Statt Party: Unter der U-Bahn pulsiert die Angst!  (Bild: Zwefo)

Statt Party: Unter der U- Bahn pulsiert die Angst!

"Unter der U- Bahn pulsiert die Nacht" verspricht eine Tourismusseite der Stadt - doch der Text dürfte schon etwas älter sein. Denn vor den Stadtbahnbögen, in denen viele Lokale auf ihre nächtlichen Gäste warten, patrouillieren Dealer, auf der Suche nach Kunden. Immer mehr Nachtschwärmer bleiben deshalb lieber daheim.

Es ist mittlerweile ein vertrauter Anblick: entlang des Gürtels stehen Horden von Rauschgifthändlern, immer in Gruppen, und belästigen die Leute. Das wirkt sich unmittelbar auf die Lokale in den Stadtbahnbögen aus: etwa das Chelsea, rhiz, B72 oder Q [kju:]. Wer mag es schon, wenn er mit Freunden und Freundinnen draußen eine rauchen oder einen Drink geniessen will und dauernd von  Drogenhändlern angesprochen wird? Da bleibt man dann lieber daheim und feiert dort im privaten Kreis.

Sorge um Sicherheit

"Ich fühle mich dort nicht mehr sicher", so ein Party- Gast vor der U- Bahnstation Nussdorferstraße. So wie ihm geht es hier vielen. Das merken auch die Lokalbesitzer. "Wir haben ein großes Problem mit der Situation vor Ort", so Franz Aibler, Besitzer des Q [kju:]: "Viele Gäste bleiben aus, weil sie Angst haben, hier belästigt zu werden. Das schlägt sich auch an den Zahlen nieder. Insgesamt haben wir einen Umsatzrückgang von 80 %! Das ist eine Katastrophe fürs Geschäft!"

Dealer bleiben unbeeindruckt

Das Dealerunwesen wurde durch ein verunglücktes Gesetz ermöglicht: erst wenn die Polizei beweisen kann, dass ein Rauschgifthändler mit seiner "Arbeit" mehr als 400 Euro verdient, kann er festgenommen werden. Entsprechend aggressiv treten die Schwarzafrikaner dann auch auf - sie bleiben unbeeindruckt von den vorbeifahrenden Polizeistreifen. Denn der Stoff wird eh woanders gebunkert: sei es in einem Baumloch oder unter einem Schotterkaster des Magistrates - Hauptsache es ist in der Nähe. Bewacht wird der Stoff meistens von den Chefs: erkennbar an teuren Turnschuhen und protzigen Uhren.

Kein Wunder, dass die Wirte der Gürtelbogenlokale über Geschäftsrückgänge klagen - aber sie haben Hoffnung: Noch vor dem Sommer soll das Gesetz repariert werden, ab dann drohen den Dealern zwei Jahre Haft. Es reicht, wenn sie mit einem Sackerl Marihuana in flagranti erwischt werden. Die Polizei hat schon verstärkte Kontrollen angekündigt. Und dann wären die Gastgärten und Lokale am Gürtel wieder voll...

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zet

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