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04.12.2016 - 05:11
Foto: APA

GB: Mobilfunk- Firma feuert Mitarbeiter mit Lichtsignalen

12.10.2010, 16:33
Der britische Mobilfunkanbieter Everything Everywhere hat einen neuen Weg gefunden, seinen 16.000 Mitarbeitern mitzuteilen, ob sie weiterhin angestellt sein werden: In Meetings von jeweils 30 bis 60 Personen wurde jedem einzelnen mittels Lichtsignal mitgeteilt, ob er seinen Job behalten könne oder gefeuert sei. Nun könnten der Firma Klagen ins Haus stehen.

Glücklich diejenigen, die ein blaues Licht blinken sahen: Ihr Job war gerettet. Grün bedeutete, dass es eine begrenzte Anzahl passender Stellen gibt. Wer gelb sah, muss sich für seine Arbeitsstelle erneut bewerben. Rot hingegen war mit einer wahrscheinlichen Kündigung gleichgesetzt. Nicht genug, dass dieses Farbcode- System überhaupt eingeführt wurde - die Mitarbeiter wurden noch dazu vor 30 bis 60 Kollegen bloßgestellt. Abgesehen davon kam die Erkenntnis, dass ihre Stelle in Gefahr sein könnte, für den Großteil der Angestellten völlig überraschend, wie der britische "Telegraph" berichtet.

16.000 Mitarbeiter des Mobilfunkers, der durch die Zusammenlegung von Orange und T- Mobile in Großbritannien entstand, wurden so herzlos über ihre neue Situation aufgeklärt. Ein Betroffener klagte gegenüber dem "Telegraph", er und seine Kollegen seien fassungslos gewesen: "Manche Leute standen auf und verließen sofort den Raum, andere saßen weinend da, andere waren absolut sprachlos."

Ebenfalls sprachlos macht, was Everything Everywhere zu dem inakzeptablen Umgang mit Tausenden Menschen zu sagen hatte. In einer Erklärung hieß es: "Wann immer möglich haben Mitglieder des führenden Management- Teams die beabsichtigten Änderungen in Face- To- Face- Meetings erklärt, um sicherzustellen, dass die Teams die Information einheitlich erhielten und die Möglichkeit hatten, Fragen zu stellen." Eine Entschuldigung gab es nicht.

Michael Burd, Personalchef einer britischen Anwaltskanzlei, zeigte sich gegenüber dem "Telegraph" empört - in 26 Jahren Berufserfahrung habe er noch nie von solch einem Umgang mit Stellenabbau gehört. Seiner Meinung nach sollten Angestellte, die nach der Begegnung mit dem roten Lämpchen ihren Job verlieren, Klage wegen ungerechtfertigter Entlassung einreichen.

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