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04.12.2016 - 19:26
Foto: thinkstockphotos.de

Forscher bauen Handylinse, die Krankheiten erkennt

20.03.2014, 10:07
Forscher der US-amerikanischen Universität Houston arbeiten an einem kleinen Smartphone-Gadget, das Krankheiten erkennen soll. Es handelt sich um eine mit Goldpartikeln überzogene Glasfläche mit Löchern, welche sich in der Gegenwart von Krankheitserregern automatisch schließen. Noch ist das Projekt im frühen Versuchsstadium, man ist jedoch zuversichtlich, es zu handlichem Smartphone-Zubehör weiterentwickeln zu können.

Geräte mit der Technologie der Forscher Jiming Bao und Richard Willson könnten im Falle einer Markteinführung erstaunlich günstig werden. In einer Aussendung  der Universität meint Wilson, den Krankheits- Scanner als lediglich 20 Dollar (rund 14 Euro) teuren Aufsatz für die Smartphone- Kamera umsetzen zu können. Ein so ausgerüstetes Handy könnte nicht nur Ärzten von Nutzen sein, sondern auch allen anderen. Wer sich schlecht fühlt, kann schon vor dem Arztbesuch überprüfen, ob ihm etwas fehlt.

Winzige Öffnungen machen bei Krankheit dicht

Die Funktionsweise des Krankheits- Scanners: Auf einer Glasfläche liegt ein dünner, perforierter Goldüberzug mit unzähligen lichtdurchlässigen Öffnungen. In den einzelnen rasterförmig angeordneten Löchern dieses Überzugs befindet sich mit Antikörpern angereichertes Material, das bei Anwesenheit von Krankheitserregern - etwa, wenn belastete Körperflüssigkeiten auf den Sensor auftreffen - reagiert und die Öffnung dichtmacht. Geschlossene Öffnungen auf der mit Gold überzogenen Glasplatte deuten also auf Krankheiten hin.

Willson zufolge sollen die Ergebnisse sehr einfach ausgelesen werden können, grundsätzlich soll es sogar mit einem billigen Mikroskop für den Schulunterricht funktionieren. Und hier kommt das Smartphone ins Spiel: Entsprechende Apps und einen Linsenaufsatz vorausgesetzt, könnte man sogar mit dem Handy den Krankheitsdetektor analysieren und interpretieren. "Einige der fortschrittlicheren Diagnosesysteme brauchen Instrumente für 200.000 Dollar, um die Resultate zu lesen. Mit dieser Technik braucht man nur 20 Dollar ins Telefon zu stecken, das man schon hat, und die Sache ist erledigt", so Willson.

Krankheitsdetektor soll flexibel einsetzbar sein

Welche Krankheiten die Aufstecklinse erkennt, hängt dann lediglich von den in den Sensor verbauten Materialien ab - und auf welche Bakterien und Keime sie reagieren. Laut Willson könne man den Krankheitssensor relativ einfach für verschiedene Szenarien vorbereiten. Es sei nur nötig, die Öffnungen in dem Sensor mit Material zu füllen, das auf bestimmte Erreger oder Schadstoffe reagiert.

Der Sensor von Willson und Bao könnte somit sowohl für die Erkennung verbreiteter Gesundheitsprobleme wie Diabetes, als auch die schnelle Identifizierung von Kontaminierungen nach einem Industrieunfall verwendet werden. "Es gibt eine Menge Situationen, in denen ein leistbares und einfach zu benutzendes Diagnosewerkzeug sehr nützlich sein könnte", so Willson.

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