„Mittlerweile ist die Liechtensteinstraße tot“  (Bild: Zet)

„Mittlerweile ist die Liechtensteinstraße tot“

Die Liechtensteinstraße im Alsergrund: Vom Schottenring bis zur Alserbachstraße gesäumt von Häusern aus der Gründerzeit, gekrönt vom Palais Liechtenstein und dem Lycée Français de Vienne. Doch kaum hat man die Alserbachstraße Richtung Lichtenwerder Platz überquert, verwandelt sie sich: Auf diesen letzten 1,5 Kilometern ist nur noch Grind. Geschlossene Geschäfte, eingeschlagene Fenster, die Gehsteige menschenleer...

"Zu kaufen: Luxus Wohnungen" steht auf einem Schild, wie eine Verhöhnung. Denn gleich daneben gähnen eingeschlagene Fensterscheiben und ein ausgehöhlter Gastraum - das ist alles, was von "Samanta Cevapcici" im Haus Nummer 70 übrig geblieben ist. Und egal ob man stadteinwärts oder Richtung Heiligenstadt geht, in beinahe jedem Haus ist im Erdgeschoss ein geschlossenes Geschäft. "Der Billa ist auch weg", klagt eine Bewohnerin, "jetzt müssen wir zum Julius- Tandler- Platz gehen, wenn wir einkaufen wollen. Ich lebe seit 40 Jahren hier und hab zusehen müssen, wie alles immer schlechter wurde. Mittlerweile ist die Liechtensteinstraße tot."

Einige kleine Tschecherl haben überlebt, auf Hausnummer 86 hält ein Shop noch die Stellung: Der Inhaber setzt auf "Elektrische Dampfzigaretten". Und auf Nummer 50 eröffnete eine Maßschneiderei. Ansonsten herrscht Tristesse, obwohl das "Selbstverständlich" am Abschluss der Liechtensteinstraße hin zum Lichtenwerder Platz nach wie boomt. Das Studentenlokal hat den Umzug der WU in den 2. Bezirk gut verkraftet.

Bezirksvorsteherin Martina Malyar (SPÖ), seit 2003 im Amt, weiß, dass die Liechtensteinstraße das Sorgenkind des 9. Bezirkes ist: "Das Problem dort ist, dass die Geschäfte alle schließen, weil einfach die Frequenz fehlt." Gemeinsam mit Wirtschaftstreibenden wurde kürzlich ein Folder an die Bewohner verschickt, der alle Geschäfte aufführt - samt Öffnungszeiten. Ob es was bringt? Malyar: "Viele wissen etwa nicht, dass im Lichtental ein Greissler Sonntagvormittag auch geöffnet hat." Und: "Das Grätzel ist als Wohngegend sehr gefragt, überall werden Dachböden saniert." Die letzte Hoffnung, dass mit neuen Bewohnern die alten Geschäfte zurückkehren.

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zet

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