Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
03.12.2016 - 13:02
Foto: AP

Dutzende Tote: Macht die Arbeit bei Samsung krank?

06.02.2014, 10:33
Der südkoreanische Elektronikriese Samsung wird in der asiatischen Heimat aktuell von einer Welle des Misstrauens heimgesucht. Die Arbeit in Fabriken des IT-Giganten führe zu Krankheiten und in weiterer Folge zum Tod, klagen unter anderem Eltern ehemaliger Samsung-Arbeiter, deren Kinder wenige Jahre nach Dienstantritt in einer Samsung-Fabrik erkrankten und starben. Ein südkoreanischer Filmemacher hat den aussichtslosen juristischen Kampf der Hinterbliebenen gegen den Mega-Konzern jetzt verfilmt.

Im Film "Another Promise" geht es um den juristischen Kampf eines Vaters gegen den Elektronik- Riesenkonzern Jinsung. Gemeint ist Samsung, Regisseur Kim Tae- yun wählte wegen zu erwartender juristischer Probleme jedoch einen Phantasienamen, um die tragische Geschichte zu verfilmen.

Auf das Thema gestoßen war er durch einen Zeitungsbericht über den Taxifahrer Hwang Sang- ki, dessen Tochter Yu- mi 2007 nach fünf Jahren bei Samsung an einer seltenen Form von Blutkrebs starb. Hwang war überzeugt davon, dass die Chemikalien, mit denen seine Tochter bei der Arbeit in einer Halbleiterfabrik in Berührung gekommen war, die Krankheit und den Tod der Tochter ausgelöst hatten.

Yu- mi starb mit nur 23 Jahren

Die erst 23- jährige Frau hatte nur wenige Monate zwischen der Blutkrebs- Diagnose und ihrem Tod. Fünf Jahre zuvor hatte die finanziell nicht sonderlich gut dastehende Familie den Job bei Samsung noch gefeiert: Yu- mis kleiner Bruder sollte auf die Uni geschickt werden, wobei ihn auch Yu- mi finanziell unterstützen wollte. Es kam anders: Die junge Frau starb, der Vater begann seinen zähen juristischen Streit mit Samsung.

"Ich glaubte Samsung nicht, als sie mir sagten, Yu- mis Krankheit könnte nicht durch den täglichen Kontakt mit Chemikalien ausgelöst worden sein", erzählt Hwang. Vor allem, weil er bei seinen Nachforschungen immer wieder auf ehemalige Samsung- Mitarbeiter in den besten Jahren stieß, die ein ähnliches Schicksal wie seine Tochter erlitten hatten. Eine Kollegin seiner Tochter sei an der gleichen Krankheit gestorben, berichtet der britische "Guardian" . Und eine weitere junge Frau habe einige Jahre nach ihrer Kündigung bei Samsung ebenfalls Krebs bekommen – Diagnose Hirntumor.

Hunderte klagen über Krankheit nach Job

Hwangs nun verfilmte Suche nach Gerechtigkeit ist nur ein Mosaikstein eines ernsten Problems in Südkorea. Junge Menschen, die in Elektronikfabriken gearbeitet haben, sterben im besten Alter. Rund 200 Menschen zwischen 20 und 30 Jahren haben sich in den vergangenen Jahren an einen eigens gegründeten Verein für die Gesundheit und Rechte von Arbeitern in der Halbleiterindustrie gewandt und schwere Vorwürfe gegen Samsung und andere IT- Konzerne erhoben. Mehr als 50 dieser Betroffenen sind bereits gestorben, heißt es in dem Bericht.

"Wenn man eine so hohe Zahl von Fällen hat, ist klar, dass die Fälle von Yu- mi und anderen Arbeitern keine Zufälle waren", sagt der auf Arbeiter in der Elektronikbranche spezialisierte Anwalt Lee Jong- ran. "Den Arbeitern wurde niemals gesagt, mit was für einer Art von Materialien sie da hantierten. Sogar als Anwälte Samsung nach Details fragten, hieß es, das sei ein Unternehmensgeheimnis", so der Anwalt. Recht bekam er trotzdem. Vor zwei Jahren bestätigte das Verwaltungsgericht in Seoul, dass Chemikalien im Samsung- Werk bei zwei Arbeitern – darunter Yu- mi – Krebs "verursacht oder zumindest gefördert" hätten.

Samsung weist Vorwürfe zurück

Samsung selbst widerspricht dieser Erkenntnis naturgemäß. "Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiter zu gewährleisten, ist und war immer unsere oberste Priorität", heißt es vom IT- Konzern. Die eigenen Fabriken würden sich darüber hinaus an die weltweit strengsten Gesetze zum Schutz von Arbeitern und der Umwelt halten.

Ob und wann "Another Promise" außerhalb Südkoreas erscheint, ist noch unbekannt. Der Film über das Schicksal der Familie Hwang wurde zu einem großen Teil von privaten Investoren finanziert, entstand also im Grunde durch Crowdfunding. Rund 7.000 Menschen waren an der Finanzierung beteiligt.

06.02.2014, 10:33
der
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Jetzt online spielen!
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum