Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
05.12.2016 - 04:33
Foto: Sony

Datenschützer warnen vor Smartwatch & Fitnessband

11.09.2014, 09:11
Sie zählen die Schritte pro Tag, ermitteln den Kalorienverbrauch, erfassen Schlafphasen und erinnern regelmäßig daran, sich mehr zu bewegen. Digitale Sportarmbänder - sogenannte Fitnesstracker - erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Auch die neue Smartwatch von Apple und andere Hightech-Uhren bieten eine solche Funktion an, um Sportmuffel vom Sofa zu holen. Doch Experten schlagen Alarm.

Die von den Mini- Computern erfassten Daten könnten in falsche Hände geraten. Das möglicherweise gesündere Leben kann so am Ende teuer erkauft sein. Die Unternehmen weisen Sicherheitsbedenken jedoch zurück.

Geräte per Bluetooth ans Handy gekoppelt

Die teils stylishen Armbänder gibt es in verschiedensten Ausführungen und kosten bis zu 150 Euro. Bekannte Anbieter sind Jawbone, Fitbit, Garmin, Sony und Nike. Über Bluetooth können die Geräte meist kabellos mit dem Smartphone verbunden werden. Verschiedene Apps bereiten die Daten auf und stellen die eigenen Erfolge in Grafiken dar. Bei einigen wird auch die Pulsfrequenz erfasst. Mit Signaltönen und Warnsignalen werden die Nutzer darauf aufmerksam gemacht, dass ein Tagesziel noch nicht erreicht ist oder sie zu lange inaktiv waren.

"Die Armbänder sind zum Beispiel gut dazu geeignet, den Benutzern einen Anreiz für mehr Bewegung zu geben und nicht auf dem Sofa sitzen zu bleiben", sagt Informatikprofessorin Anja Feldmann von der Technischen Universität Berlin. Dies könne etwa Menschen mit chronischen Erkrankungen helfen. Allerdings seien die von Fitnesstrackern und Smartwatches ausgehenden Gefahren nicht zu unterschätzen. So könnten die aufbereiteten Daten vom Anbieter etwa zu Marketingzwecken weiterverarbeitet werden. "Großes Interesse an den Daten haben vermutlich auch Versicherungen", warnt Feldmann.

Daten interessant für Personaler und Einbrecher

Auch der Direktor des Hasso- Plattner- Instituts in Potsdam, Christoph Meinel, sieht die Kehrseite der Medaille darin, "dass die Daten gesendet, gesammelt und ausgewertet werden". Sie könnten weitergegeben und etwa für Gesundheitsangebote oder Werbeaktionen genutzt werden. Zudem besteht die Gefahr, dass die Informationen auf ihrem Weg durchs Internet abgefangen werden. Schlimmstenfalls könnten die Aufzeichnungen sogar erkennbar machen, dass jemand nicht besonders fit sei oder sich ungern bewege, und damit die Frage aufwerfen, ob er für einen bestimmten Job geeignet sei.

Und Daten, die einmal im Internet seien, ließen sich nicht mehr löschen, warnt Meinel. "Schon nach kurzer Zeit liegt bis ins Detail ein Bewegungsprofil vor, aus dem man genau sehen kann, wo sich jemand gewöhnlich aufhält." Das wiederum bringt ebenso wie die Standortbestimmung am Smartphone vielfältige Gefahren mit sich. Dies könne von anderen genutzt werden, schlimmstenfalls für Wohnungseinbrüche.

Sicherheitslücken in fast allen Handgelenk- Rechnern

Ein schlechtes Zeugnis stellt auch die US- Sicherheitsfirma Symantec den Fitness- Armbändern und Smartwatches aus. Fast alle getesteten Geräte wiesen Sicherheitslücken auf. Eine von fünf Apps übertrage Benutzerinformationen sogar ohne jegliche Verschlüsselung. Die Firmen selbst nutzten die Infos oft zu Marketingzwecken. Kritisch ist laut Symantec auch, dass die Daten an mehrere Empfänger gesendet würden. Bei einer App seien sie an 14 verschiedene Orte verschickt worden, an denen sie von Hackern angezapft werden könnten.

Experten raten daher seit Langem, für alle Anwendungen und Konten unterschiedliche Benutzernamen und Passwörter zu benutzen. Die nicht ausspähsichere Bluetooth- Funktion sollte ausgeschaltet werden, wenn sie nicht gebraucht werde. Auch sollte stets die neueste Version genutzt werden. Die Unternehmen sehen in dem Markt gleichwohl ein erhebliches Potenzial. Nach Angaben von Symantec wurden allein in Deutschland in der ersten Jahreshälfte sechs Millionen Fitness- Armbänder und Smartwatches verkauft. Und der Kampf der Industrie ums Handgelenk hat gerade erst begonnen.

11.09.2014, 09:11
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Jetzt online spielen!
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum