Die erotischen Seiten der Stadt: Die Swinger-Bar  (Bild: thinkstockphotos.de)

Die erotischen Seiten der Stadt: Die Swinger- Bar

Viele Menschen träumen von erotischen Erlebnissen, Alfred (50) lässt sie Realität werden. Mit seiner Erlebnis- Agentur "Travellers of Joy " sorgt er mit einem kleinen Team für die Verwirklichung von sinnlichen Fantasien und erfüllt nahezu jeden Wunsch. Neben größeren Veranstaltungen sowie speziell auf einzelne Personen zugeschnittenen Abenteuern, bietet er auch erotische Touren durch die Stadt. City4U hat ihn auf einem solchen "Spaziergang" begleitet. Teil 2: Die "Swinger- Bar".

Jemanden aufzureissen ist mühsam. War es immer schon. Man muss nicht nur in eine entsprechende Garderobe investieren sondern gegebenenfalls auch in einen oder mehrere Drinks, aufmerksam sein, witzig und charmant. "In Swinger- Bars geht dieses Unterfangen einfacher. Wer in eine solche kommt hofft auf Kontakt. Auch körperlichen!", erklärt "Reiseführer Alfred als wir vor der Tür des "Element 6" stoppen.

Der Eintritt liegt für Pärchen, Solo- Frauen sowie Solo- Herren bei 24 Euro. Im Preis sind immer, außer bei Männern, da nur eines, zwei Getränke inkludiert. Kondome gibt es gratis. So viele man möchte oder braucht.

Keine Nackten

Der Ausdruck "Swinger" leitet sich, laut Wikipedia, vom englischen "to swing" ab und bedeutet übersetzt etwas wie "hin- und herbewegen". Die im 20. Jahrhundert populär gewordene Bezeichnung steht für Menschen, die - im weitesten Sinne - ihre Sexualität ohne Einschränkung mit verschiedenen Partnern ausleben. Eine Swinger- Bar bietet den passenden Ort dafür.

Auf seiner Website bezeichnet sich das "Element 6" selbst als "einen erotischen Rahmen zum zwanglosen kennenlernen Gleichgesinnter." Und - das entspricht durchaus der Realität. Zwar dominieren Rot- Töne und Samt, wie den Klischee- Vorstellungen entsprechend erwartet, das Erscheinungsbild, die vermutete Vielzahl an nackten Personen bleibt hingegen aus. Nicht, weil nichts los wäre, sondern weil die Gäste, bis auf den String- Tanga, der von manchen wohl einfach grundsätzlich und vorsorglich bereits zu Hause gelassen wurden, in schönen Dessous bekleidet sind. "Ausziehen ist kein Muss!"

Blow- Job in der Bar

Und trotzdem ist nichts wie in einer anderen Bar. Am Platz neben uns wird wild geschmust, am anderen Tisch ein Mann oral befriedigt und - scheinbar wie selbstverständlich - die Hände nicht nur am Tisch behalten, sondern unter Röcke, auf Brüste oder in die Hose gelegt.

Vor eineinhalb Jahren gab es im "Element 6" einen Geschäftsführer- Wechsel, seitdem läuft die Bar. "Der Neue", selber Swinger, erzählt: "Wir achten sehr darauf dass sich die Gäste bei uns wohl fühlen, sowohl im Bar- Bereich als auch in den jeweiligen Zimmern. Dazu gehört auch zu schauen, dass der Anteil an Männern und Frauen relativ ausgeglichen ist und nicht ein Geschlecht dominiert." Entsprechend werden pro Frau maximal zwei Männer zugelassen, die Tür- Kontrolle ist strikt.

Hunderte Bettüberzüge

Ebenso konsequent ist man auch bei der Reinigung. Nicht nur von der Bar selbst, sondern auch von den dazugehörigen Zimmern. Nach jedem Akt wird die Wäsche gewechselt. "Wir haben so viele Überzüge, es ist unmöglich dass wir mal nichts zum Tauschen haben! Und, das wissen unsere Gäste natürlich zu schätzen und spricht sich herum!" Zum Beweis wird das Licht angedreht. Alles sauber.

Insgesamt gibt es drei Zimmer, alle zu einem anderen Thema gestaltet und in den dazupassenden Farben gehalten. Wie etwa blau für "Wasser"- Liebhaber. Anders als im Stundenhotel kann man sich beim Akt soviel Zeit lassen so viel man möchte. "Niemand steht mit einer Stoppuhr daneben. Zugegegebenermaßen ist das auch gar nicht notwendig. Und, sollte dennoch einmal mehr Bedarf bestehen als Zimmer vorhanden sind - wird eben kurz geklopft!" Regeln gibt es keine. Trotzdem hält sich jeder an ein ungeschriebenes Gesetz: "Es gibt nur ein Zimmer in das man immer hineinsehen kann. In den anderen Räumen kann man sich entsprechend zurück ziehen oder den Vorhang zumachen, wenn man ungestört bleiben will. Ist das der Fall und die Türe zu, dann wird der Raum auch von niemandem betreten!"

"Sex in der Bar ist ganz normal"

Mindestens eines der Zimmer ist immer belegt. "Unsere Gäste kommen nicht nur um ein Getränk zu konsumieren und sich zu unterhalten, sondern möchten natürlich auch ihren Spaß. Sex ist dabei ganz normal, aber keine Pflicht." Während bei den erotischen Reisen die Leute von Alfred und seiner Crew entertaint werden passieren die Dinge in der Swinger- Bar ungeplant. Überall gilt aber: "Hier ist niemand ungut aufdringlich, jedoch alle aufgeschlossen. Wer nicht alleine sein möchte bleibt jedoch meistens auch nicht alleine."


Und wie immer gilt: Die Grenzen dieses Abends bestimmt allein der gute Geschmack.


Lest bitte nächste Woche: Wien intim Teil 3 - Der Swinger- Club

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Redakteurin
Julia Ichner
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