Strengere Maßnahme

EU-Staaten müssen mehr Elektroschrott einsammeln

Elektronik
03.02.2011 16:31
Das Europaparlament fordert strengere Regeln für den wachsenden Elektroschrott. Die Abgeordneten verlangten am Donnerstag, dass die EU-Staaten bis 2016 mindestens 85 Prozent des von ihnen produzierten Elektro-Abfalls einsammeln. Außerdem empfahlen sie strengere Maßnahmen, um die Ausfuhr von Elektroschrott in Entwicklungsländer zu verhindern.

Nach den Vorstellungen des EU-Parlaments sollen alle EU-Staaten sicherstellen, dass ab 2012 mindestens vier Kilogramm Elektro- und Elektronik-Altgeräte pro Kopf oder die gleiche Menge an Altgeräten nach Gewicht eingesammelt werden, wie 2010 in dem jeweiligen EU-Land gesammelt wurde. Die Neufassung der Elektroschrott-Richtlinie muss von den EU-Umweltministern und dem Europaparlament gemeinsam beschlossen werden. Als nächstes ist nunmehr der EU-Ministerrat am Zug.

Der Parlamentsverhandler und deutsche CDU-Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz warnte: "Wir können es uns nicht länger leisten, unseren Müll zu verschwenden. Das Parlament hat klargemacht, dass Behörden, Hersteller und Verbraucher ihren Beitrag dazu leisten sollen, dass mehr elektrische und elektronische Altgeräte eingesammelt und wiederverwertet werden. Weiterhin haben wir strengere Vorschriften eingeführt, damit Elektromüll nicht mehr illegal in Entwicklungsländer exportiert werden und dort Schäden anrichten kann."

So empfahlen die Abgeordneten das Ziel einer Wiederverwertung von 50 bis 75 Prozent der Altgeräte je nach Gerätekategorie. Außerdem stimmten sie dafür, fünf Prozent der Altgeräte zur Wiederverwendung vorzubereiten.

Schon mehr jetzt Gold durch Recycling als durch Abbau
Der ÖVP-Europaabgeordnete Richard Seeber betonte, Österreich nehme bereits eine Vorreiterrolle bei der Sammelquote ein. "Bei anderen Mitgliedstaaten herrscht allerdings dringender Handlungsbedarf. Derzeit werden weniger als die Hälfte der in Verkehr gebrachten Elektrogeräte ordnungsgemäß behandelt. Dadurch gehen wertvolle Sekundärrohstoffe verloren und das Risiko steigt, dass diese gefährlichen Stoffe in die Umwelt geraten."

"Bereits heute wird mehr Gold durch die Wiederverwertung von Altgeräten gewonnen als durch den Abbau", erklärte die SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach. "Wenn es uns gelingt, die Wiederverwertung des Elektro- und Elektronikschrotts in Europa zu optimieren, dann würde dies massiv dazu beitragen, dass der CO2-Ausstoß verringert wird. Die Aufbereitung der Altgeräte ist ein wichtiger Beitrag, um die Klimaziele der EU zu erreichen."

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