Wiener lädt monatlich zum Insekten-Dinner  (Bild: Dominik Geider)

Wiener lädt monatlich zum Insekten- Dinner

Reichlich Nährstoffe und gut für die Umwelt: Insekten werden als Geheimtipp gehandelt, auch in Wien. Christoph Thomann etwa lädt jede zweite Woche zum Insekten- Kochkurs und ein Mal monatlich zum Insekten- Dinner.

Vor rund vier Jahren hat sich Christoph Thomann zum ersten Mal mit der Thematik von Insekten als Nahrungsmittel auseinander gesetzt und war schnell begeistert. "Immerhin leben immer mehr Menschen auf dem Planeten und durch die Nutzung von Insekten als alternatives Nahrungsmittel könnten enorme Ressourcen gespart werden!", erklärt der Unternehmer.

Das sieht auch die Welternährungsorganisation FAO genau so. Was in Ländern wie etwa Thailand oder China bereits ganz normal ist, soll auch in den westlichen Ländern Einzug halten. "Immerhin gibt es weltweit über 1.900 Inseltenarten", so Thomann.

Genuss, Gesundheit und Nachhaltigkeit

Entsprechend hoch ist also das Potenzial um den normalen Fleischverzehr etwa durch den Genuss von Mehlwürmern zu ersetzen. "Insekten enthalten viele hochwertige Proteine, vergleichbar mit Fleisch und Fisch. Und sie liefern wichtige Vitamine und Mineralstoffe sowie ungesättigte Fettsäuren." In Österreich sind aktuell etwa fünf verschiedene Insektenarten auch zum Verzehr zugelassen. Diese werden auch entsprechend speziell dafür gezüchtet. "Wir beziehen unsere Wüstenheuschrecken etwa aus Vorarlberg. Selbstverständlich sind die Hersteller und Lieferanten dabei strikten Kontrollen unterworfen. Nicht nur von uns, sondern auch vom Gesetz."

"40 Prozent können sich vorstellen, Insekten als Nahrungsmittel zu nutzen"

"Bereits über 40 Prozent zeigen sich der Thematik Insekten als Nahrungsmittel zu nutzen gegenüber sehr offen und probieren es auch aus. Eigentlich schmeckt es da auch jedem. Auch vielen Vegetariern oder auch Veganern. Notwendig ist einfach eine entsprechende Aufklärungsarbeit über den Herstellungsprozess und sinnvolle Ernährung.", so Thomann.

Insekten- Verkaufszahlen steigen

Das steigende Interesse spiegelt sich auch in den Verkaufszahlen seines Online- Shops insektenessen.at wieder. Nicht nur etwa durch Formate wie "Das Dschungelcamp" die "selbstverständlich eine mediale Unterstützung darstellen", sondern "vor allem deswegen, da das Bewusstsein für Ernährung und Umwelt steigt." Seine Insekten sind etwa im "Feinkoch" (6., Theobaldgasse 14) - hier gibt es auch Rezepte mit Heuschrecken - erhältlich, sowie in ausgewählten Apotheken und einigen Feinkostläden.

Ein Mal monatlich: Insekten- Dinner

Alle zwei Wochen wird zum Insekten Kochkurs geladen, welcher unter professioneller Anleitung von Profikoch Stefan Trautsch geleitet wird, sowie ein Mal im Monat ein Insekten- Dinner kredenzt. Das nächste findet am 6. Mai im futurefoodstudio (16., Brunnengasse 17) statt. Eine Anmeldung ist vorab notwendig. Alle Infos dazu gibt es auf www.insektenessen.at .

Wer dabei nicht auf sein Schnitzel verzichten möchte, muss dies natürlich auch nicht tun. "So gibt es etwa Austernpilzschnitzel von Hut & Stiel in Mehlwurm Panade. Also quasi eine kreative Art des Schnitzels. Als Beilage gibt es wie gewohnt Bratkartoffel- Salat." Würde man Insekten ohne jegliche Beilage verzehren, "müsste man schon sehr viele essen um auch wirklich satt zu werden." Er ergänzt: "Bei uns ging jedoch noch nie jemand hungrig raus."


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Redakteurin
Julia Ichner
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