Zu wenig Geld für ImPulsTanz...  (Bild: Karloina Mlemik/ ImPulsTanz)

Zu wenig Geld für ImPulsTanz...

... zu viel für Charley's Tante! 550.000 Euro an Subventionen erhält Dancing Star Pichowetz für sein Gloria Theater und 40.000 Besucher im Jahr von der Stadt. Währenddessen stecken junge Kulturinstitutionen in Finanznöten. Mit mehr als 100.000 Besuchern fordert etwa das ImPulsTanz-Festival mehr Geld von der Öffentlichkeit.

Der beliebte Veranstaltungsreigen "ImPulsTanz" steckt in finanzieller Not: hohe Schulden, abgesprungene Sponsoren, Absagen für 27 internationale Kompanien. "Das Interesse des Publikums ist da. Wir werden überrannt", sagt Festivalsprecher Joachim Kapuy. Dafür wurden 2,1 Millionen von der Stadt Wien bis 2018 zugesichert. Zu wenig, sagt Kapuy: "Wir brauchen 700.000 Euro mehr." Sonst könne das Angebot nicht aufrechterhalten werden.

Förderung wurde angehoben

Das Büro des Stadtrates für Kultur betont: "Die Förderung wurde kontinuierlich angehoben." Mehr sei nicht vorgesehen. Das Festival solle erst einmal kaufmännische Verantwortung übernehmen und Schulden abbauen. Das Gloriatheater hingegen sei das einzige große Theater in Randlage und habe eine tolle Auslastung.

Das wahre Problem ist, heißt es oft, dass man bereits geförderten Institutionen nichts wegnehmen kann und somit junge Initiativen kaum Chancen auf den Topf haben: "Der Markt reinigt sich durch diese Vergabe selber", sagt Wolfgang P. Schwelle, Direktor des LET’S CEE Filmfestivals. Trotz internationaler Filmemacher und 13.000 Besuchern, erhielt er nur 45.000 Euro von der Stadt.

"Dass er mit seiner Präsenz bei sämtlichen SPÖ- Veranstaltungen die Subventionsvergabe der MA 7 beeinflussen könnte, ist nur ein böses Gerücht", sagt ein Informant. Und er markiert noch weitere Stellen im Kunstbericht mit gelbem Leuchtstift:

  • 1500 Euro Steuergeld gab’s 2014 für den "Anatolischen Langhalslauten- Verein".
  • 4000 Euro für den "Klub polnischer Intellektueller".
  • 5000 Euro wurden an den "Verein Afghanische Kultur in Österreich" überwiesen.
  • 1000 Euro erhielt "Origami, Papierfalten für alle".
  • 1000 Euro Steuergeld gab’s auch für das "Österreichische Autoren- Fußballteam".
  • 6000 Euro für den "Verein zur Förderung des Gedankenguts Atatürks".
  • 4500 Euro wurden an den "Verein zur Förderung Indischer Musik" ausbezahlt.

Und auch der ORF profitiert von der Kunstförderung: 60.000 Euro zahlte die Stadt an die Produktionsfirma der 6. Staffel der Koch- Sendung "Aufgetischt".

rs/md

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