Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
03.12.2016 - 06:48
Foto: YouTube.com/Google ATAP

Daran arbeitet Google in seinen Geheimlaboren

01.06.2015, 09:29
Der Misserfolg der Datenbrille Glass hält Google nicht davon ab, mit großem Risiko an Zukunftsprojekten zu arbeiten - und diese Vorhaben auch der Öffentlichkeit zu präsentieren. Auf der Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco plauderte die Chefin der Google-Abteilung "Advanced Technologies & Projects" (ATAP), Regina Dugan, aus dem Nähkästchen.

Die Spanne der Zukunftsprojekte von Google reicht von einem Miniradar für die Smartwatch, das filigrane Fingerbewegungen entdecken kann, bis hin zu smarten Klamotten mit eingebautem Touchpad, mit denen der Homo Digitalis in der Zukunft seine Gerätschaften steuert.

Da leistungsfähige Mikroprozessoren immer kleiner werden, passt inzwischen nicht nur eine Uhr ans Handgelenk, sondern ein ausgewachsener Computer. Allerdings setzt das Format einer Armbanduhr auch der Größe des Bildschirms und damit der Bedienung mit den Fingern eine natürliche Grenze.

Gesten- Radar erleichtert Smartwatch- Nutzung

Die Google- Forscher sind auf der Suche nach einer bequemen Steuerung der Funktionen des tragbaren Computers im "Project Soli" auf die Idee gekommen, mit einem winzigen Radar die Bewegungen einer Hand mit allen filigranen Fingergesten zu erfassen.

Ivan Poupyrev, der technische Leiter der ATAP- Abteilung, führte vor, wie er mit einer Drehbewegung von Daumen und Zeigefinger in der Luft die Uhrzeit der Smartwatch auf die Minute genau einstellen konnte, ohne einen Drehschalter oder eine Krone berühren zu müssen.

In dem Gesten- Radar steckt auch Know- how aus Deutschland: Bei der Entwicklung des winzigen Funk- Moduls hat Google mit dem deutschen Chip- Hersteller Infineon zusammengearbeitet.

Intelligenter Stoff mit integriertem Touchpad

Ein anderes Moonshot- Projekt von Google, "Project Jacquard", führte Poupyrev nach London zu einem Edel- Schneider in der Savile Row. Dort ließ sich der Google- Manager eine Anzugjacke aus einem Stoff nähen, den er zuvor von einem Spezialunternehmen in Japan hatte anfertigen lassen.

In dem Stoff wurden Metallfäden verwoben, die als Sensoren Berührungen der Hand oder einzelner Finger registrieren. Dieser "smarte" Stoff kann wiederum auch zur Steuerung von Mobilgeräten eingesetzt werden.

Google kooperiert mit Hosenhersteller Levi's

Um das "Project Jacquard" nicht in eine exklusive Nische abdriften zu lassen, suchte sich Google Unterstützung beim Bekleidungsriesen Levi Strauss. Der Hersteller der Levi's- Jeans will zusammen mit Google einen Weg finden, die smarten Bekleidungsstücke massentauglich zu machen.

Levis's verfüge über das Know- how bei der Herstellung der Stoffe und der Kontrolle der gesamte Lieferkette. Nun sei man auf Ideen der Entwickler angewiesen, um coole Anwendungen zu entwerfen, sagte Levi's- Manager Paul Dillinger.

Google arbeitet auch an zwei Security- Projekten

Mit zwei weiteren ATAP- Projekten adressiert Google Herausforderungen rund um das Thema Sicherheit. Zum einen empfinden Anwender den Schutz ihrer Daten durch eine Passworteingabe als unbequem und im Zweifelsfall nicht ausreichend sicher. Zum anderen haben Berichte über umfassende Schnüffeleien der Geheimdienste oder Einbrüche von Datenkriminellen die Menschen verunsichert.

Beim "Project Abacus" soll eine Beobachtung von Tipp- Gewohnheiten zusammen mit Gesichts- und Spracherkennung eine deutlich höhere Sicherheit als die Eingabe einer PIN oder eines Passworts liefern. Dabei erkennt das System auch, wie sensibel eine Anwendung ist. Der Zugang zu einem Spiel wird bereits bei einem niedrigen Erkennungswert gewährleistet, wichtige Anwendungen wie Online- Banking erfordern dagegen einen hohen Erkennungswert.

Hochsicherheits- Rechner auf der Chipkarte

Mit dem "Project Vault" haben Google- Forscher einen Hochsicherheitscomputer auf eine Chipkarte im microSD- Format gepackt. Die in San Francisco erwähnten technischen Spezifikationen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst hartgesottene Hacker beeindrucken und dem Chef des amerikanischen Geheimdienstes NSA, Mike Rogers, die Zornesröte ins Gesicht treiben.

ATAP- Chefin Regina Dugan verglich Vault mit einem unknackbaren Safe, den man sich im Haus einbauen lasse, um nicht alle Fenster und Türen verrammeln zu müssen. Dabei geht es nicht nur um das sichere Abspeichern der Daten, sondern auch um einen sicheren Zugriff auf komplexe Verschlüsselungsverfahren, die auch Kommunikationsströme absichern sollen.

"Vault" wird allerdings auf absehbare Zeit noch nicht bei den gewöhnlichen Computer- und Smartphone- Anwendern ankommen. Google muss aus dem Forschungsprojekt zunächst ein Produkt machen und will sich dann damit zunächst an Unternehmen wenden. ATAP sei innerhalb von Google nur eine "kleine Crew von Piraten", versuchte Projektmanagerin Dugan die Erwartungen zu dämpfen. Aber man könne "wirklich heißen Scheiß" machen. Und das gilt innerhalb der Entwicklerszene als größtes Kompliment.

01.06.2015, 09:29
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Jetzt online spielen!
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum