Mi, 17. Jänner 2018

Ein Trauerspiel!

Das freie Wort
Da brauchen Mütter heutzutage eine oder mehrere Broschüren, um ihre Kinder gesund zu ernähren, weil das Wissen darum verloren geht. Aber es stimmt schon. Heute müssen beide Elternteile arbeiten, um über die Runden zu kommen. Niemand hat mehr Zeit und Muße. Die neue Generation der Großmütter ist hip und geht selbst lieber zum „Mci“, da gibt es nicht mehr viel praktisches Wissen zum Weitergeben. Alles dreht sich ums Geld. Man muss auf Urlaub fahren, damit die Kinder in der Schule tolle Geschichten darüber schreiben können. Das große Auto braucht man wegen der Sicherheit, denn die Kinder werden zur Schule gefahren. Das Kinderzimmer ist voller Spielsachen, der Druck, alles zu haben, ist groß. Wir leben im materiellen Überfluss - und sind trotzdem arm. Vor allem unsere Kinder. Denn was es dabei für die Kleinen nicht mehr gibt, ist die Zeit der Eltern. Am Wochenende bricht der Eventstress aus - Kinderfest da, Happening dort - , alles im Eiltempo, dazu kommen die „Hobbys“ der Kinder, auf die Eltern besonders stolz sind. Kochen ist heute schon Kult - überall sieht man Kochsendungen, doch einfachste Mahlzeiten oder eine normale Jause mit belegtem Brot und Obst kann man nicht mehr zusammenstellen. Dann kommen die Hypes, wie etwa das Basteln wundersamer Torten, die nur picksüß und bunt sind. Ein einfacher, saftiger Gugelhupf - wie uncool! Und dann gibt es Mütter, die drei Tage in der Woche arbeiten und mir erzählen, dass sie immer noch zu wenig Zeit für sich selbst haben. Der Kleine ist aber eh gern bei der Oma und im Hort Das Kind hört mit traurigen Augen zu Es wäre lieber zu Hause bei der Mutter. Aber das geht ja nicht. Keine Zeit.


Kornelia Kirchweger,Altmünster
erschienen am Fr, 4.11.