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05.12.2016 - 15:49

Das können die neuen spiegellosen Systemkameras

12.07.2010, 16:45
Sie gelten als das Trendprodukt des Jahres und versprechen dem Konsumenten das Beste aus zwei Welten: Sogenannte Systemkameras sollen die Lücke zwischen kompakten Digitalkameras und Spiegelreflexkameras schließen und dem Nutzer dadurch eine Reihe von Vorteilen bescheren. Welche das sind, was die spiegellosen Kameras mit Wechselobjektiven von ihren kleineren und größeren Geschwistern unterscheidet und worauf es beim Kauf zu achten gilt - krone.at verrät es.

Olympus und Panasonic haben den Anfang gemacht, Samsung und Sony sind vor Kurzem nachgezogen, und spätestens zur Photokina im Herbst dürften weitere Hersteller mit ihren Modellen in den noch jungen Markt der Systemkameras drängen. Was sie allesamt auszeichnet: Es handelt sich um komplett neue Kamerasysteme, die nicht mehr an bekannten Objektiven oder Sensorgrößen festhalten und dadurch frei von "Altlasten" sind. Ein kleineres Auflagemaß für Objektive und das Fehlen des für Spiegelreflexkameras namensgebenden Schwingspiegels erlauben schließlich deutlich kompaktere Bauarten, ohne dass dafür großartig Abstriche bei der Bildqualität in Kauf genommen werden müssten.

Größere Sensoren, kleineres Gehäuse

Denn eines haben die neuen Systemkameras mit den großen Spiegelreflexkameras gemein: In beiden stecken Sensoren, die um ein Vielfaches größer sind als die von Kompaktkameras. Ein großer Sensor wiederum bedeutet mehr Platz für die einzelnen Pixel und somit weniger Bildrauschen, aber auch mehr kreativen Spielraum beim Umgang mit der Blende. Die aktuell größten Sensoren haben Sony (NEX- 3, NEX- 5) und Samsung (NX- 10) in ihren Modellen verbaut, was gegenüber den auf dem sogenannten Micro- Four- Thirds- Standard basierenden Modellen von Olympus (PEN- Serie) und Panasonic (Lumix- G-Serie) auch in einer etwas höheren Auflösung von 14 statt 12 Megapixeln resultiert.

Das Beste aus zwei Welten

Für den Kunden letztlich entscheidend ist neben dem Preis – dazu später mehr – jedoch die Handhabung. Und hier können die neuen Systemkameras von ihrer kompakten Digitalkameras entlehnten Bedienung voll punkten – zumindest bei Einsteigern. Intelligente Motiverkennungen, Lächelautomatiken, kreative Kunstfilter wie "Lochkamera" oder "Diorama" (Olympus PEN- E PL1), Dutzende, zum Teil schon fast abstruse Motivprogramme oder ein Schwenkpanoramamodus wie bei Sonys NEX- Modellen machen das Fotografieren für Ungeübte zum Kinderspiel.

Mitunter schwer tun dürfte sich hingegen, wer von einer Spiegelreflex auf eine Systemkamera wechselt, sind viele bislang über Funktionstasten oder per Rändelrad zu bedienende Features wie das Einstellen der Blende doch nur mehr über das Menü abrufbar. Auf einen optischen Sucher müssen Spiegelreflex- Nutzer, bedingt durch die neue Bauart, zumeist gleich ganz verzichten. Immerhin: Für all jene, die sich an die Live- View- Vorschau partout nicht gewöhnen wollen, bieten die meisten Hersteller einen elektrischen Sucher als externes Zubehör an.

Filmen in HD- Qualität

Den Schmerz über einen fehlenden Sucher dürften Spiegelreflex- Nutzer jedoch spätestens vergessen haben, wenn es mit den Systemkameras ans Filmen geht. Bis auf Panasonics ältestes Modell, die DMC- G1, filmen mittlerweile alle Systemkameras mit einer Auflösung von 720p. Sonys NEX- 5 und Panasonics Lumix DMC- GH1 schaffen es sogar auf 1.080i bzw. Full HD mit 1.080p. Klar, dass ein HDMI- Ausgang dabei nicht fehlen darf, für den allgemein eher schwächelnden Ton während der Aufnahme gibt es als optionales Zubehör externe Aufsteckmikrofone.

Objektivlein wechsel dich

Der größte Vorteil gegenüber den kompakten Digitalkameras besteht schließlich in der Möglichkeit, die Linse, sprich das Objektiv, zu wechseln und so vom Makro- bis zum Tele- Bereich sämtliche Brennweiten abzudecken. Wer mit dem Kauf einer Systemkamera liebäugelt, sollte vorher jedoch genau prüfen, was die einzelnen Objektive kosten und, mindestens ebenso wichtig, wie groß das Angebot an Objektiven ist.

Denn während Besitzer einer Spiegelreflexkamera auf eine über Jahrzehnte gewachsene Palette an Objektiven (auch von günstigen Fremdanbietern) zurückgreifen können, bieten etwa Sony und Samsung für ihre frischgebackenen Systemkameras bislang nur eine Handvoll an Objektiven. Entsprechende Objektivadapter erlauben zwar die Nutzung anderer Optiken (bei Sony etwa von jenen seiner Alpha- Serie), auf die Annehmlichkeit eines Autofokus muss dann allerdings verzichtet werden.

Das derzeit größte Portfolio an Objektiven bieten Panasonic und Olympus. Da die Kameras der beiden Hersteller auf demselben Standard basieren und nicht wie bei Sony und Samsung auf einem proprietären System, lassen sich die Objektive hier auch bequem untereinander tauschen.

Gut, aber nicht gerade günstig

Mit Ausnahme der Panasonic Lumix DMC- GH1, die im Paket mit einem 14- 140- mm- Objektiv erhältlich ist, bewegen sich die Brennweiten der Kit- Optiken im Bereich von 14- 42 bzw. 14- 45 sowie 18- 55 mm. Die im Vergleich zu den Mitbewerbern größere Brennweite schlägt sich bei der Panasonic natürlich auch im Preis nieder: Mit laut Online- Preisvergleich rund 1.300 Euro ist sie die aktuell teuerste Systemkamera, die anderen Modelle sind da mit Preisen um die 500 bis 600  Euro deutlich billiger. Am günstigsten ist Olympus' Pen E- P1 zu haben (ab etwa 460 Euro), gefolgt von Sonys NEX- 3 mit 530 Euro.

Fazit: Wer bereits eine Digitalkamera sein Eigen nennt, darf sich bei den neuen Systemkameras dank Wechselobjektiven über die gesteigerten kreativen Einsatzmöglichkeiten freuen, muss im Gegenzug aber ein paar zusätzliche Gramm in Kauf nehmen. Besitzer einer Spiegelreflex profitieren hingegen in erster Linie von der kompakteren Bauart und dem damit verbundenen geringeren Gewicht. Ein Argument, dass spätestens bei der nächsten Foto- Safari im Urlaub schlagend wird.

Wer weder das eine noch das andere hat und jetzt frisch in die Fotografie einsteigen möchte, findet in den neuen Systemkameras tatsächlich viele Vorzüge aus beiden Kamera- Welten vereint. Neben den erwähnten Wechselobjektiven sind dies vor allem die zahlreichen elektronischen Helferlein und Annehmlichkeiten wie eine intelligente Motiverkennung oder die HD- Videofunktion.

Mit einem Einstiegspreis von um die 500 Euro sind die Hybrid- Kameras allerdings kein Schnäppchen, zumal Einsteiger- Spiegelreflexkameras wie die Nikon D3000 samt Objektiv schon für wesentlich weniger zu haben sind und die Objektivpalette hier deutlich umfangreicher ist. Es gilt daher gut abzuwägen, wie viel man für die jeweiligen Vorzüge der einzelnen Kameragattungen – Kompakt, System, Spiegelreflex – zu zahlen bereit ist und wann und wo die Kamera Verwendung finden soll. Am wichtigsten aber ist: Ab in den nächsten Laden und selbst ausprobieren, was einem besser (in der Hand) liegt.

von Sebastian Räuchle

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