„Hilfe, ich bin sexsüchtig!"  (Bild: thinkstockphotos.de)

„Hilfe, ich bin sexsüchtig!"

Hallo, mein Name ist Thomas. Ich bin 19 Jahre alt. Schon seit ich denken kann, habe ich mich immer oft selbst befriedigt. Nun habe ich seit einigen Wochen meine erste Freundin und denke dauernd nur noch an Sex. Ich glaube, ich bin süchtig! Was kann ich tun? Hilfe!

Lieber Thomas,

"Männer denken nur an das Eine!", sagen viele Frauen. - Bei einer Sexsucht ist das tatsächlich so. Sie ist nicht nur ein windiger Vorwand unverbesserlicher Lustmolche, sich per Attest aus der Affäre zu ziehen, sondern ein durchaus ernst zu nehmendes Problem. Und ähnlich wie bei Alkohol und Drogen, gibt es auch hier Entzugserscheinungen, wenn der Trieb nicht befriedigt wird.

Experten schätzen, dass bis zu einer halben Million Menschen unter Sexsucht leiden. Genaue Statistiken gibt es nicht. In Österreich sind es etwa fünf Prozent der Bevölkerung, glaubt man den wenigen vorhandenen Zahlen.

Porno sei Dank!

Entsprechend liegt nicht nur Tiger Woods beim Einlochen weit vorne. Auch die Liste seiner prominenten Leidensgenossen hat kaum weniger Weltrang. Und die Zahl Betroffener steigt. Auch bei der Nicht- Prominenz. Kein Wunder, entstehen jeden Tag etwa 300 neue Porno- Webseiten im Netz, die man(n) durchschnittlich eine halbe Stunde täglich konsumiert. Und vor allem diese ständige Verfügbarkeit von sexuellen Inhalten kann aus einem eigentlich völlig normalen Sexualverhalten auch mal eine zwanghafte Störung werden lassen.

Dabei ist "Sexsucht" definitiv kein aktuelles Phänomen. Bestes Beispiel: Don Juan. Seine allein in Spanien 1003 Affären sowie die Schilderungen Casanovas sind vor Jahrhunderten in die (Opern- )Literatur eingegangen.

Präriewühlmäuse sind Sexmonster

Sexsüchtig ist man jedoch nicht, wenn man jeden Tag Sex haben möchte. Auch nicht, wenn man es zwei Mal pro Tag möchte. Und nur, weil man häufig an Sex denkt oder am Anfang einer Beziehung gerne auch entsprechend Lust hat, muss man nicht gleich in eine Therapie. Gerade zu Beginn einer Liaison ist es sogar normal, ein gesteigertes Verlangen zu zeigen.

Bei den Präriewühlmäusen ist das etwa ganz extrem. Wenn diese sich als Paar zusammentun, besiegeln sie den Bund, indem sie in den ersten vierundzwanzig Stunden zwischen 15- und 30- mal miteinander verkehren. Und im Vergleich mit den Wasserwanzen scheint sowieso alles wie ein Witz. Innerhalb von 36 Stunden haben diese nämlich mehr als 100- mal Sex.

Wenn Lust zur Last wird

Von einer Sexsucht wird erst dann gesprochen, wenn alle Tagesabläufe und Gedanken nur noch um das eine Thema kreisen und es dadurch auch etwa zu Problemen in der eigenen Umgebung kommt.

Etwa, weil man während der Arbeitszeit mehrmals täglich auf die Toilette verschwindet, um sich selbst zu befriedigen oder nach Dienstschluss gleich bei einer Prostituierten einkehrt.

Spricht mit ihr!

Beschäftigst du dich gedanklich und körperlich fast ständig mit Sex, erlebst jedoch kaum eine Befriedigung, bist ständig frustriert und suchst verzweifelt nach dem nächsten Kick? Bist du, neben dem Sex mit deiner Freundin, ständig bei wahllosen anderen Kontakten und hast nach dem Akt dennoch ein Gefühl der Leere? Kannst du dein Denken und Tun nicht abschalten und wird die Lust mittlerweile zur Last? - Dann solltest du dir professionelle Hilfe suchen. - Hier gibt es in Österreich verschiedene Möglichkeiten, wie etwa Meetings der "Anonyme Sexsüchtige Österreich".

Möchtest du einfach nur gerne öfters mit deiner Freundin schlafen als nur jeden zweiten Tag? Sprich mit ihr! Vielleicht geht es ihr ja genauso und es ist alles gar nicht so schlimm...

In diesem Sinne: Kopf hoch, Hose runter!
Julie


Wolltet ihr schon immer mal was über Sex wissen, habt euch aber nie getraut, zu fragen? Fragt Petite Julie! Schreibt einfach eine Email an julie@krone.at oder schickt ihr eine Facebook- Nachricht. Petite Julie hat bestimmt die richtige Antwort für euch ;)!

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