Registrierkassenpflicht auch für DJs!  (Bild: thinkstockphotos.de, DJ Ostkurve)

Registrierkassenpflicht auch für DJs!

Wer im Jahr über 15.000 Euro einnimmt und mehr als die Hälfte davon in bar ausbezahlt bekommt, muss ab Jänner 2016 Belege dafür ausstellen. Über ein elektronisches Kassensystem. Das Finanzministerium stellt klar: "Für DJs gibt es keine Ausnahmen!"

Günter Kunz- Hager, ADA- Initiator und selbst als DJ Ostkurve regelmäßig hinter den Decks, findet das "lächerlich": "Viel schlimmer geht es nicht mehr. Es wäre schon sehr gewöhnungsbedürftig, wenn neben den Turntables dann ein oder mehrere Registrierkassen stehen. Zudem ist es nur mehr Arbeit für die gleiche Bezahlung und man muss sich eine Registrierkasse oder entsprechende Software zulegen!" Das unterstreicht auch DJ Jay's On: "Die Registrierkassenpflicht ist vor allem für die kleinen Unternehmen, wo ich mich als DJ auch dazu zähle, eine zusätzliche Erschwernis und eine Frotzelei all jenen gegenüber, die motiviert versuchen etwas aufzubauen."

Die Überweisung von Gagen ist in der Szene nicht üblich. DJ Jay's On: "Vor allem da ja Veranstalter und Clubbesitzer den Großteil ihres Umsatzes in Bar einnehmen. Überweisungen dauern einfach viel zu lange und man wartet teils Wochen auf sein Geld - das ist für Kleinunternehmer eine zusätzliche Belastung!" Gunter Kunz- Hager dazu: "Das Problem ist, dass manche Veranstalter dann überhaupt nicht zahlen. Wenn, dann wäre es nur per Vorüberweisung möglich, was jedoch auch schwierig ist, da viele ja hoffen durch ein bestimmtes DJ- Booking mehr Gäste zu bekommen und dementsprechend mehr Einnahmen zu generieren..."

"Aus meiner Sicht sollten unsere Politiker mal bei ihren Spitzengehältern anfangen zu sparen…"

Wer sich nicht an die neuen Regeln hält, handelt gegen die gesetzlichen Bestimmungen und macht sich eines Verwaltungsvergehens schuldig. Vor allem nach der halbjährigen Übergangsfrist. Das Finanzamt dazu: "Das erste Quartal ist gänzlich straffrei, im zweiten Quartal wird eine Begründung eingefordert, warum die Pflichten nicht erfüllt wurden. Hat der Unternehmer diese glaubhaft dargebracht gibt es keine finanzrechtlichen Konsequenzen."

Jay's On ist überzeugt davon, dass es eine andere Lösung geben sollte, als "die Fleissigsten und Kleinsten zu sekkiren": "Aus meiner Sicht sollten unsere Politiker mal bei ihren Spitzengehältern anfangen zu sparen und die Steuerflucht der Großkonzerne in den Griff bekommen! Armes Österreich."

Eine kleine Erleichterung: Mobile Unternehmer, darunter fallen auch DJs, können Belege vor Ort ausstellen und diese dann, schnellstmöglich im Nachhinein, in die Registrierkassa eintragen. Spielt ein DJ nur im Sommer oder ausnahmslos Open- Airs könnte die Ausnahmeregelung "Umsätze im Freien" in Kraft treten.

Jay´s On: "Ich persönlich habe noch gar keine Idee wie ich damit umgehen soll. Mein Steuerberater weiß Bescheid und ich habe mit ihm auch schon einen Termin vereinbart... was natürlich auch wieder zusätzliche Kosten für mich sind."

Günstige Alternativen

Vor allem für DJs zeigen sich jedoch bereits jetzt zahlreiche günstige Alternativen zur Standard- Registrierkassa am Markt, wie etwa App- Lösungen am Smartphone ab etwa 10 Euro im Monat, oder die Registrierkassa am USB- Stick.


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jus

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