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25.03.2017 - 08:15
Foto: thinkstockfotos.de

Geräte verbrauchen oft mehr Strom als angegeben

22.03.2016, 08:57

Haushaltsgeräte verbrauchen nach einer Untersuchung europäischer Verbraucherverbände oft mehr Strom als von den Herstellern angegeben. "18 von 100 Geräten hielten nicht die EU- Effizienzvorgaben ein. Einige benötigten bis zu 30 Prozent mehr Strom als angegeben", sagte Energieexpertin Johanna Kardel vom Verbraucherzentrale Bundesverband vzbv, der an der Untersuchung beteiligt war.

Getestet wurden stichprobenartig 20 Gerätegruppen wie Kühlschränke, Lampen oder Fernseher. "Die Stichprobe macht deutlich, dass viele Hersteller gesetzliche Vorgaben missachten und umgehen", betonte Kardel.

Erhebliche Mängel wurden demnach vor allem bei vernetzten Geräten mit WLAN- Funktion und beim Stand- by- Verbrauch festgestellt. Eines von drei Produkten hatte die WLAN- Funktion standardmäßig aktiviert. Bei einem vernetzten Wasserkocher konnte diese Funktion trotz Herstellerangaben nicht ausgeschaltet werden. Ein getesteter Kühlschrank verbrauchte bis zu zwölf Prozent mehr Energie als angegeben.

Einsparungspotenzial in Milliardenhöhe

Zusatzkosten für den Verbraucher würden vom Geschirrspüler bis zum Kühlschrank anfallen. Durch die falsche Kennzeichnung gingen den Haushalten nach Angaben der Verbraucherschützer europaweit jedes Jahr mehr als zehn Milliarden Euro an möglichen Einsparungen verloren.

Durch die schrittweise Umsetzung neuer, seit 2015 greifender Ökodesign- Standards und der EU- Energieverbrauchskennzeichnung könnte jeder Haushalt ab 2020 jährlich durchschnittlich 465 Euro Stromkosten sparen, sagte BUND- Energieexperte Robert Pöschmann. "Voraussetzung wäre, dass Haushaltsprodukte mindestens die Effizienz erreichen, mit der die Hersteller werben."

Erst im Dezember war bekannt geworden, dass der Stromverbrauch und die Leistung von Lampen häufig von den Angaben auf der Verpackung abweichen. Die EU- Kommission führte dies darauf zurück, dass Hersteller teils erlaubte Fehlertoleranzen ausschöpfen, und kündigte eine Überarbeitung der entsprechenden Richtlinie an.

22.03.2016, 08:57
AG/red
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