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10.12.2016 - 07:33
Foto: © [2009] JupiterImages Corporation

Computer sollen bald 100.000 Mal schneller booten

17.11.2010, 10:04
Neuartige Magnetbänder als Speicher sollen Computer in Zukunft blitzartig hochfahren lassen. Die Datenspeicher lassen sich gar noch rascher ablesen als bislang vermutet, wie Forscher der ETH Lausanne und des Schweizer Paul Scherrer Instituts (PSI) herausgefunden haben.

Für viele Menschen ist das Hochfahren des Computers ein lästiger Anfang ihres Arbeitstages: Bis alle Daten von der Festplatte auf den Arbeitsspeicher übertragen sind, können schon mal ein paar Minuten vergehen. Laut Schätzungen gehen dadurch jeden Tag hunderte Millionen Euro an Produktions- und Energiekosten verloren.

Abhilfe schaffen könnten sogenannte Racetrack- Speicher, wie die ETH Lausanne berichtet. Ähnlich alten Magnetbändern von Videokassetten, werden bei dieser neuartigen Methode Informationen auf winzigen Drähtchen abgelegt. Diese Informationen werden aber nicht mechanisch, sondern durch ein Magnetfeld verschoben.

Magnetische Trennwände

Damit kein Durcheinander entsteht, müssen beim Ablesen die einzelnen Informationsbruchstücke klar voneinander getrennt werden können. Ein Forschungsteam um Mathias Kläui von der ETH Lausanne nutzte nun eine Art magnetische Wirbel, um zwischen den einzelnen Informationsbits eine "Trennwand" aufzubauen.

Bis zu 100.000 Mal schneller

Wie die Forscher im Fachmagazin "Physical Review Letters" schreiben, zeigte sich dabei, dass das Ablesetempo von den Racetrack- Speichern sogar noch grösser sein könnte als bislang angenommen. Der Nutzer könnte bis zu 100.000 Mal rascher auf die Daten zugreifen als bei herkömmlichen Festplatten.

Viel Energie sparen

Racetracks würden den Forschern zufolge auch viel Energie sparen: Heutige RAM- Arbeitsspeicher müssen nämlich eine Million Mal pro Sekunde mit Strom versorgt werden. Allein um die Daten im Arbeitsspeicher zu halten, verbrauche ein Computer im Ruhezustand daher viel Energie. Mit Racetracks wäre dieser Verbrauch 300 Mal kleiner.

Erste Speicher in fünf bis sieben Jahren

Gemeinsam mit Wissenschaftlern des IBM- Forschungszentrums in Zürich wolle man nun einen Prototypen bauen. Bereits in fünf bis sieben Jahren könne ein derartiges Speichersystem auf den Markt kommen.

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