den Empfang durch einen zu festen Händedruck zu stören oder gar zu unterbrechen.

Mehr Download- und Prozessor- Speed

Zwei Antennen bedeuten außerdem eine im Vergleich zum iPhone 4 doppelt so hohe Download- Geschwindigkeit: Statt 7,2 Mbit/s sollen nun 14,4 Mbit/s möglich sein – zumindest in der Theorie, in der Praxis hat der Mobilfunkanbieter diesbezüglich auch noch ein Wörtchen mitzureden. Schon eher bemerkbar in der Performance macht sich da der neue Dual- Core- Prozessor (A5), den Apple für das iPhone 4S von seinem iPad 2 entlehnt hat. Wohl aus Gründen einer verbesserten Akkulaufzeit, taktet dieser mit 800 Mhz allerdings langsamer als die im Tablet verbaute 1- GHz- Variante.

Dennoch: Im Vergleich zu seinem Vorgänger fühlt sich das iPhone 4S deutlich flotter an. Beim Booten schlägt es das ältere Modell mit gut sieben Sekunden Vorsprung und auch Apps starten und reagieren spürbar zügiger. Apple selbst spricht von einer doppelt so schnellen Prozessor- und einer bis zu sieben Mal schnelleren Grafikleistung dank des neuen A5- Prozessors. Nichts geändert hat sich indes am Arbeitsspeicher, der mit 512 MB – blickt man auf die Konkurrenz aus dem Android- Lager - ruhig etwas höher hätte ausfallen können. Auch hier dürfte vermutlich die Akkulaufzeit ausschlaggebend gewesen sein.

Verkürzte Akku- Laufzeit

Letztere gibt Apple beim reinen Telefonieren im 3G- Betrieb mit bis zu acht Stunden an, also einer Stunde mehr als beim iPhone 4. Die Standby- Zeit hat sich dafür um 100 Stunden auf 200 verkürzt, und auch beim Surfen im Internet mittels WLAN macht das iPhone 4S Apples offiziellen Zahlen zufolge nun eine Stunde früher schlapp. Von einer "enorm langen Batterielaufzeit", wie es auf der Apple- Website heißt, kann also nicht unbedingt die Rede sein: Das iPhone 4 und das neuere iPhone 4S schenken sich in diesem Punkt nichts und liegen praktisch gleichauf – vielleicht auch deshalb, weil sich beim jüngsten iPhone- Spross der 3G- Betrieb nicht mehr ausschalten lässt.

Neue Kamera an Bord

Deutlich besser als beim Vorgänger und neben dem schnelleren Prozessor für viele wahrscheinlich mit einer der Hauptgründe für den Kauf ist hingegen die neue Kamera auf der Rückseite. Die löst mit acht statt der bislang fünf Megapixel nicht nur höher auf, sondern erlaubt erstmals auch Videoaufnahmen in Full- HD (1080p). Da sich die Auflösung nicht reduzieren lässt, sollten Viel- Filmer dabei allerdings den Speicherplatz im Auge behalten. Ein digitaler Bildstabilisator und die verbesserte Lichtempfindlichkeit sorgen überdies dafür, dass die Kamera spürbar schneller auslöst als beim iPhone 4 und selbst bei schlechten Lichtverhältnissen noch gute Ergebnisse erzielt, die den Vergleich mit einer durchschnittlichen Digitalkamera nicht zu scheuen brauchen.

Apple selbst verweist diesbezüglich übrigens auf eine eigene - und deshalb mit Vorsicht zu genießende - Untersuchung, in der die Kamera mit Konkurrenzmodellen verglichen wurde. Demnach soll das iPhone 4S bereits nach 1,1 Sekunden auslösebereit sein, Samsungs Galaxy S II erst nach zwei Sekunden, das HTC Sensation nach 2,1 und Motorolas Droid Bionic gar erst nach 3,7 Sekunden. Bis zum nächsten Schnappschuss vergehen dann beim iPhone laut Apple lediglich 0,5 Sekunden, beim HTC hingegen 1,3, beim Droid 1,6 und beim Galaxy S II 1,8 Sekunden, das aufgrund der kürzeren Auslöseverzögerung damit jedoch noch vor dem Motorola auslöst. Was wirklich dran ist, lässt sich aufgrund fehlender Vergleichsmöglichkeiten nicht beurteilen. Fakt aber ist: Die Kamera des iPhone 4S ist schnell und jedenfalls deutlich schneller als jene des iPhone 4.

iPhone hört aufs Wort

Womit sich das iPhone 4S aber deutlich von seinen Vorgängern und der Konkurrenz abhebt, ist der persönliche Sprachassistent "Siri". Dieser zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass er im Gegensatz zu anderen Sprachsteuerungen keine klaren Befehle oder Schlüsselwörter verlangt, sondern gewöhnliche Sätze analysiert und aus deren Inhalt Fragen ableitet. Statt also wie etwa bei Microsofts Windows Mango "Suche: Wetter in Wien" zu sagen, genügt ein einfaches "Wie wird das Wetter heute in Wien?". Die Antwort muss man sich dann nicht selber suchen, sondern bekommt sie vorgelesen.

Versteht der Assistent einen Befehl nicht eindeutig, weil er bestimmte Bestandteile nicht zweifelsfrei interpretieren kann, hakt er nach. So muss etwa der Satz "Erinnere mich daran, meinen Bruder anzurufen" zunächst um die Info ergänzt werden, wer der Bruder überhaupt ist. Siri verknüpft dann die in den Kontakten gespeicherte Nummer mit dem entsprechenden Wort, lernt also im Betrieb automatisch dazu – immer vorausgesetzt, man spricht schön deutlich und möglichst hochdeutsch, befindet sich nicht gerade inmitten redseliger Freunde, die Siri verwirren könnten, und verfügt über eine Internetverbindung.

Online- Verbindung für Siri Pflicht

Letztere ist zwingend nötig, laufen sämtliche Anfragen doch über Server von Apple, wo sie ausgewertet und dann wieder zurückgeschickt werden. Wie viel Traffic dabei anfällt, verrät Apple auch auf Anfrage nicht. Wer über keine Datenflatrate verfügt, sollte sich demnach lieber etwas zurückhalten, insbesondere beim Diktieren von längeren SMS und E- Mails, was mit Siri ebenfalls möglich ist. Der Sprachassistent ergänzt dabei automatisch Satzzeichen, notfalls lassen sich diese aber ebenfalls diktieren. Nicht möglich ist es allerdings, bereits diktierte Sätze nachträglich per Sprache zu korrigieren. Hier muss weiterhin auf die Bedienung per Fingerzeig zurückgegriffen werden.

Einfache Kommandos wie "Wecke mich morgen um 8 Uhr" versteht Siri aber ebenso problemlos wie "Rufe Max Mustermann an", "Schicke eine SMS an Rolf Rüdiger" oder "Suche im Web nach XY". Auf die Frage "Welche Termine habe ich heute?" spuckt Siri entsprechende Kalender- Einträge aus und sollten einmal zwei Termine kollidieren, weist die Frauenstimme mit den Worten "Ok, aber du hast da schon einen anderen Termin" höflich darauf hin. Wer gerade anfangs nicht weiß, mit welchen Aufgaben Siri sonst noch betraut werden kann, der bekommt nach einem Knopfdruck oder einem schlichten "Hilfe" entsprechende Vorschläge aufgelistet.

Keine Verknüpfung mit Karten- und Navigationsfunktionen

Bislang nur Nutzern in den USA vorbehalten sind allerdings die Karten- und Navigationsfunktionen. Wer also wissen möchte, wie weit es von Punkt A nach Punkt B ist oder wo in der Nähe die nächste Pizzeria ist, bekommt von Siri keine Antwort. Auch die Verknüpfung mit der Wissensmaschine Wolfram Alpha funktioniert derzeit nur in der englischen Version von Apples iOS 5. Die Frage nach den noch verbleibenden Tagen bis Weihnachten bleibt somit, zumindest auf Deutsch, vorerst unbeantwortet. Dafür kennt Siri aber auch hierzulande eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens und andere Scherzfragen (siehe Infobox).

Beeindruckend ist dabei, wie vielseitig die Antworten von Siri ausfallen. Statt auf eine Frage immer nur mit ein und derselben Antwort zu kontern, bemüht sich Siri um Abwechslung. Noch nicht beantworten kann der Assistent allerdings die Frage, ob und wozu wir ihn überhaupt brauchen. Sicherlich: der Unterhaltungsfaktor ist groß und der praktische Nutzen, allen voran beim Autofahren, durchaus gegeben. Auch älteren oder beeinträchtigten Menschen dürfte die Bedienung per Sprache entgegenkommen. In der Öffentlichkeit mit seinem Handy zu plaudern, wirkt aber doch noch reichlich befremdlich. Eine wirkliche Zeitersparnis ergibt sich durch die Sprachsteuerung, abgesehen vom Diktieren und einfachen Suchabfragen im Internet, in der Regel auch nicht. Dennoch: Das Potenzial, welches in Siri schlummert, ist bemerkenswert.

Fazit: Der schnellere Prozessor und die verbesserte Kamera werden trotz verkürzter Akkulaufzeit dafür sorgen, dass auch das iPhone 4S reißenden Absatz findet. Seine einstige Vormachtstellung kann das iPhone allein mit der Hardware aber nicht behaupten: 8- Megapixel- Kameras und Dual- Core- Prozessoren gibt es andernorts schon lange zum teils günstigeren Preis. Wirklich innovativ und vielleicht sogar zukunftsweisend ist am iPhone 4S nur der Sprachassistent Siri, der deutlich besser aufs Wort hört als die vergleichbaren Lösungen von Google und Microsoft. Nur schade, dass sich bestimmte Funktion in Österreich und auf Deutsch derzeit noch nicht nutzen lassen. Hier sollte Apple schleunigst nachbesseren, denn die Konkurrenz schläft bekanntermaßen nicht.

31.10.2011, 08:36
ser
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